Zurück zur Übersicht

Leidenschaft fürs Laufen – mit SiuHei Chung

Im August 2020 zog Mode-StylistIn und Model SiuHei Chung von Hongkong nach London. Allein in einem neuen Land war das Laufen für SiuHei eine Gelegenheit, die neue Umgebung zu erkunden und mit den Herausforderungen fertig zu werden, die das Leben während einer Pandemie mit sich bringt.

 

SiuHei Chung steht nie lange still. Auf drei Kontinenten hat SiuHei schon gelebt. Jede Nacht ist SiuHei Chung durchschnittlich 14 km zu Fuss unterwegs – zuerst auf einem 7 km langen Lauf, dann auf einem 7 km langen Spaziergang zurück. Das Laufen ist für SiuHei ein tägliches Abenteuer, ein Beitrag zur körperlichen und geistigen Gesundheit und eine Chance, sich auf eine neue Stadt einzulassen – obwohl es die COVID-19-Lockdowns schwer gemacht haben, Freunde zu finden. SiuHei Chung erzählt hier die ganze Geschichte.

 

Q&A mit SiuHei Chung

 

SiuHei, wann und wie hast du das Laufen für dich entdeckt?

 

Ich bin schon immer gelaufen. Als ich jünger war, schloss ich mich einer örtlichen Laufgruppe an. Und ich habe nie mit dem Laufen aufgehört. Es macht mich glücklich. Es gibt mir Gelegenheit, einen freien Kopf zu bekommen, ich selbst zu sein und einfach meinen Lauf zu geniessen. Ich habe mich sofort in das Laufen verliebt. Natürlich ist es hart, wenn du läufst und kaum noch Luft bekommst, aber wenn du bis am Ende durchhältst, fühlst du dich fantastisch.

 

Was bedeutet dir das Laufen?

 

Als ich in Hongkong war, brauchte ich Raum für mich, denn ich teilte mir eine kleine Wohnung mit meiner ganzen Familie. Wenn du nachts läufst, sind natürlich kaum andere Leute unterwegs. Du bist ganz für dich allein. Du bekommst den Kopf frei und kannst einfach du selbst sein. Ich laufe dort, wo niemand sonst ist – nur ein menschenleerer Ort, ich und das Mondlicht.

 

 

Wie hilft dir das Laufen sonst im Leben?

 

Ich leide an Angstzuständen und Depressionen. Das Laufen hilft mir auf jeden Fall dabei, mit den schlimmsten Gefühlen fertig zu werden. Es gibt mir Zeit, herauszufinden, was ich eigentlich will. Ich kann mich in Tagträumen verlieren. Je besser ich darin werde, meinen Geist zu entspannen, umso besser fühle ich mich. Das Laufen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Es wird mich für den Rest meines Lebens begleiten. Es ist mir unglaublich wichtig.

 

Worüber denkst du beim Laufen nach?

 

Ich habe das Gefühl, dass meine Gedanken ziemlich sprunghaft sind. Meine Vorstellungskraft ist ziemlich verrückt. Die Arbeit in der Modebranche ist kreativ und fantasievoll. Wenn ich laufe, springt mein Geist von einem Thema zum nächsten. Das hört nie auf. Aber ich mag mein Runner's High und ich bin gern allein im Dunkeln. Das ist aufregend. Und ich liebe es, nachts zu laufen. Nach meinem Lauf spaziere ich nach Hause. Ich fange also schnell an und werde dann langsamer. Das ist ein guter Rhythmus.

 

Die meisten Leute laufen eine Runde, aber du läufst eine lange Strecke und gehst dann dieselbe Strecke gemütlich zurück. Warum?

 

Normalerweise laufe ich 7 km. Den Rückweg auch nochmals zu laufen, finde ich einfach zu anstrengend. Ich will das Ganze geniessen. Wenn ich langsam zurückgehe, entspannen sich meine Muskeln. Mein Körper wird lockerer. Das ist fast wie Medizin für mich.

 

 

Läufst du immer nur nachts?

 

Ich liebe es, tagsüber zu laufen, aber ich stehe zu spät auf. Tagsüber bin ich faul. In London ist das Laufen ganz anders als in Hongkong. In Hongkong leben fast alle Menschen in Hochhäusern. Wenn du dort nachts läufst, brennen überall die Lichter und du läufst einfach nur zwischen den Wolkenkratzern hindurch. Aber in London sind viele Gebäude nur wenige Stockwerke hoch. Du siehst den Himmel, die Sterne und den Mond. Das ist, was ich liebe.

 

Läufst du jeweils eine bestimmte Strecke?

 

Nein, ich laufe lieber ganz frei. Wenn ich losgehe, habe keine feste Strecke im Kopf. Ich laufe einfach, wohin es mich zieht. Wenn ich Lust habe, Hackney zu erkunden, laufe ich dorthin und gehe danach wieder nach Hause. Beim Laufen kannst du eine Stadt auf eine ganz andere Weise entdecken als mit dem öffentlichen Verkehr. Für mich war das eine tolle Möglichkeit, mich hier einzuleben. Ich kann selbst entscheiden, wo genau ich hinlaufen will und was ich entdecken möchte. Das hat es für mich leichter gemacht, einen Zugang zur neuen Stadt zu finden. Abgesehen von Hongkong habe ich auch schon in Australien und auf Bali gelebt. Dort habe ich mir das Laufen auf dieselbe Weise zunutze gemacht. Ich liebe es, dass ich dadurch Orte zu sehen kriege, an die andere Leute mit dem ÖV normalerweise nicht kommen.

 

 

Wie würdest du deine Beziehung zum Laufen beschreiben?

 

Es gibt definitiv Tage, an denen ich keine Lust darauf habe. An Regentage oder kalten Tagen habe ich Mühe, mich zu motivieren. Aber nach ein paar Tagen nur zuhause, zwinge ich mich, rauszugehen – auch wenn es nur für einen Spaziergang oder einen kurzen Lauf ist. Das gibt mir wieder Energie, also mache ich das auf jeden Fall.

 

Trackst du deine Läufe?

 

Nein. Für mich geht es beim Laufen um Entspannung. Ich mache keine Trainingssessions. Ich will locker werden, mein Bestes tun und machen, worauf ich Lust habe.

 

Inwiefern wirkt sich das Laufen auch auf andere Bereiche deines Lebens positiv aus?

 

Es zeigt mir immer wieder auf, dass ich mich aktiv bemühen muss. Weil ich so dünn bin, kosten mich längere Läufe, z.B. mit einer Distanz von 10 km, jede Menge Energie. Aber das ist eine Lektion, die sich auch sonst aufs Leben ummünzen lässt: Man muss sich pushen und an seine Grenzen gehen, um etwas zu erreichen.

 

Was würdest du jemandem sagen, der mit dem Laufen anfangen will?

 

Am Anfang ist es schwer. Man muss sich dazu zwingen und sich selbst davon überzeugen, dass heute und nicht morgen der richtige Tag dafür ist, damit zu beginnen. Und wenn du einmal angefangen hast, machst du einfach weiter.

 

 

Liebes Laufen,

 

Sie sehen uns nicht. Wir sehen sie nicht.

Jede Nacht sind da nur wir beide.

Allein. Frei. Bereit, die Kämpfe des Tages hinter uns zu lassen und der Morgendämmerung entgegenzublicken.

Neue Strassen, neue Städte, neue Entdeckungen.

Egal, wo ich hingehe – ich weiss, dass du bei mir bist.

Ohne zu urteilen.

Ohne Fragen zu stellen.

Die Sterne und der Mond beleuchten unseren Weg und zeigen uns, wohin es geht.

Du befreist meinen Geist und gibst mir den Raum, den ich brauche.

Dafür werde ich ewig dein sein.

Liebes Laufen,

ich bin so froh, dass ich dich gefunden habe.

Ich bin stolz, mich deinen Herausforderungen stellen zu dürfen.

Getröstet durch deine Präsenz bist du mein Fels in der Brandung, wenn es schwierig wird und mich die Dunkelheit einzuholen scheint.

Heute schnüren wir unsere Schuhe und laufen wieder los.

Dieser Lauf ist dir gewidmet. Das wird er immer sein.

 

SiuHei

  

#DedicatedToTheRun

 

SiuHei trägt die Weather Jacket in Black | Pebble, das On-T in Black, die Tights Long in Black, die High Sock in Ox | Navy und den Laufschuh Cloudflyer Waterproof in Black | Lunar

 

Hol dir noch mehr Laufinspiration. Melde dich für den On Newsletter an.