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Leidenschaft fürs Laufen – mit Owen Edobor

Owen Edobor meinte schon, das Laufen hinter sich gelassen zu haben. Dann holte es ihn wieder ein. Seitdem ist er nicht mehr zu stoppen.

 

Model Owen Edobor brach schon in der Schule Laufrekorde und war bei nationalen Wettkämpfen am Start. Dann entschied er sich, sich voll auf seine Fussballkarriere zu konzentrieren. Als dies nicht den gewünschten Erfolg brachte, studierte er Kriminologie und Soziologie an der Universität. Hier erzählt er uns, wie er das Laufen wieder für sich entdeckt hat.

 

Q&A mit Owen Edobor

 

Owen, wann und wie hast du das Laufen für dich entdeckt?

 

Ich habe mich schon immer für Sport interessiert. In begann in der Schule mit Leichtathletik und 200 m und 400 m gerannt. Über diese Distanzen bin ich dann bei den englischen Schulmeisterschaften an den Start gegangen. Irgendwie wurde dann aber Fussball immer wichtiger – und so rannte ich dem Laufen quasi davon. Es hat mich nicht mehr so begeistert. Individualsport war nichts für mich. Ich konnte nicht mit dem Druck umgehen und bin ein schlechter Verlierer. Meine Lehrer konnten nicht nachvollziehen, warum aufhörte, aber ich hatte meine Gründe. Ich war gut, aber es war nicht meine Leidenschaft. Ich mochte das Gefühl nicht, das sich kurz vor dem Lauf einstellte. Die nervliche Anspannung war mir zu gross.

 

Wie hast du zum Laufen zurückgefunden?

 

Ich habe es im Fussball nicht geschafft. Deshalb ging ich an die Uni. Nach dem Abschluss meines Studiums habe ich angefangen zu modeln. Zu diesem Zeitpunkt begann ich, mir Gedanken über meine Physis zu machen. Mein Körper hatte sich im Laufe der Jahre verändert. Durch das Fitnessstudio hatte ich eine kräftigere Statur. Ich war aber nicht zufrieden, wie ich aussah. Ich wollte mein Gewicht reduzieren. Deshalb investierte ich mehr ins Ausdauertrainings. Über ein Jahr lang habe ich es einfach nur genossen zu laufen und mein Körper entwickelte sich so wie gewünscht. Dann kam Covid-19 und die Fitnessstudios mussten schliessen. Laufen war das Einzige, was blieb. So kam es, dass ich eine echte Leidenschaft dafür entwickelte.

 

Wie kam es dazu, dass du von Sprints auf längere Distanzen gewechselt hast?

 

Aufgrund der anderen Sportarten, die ich ausübe, hatte ich eh schon eine ziemlich gute Ausdauer. Zu Beginn des Lockdowns bin ich ein paar Mal pro Woche 5 oder 10 km gelaufen. In der Schule machte ich damals auch Cross Country. Langstrecken waren also nichts Neues für mich.

 

 

Was bedeutet dir das Laufen?

 

Es ist eine Chance auszubrechen, dem Stress die Tür vor der Nase zuzuschlagen und sich ein bisschen geistigen Freiraum zu holen. Davon bin ich 110 % überzeugt. Besonders während der Pandemie war das Laufen für so viele Menschen etwas Wichtiges und Verbindendes – egal auf welchem Niveau sie laufen. Für einige war es neu. Manche sind schon immer gelaufen, aber das Gefühl war für alle gleich.

 

Wie wirkt sich das Laufen sonst positiv auf dein Leben aus?

 

Ich bin ein Model und muss häufig mit Ablehnung kämpfen. Manchmal muss ich zu einem Casting auf die andere Seite von London, nur um dann ein kurzes, knappes `Nein` zu hören. Trotzdem muss ich am nächsten Tag wieder die Motivation aufbringen, mich bei einem anderen Casting zu bewerben. Manchmal willst du einfach nur noch aufgeben und fragst dich, wie lange der Durchbruch noch auf sich warten lässt. Beim Laufen ist es genauso. Du bist allein und es ist hart. Es wird Momente geben, in denen du denkst, dass du nicht mehr kannst und umdrehen willst. Es ist ein ständiger mentaler Kampf. Aber du lernst, dich selbst zu pushen, weiterzumachen, hart zu arbeiten und dich zu verbessern. Der Durchbruch wird kommen. Ich kann es visualisieren. Wenn ich immer weitermache, komme ich irgendwann da hin, wo ich sein möchte.

 

Wie ist deine Beziehung zum Laufen?

 

Ich rate all meinen Freunden und meiner Familie, dass sie laufen gehen sollen, wenn sie sich schlecht fühlen. Ich glaube, die sind davon schon ganz genervt. Aber ich weiss, wie es mir geholfen hat und dass auch andere davon profitieren können. Es hat mir Belastbarkeit und Durchhaltevermögen beigebracht. Und das ist etwas, das mir niemand mehr wegnehmen kann.  

 

 

Worüber denkst du beim Laufen nach?

 

Ich wünschte, ich könnte sagen, dass mein Kopf frei wäre und die Zeit während des Laufens verfliegt. Bei mir trifft das aber nicht zu. Wenn ich laufe, denke ich über alles nach. Ich mache mir Gedanken über das Leben. Über das, was ansteht. Über das, was ich tun muss. All das geht mir durch den Kopf. Aber durch die Bewegung des Laufens kann ich die Dinge hinter mir lassen. Ich bewege mich nach vorne.

 

Manchmal spiele ich mit mir selbst Gedankenspiele. Einmal sah ich eine ältere Frau vor mir. Sie wollte es wirklich wissen und hatte ein gutes Tempo drauf. Ich stellte mir vor, dass sie der neue Job sei, den ich wollte und wollte sie einholen. Es war hart, aber ich habe es geschafft.

 

Hast du jede Woche einen fixen Trainingsplan?

 

Normalerweise mache ich 5 km-Läufe. Im Sommer bin ich rund vier Mal pro Woche gelaufen. Sonntags nehme ich mir frei. Der Montag ist also meine Startlinie. Ich versuche, schon früh am Morgen einen 10 km-Lauf einzubauen, damit der Start in die Woche gelingt. Dann kann ich mich entspannen. Ich habe ein paar 5-km-Routen, auf denen ich die Distanz nicht tracken muss.

 

Ich war noch nie ein Nachtläufer. Mein älterer Bruder macht das. Er läuft zu den verrücktesten Zeiten. Aber mein Tag beginnt mit grünem Tee, etwas Obst und Stretching und vor dem Mittag mache ich einen Lauf. Wenn ich es auf später verschieben will, klappt es nicht.

 

 

Fällt es dir manchmal schwer, rauszugehen und dich zu motivieren?

 

Ich denke, wir alle kennen diese Tage. Deshalb motiviere ich mich, früh zu trainieren. Ansonsten erfinde ich alle möglichen Ausreden – ein Haufen voller Wäsche, der gewaschen werden muss oder sonst etwas. Früh loslegen – das ist mein Trick.

 

Was würdest du jemandem sagen, der gerade erst mit dem Laufen begonnen hat?

 

Probiere es einfach aus – aber auf deine eigene Weise. Tu, was du kannst und mach es so, wie du willst. Wenn du die Zeit misst, siehst du deinen Fortschritt und wirst belohnt. Das ist ein tolles Gefühl. Und unterlasse es unbedingt, dich mit anderen zu vergleichen.

 

 

Liebes Laufen,

 

Heute Morgen starten wir aufs Neue.

Unser täglicher Tanz. Unser Kampf, rauszukommen, bevor einen der Tag überrennt.

Wir kennen uns schon seit Ewigkeiten.

Anfangs war es eine lose Freundschaft. Nie ganz das Vergnügen, das andere empfanden.

Aber jetzt sind die Dinge anders.

Du hast mir geholfen, zu wachsen.

Du hast mich widerstandfähig gemacht.

Hast mir den Wert von Durchhaltevermögen gezeigt.

Hast mir gelehrt, mit meinen Gedanken zu spielen.

Du heiterst mich auf, wenn mich das Leben runterzieht.

Du lässt meinen Geist fliegen.

Hältst meinen Fokus stets aufs Ziel gerichtet.

Und nun singe ich allen, denen ich begegne, ein Loblied auf dich.

Denn jetzt habe ich wirklich verstanden, was du denen bedeutest, die deinen Weg kreuzen.

Dort, wo du mich früher verunsichert und mir die Sicherheit, welches einem ein Team gibt, entzogen hast, begeisterst du mich jetzt.

Früher dachte ich: Ich kehre um.

Heute nicht mehr. Wir sitzen in einem Boot.

Und wir gehen zusammen die ganze Distanz.

Liebes Laufen,

dieser Lauf ist dir gewidmet.

 

Owen

 

#DedicatedToTheRun

 

Owen trägt die Weather Jacket in Black | Shadow, das Performance-T in Black | Shadow, die Lightweight Shorts in Shadow | Black, die High Sock in Storm | Moss und die Cloudstratus Laufschuhe in Black | Mineral

 

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