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Q&A: Das ist der Designer der On Mountain Hut

Selbst für einen erfahrenen Designer wie Thilo Alex Brunner, Head of Design bei On, ist der Wechsel von High-Tech-Laufschuhen zu einer minimalistischen Hütte hoch in den Schweizer Alpen eine Herausforderung.

   

Die On Mountain Hut liegt etwa 2.500 m hoch in den Bergen und ist nur zu Fuss zu erreichen. Es ist schon eine Meisterleistung, überhaupt dorthin zu gelangen. Noch schwieriger war es, eine Hütte zu gestalten und zu bauen, die sich nahtlos in die imposante Umgebung einfügt und Gästen ein absolut einmaliges Erlebnis bietet. 

Die Hütte wurde aus dem Nichts geschaffen. Die Vision: absoluter Minimalismus – hier findest du alles, was du brauchst, aber keinen überflüssigen Schnickschnack. Wir wollten diese Hütte zu dem perfekten Ort machen, um die Alpen in ihrer ganzen Pracht zu geniessen. Hier kannst du abschalten, weitab von der Hektik des Alltags neue Kraft schöpfen und dich zu dir selbst besinnen – zurück zur Quelle, sozusagen. 

Nicht nur auf unser Unternehmen haben diese Berge einen tiefgreifenden Einfluss – auch unsere Gründer stehen ganz in ihrem Bann. David Allemann, Olivier Bernhard und Caspar Coppetti fühlen sich hier zu Hause, und für alle drei sind die Alpen noch immer die wichtigste Inspirationsquelle. Also kein Druck, Thilo ... 

 

   

Hi Thilo, was war dein wichtigstes Ziel bei der Gestaltung dieser Hütte? 

Ich hatte mehrere Ziele. Erstens wollte ich den Besuchern durch eine wunderschöne Übernachtungsmöglichkeit das ultimative Wander- oder Trailrunning-Erlebnis bieten. Zweitens wollte ich ihnen bewusst machen, was für ein aussergewöhnlicher Ort diese Wasserscheide von drei verschiedenen Flusssystemen tatsächlich ist. Und drittens wollte ich natürlich das Engadin, die spektakuläre Heimat von On, bestmöglich in Szene setzen. 

Bildlich gesprochen besteht ein Teil des «back to the source»-Gedankens darin, zu zeigen, wie wenige Dinge du eigentlich brauchst, um – hoffentlich – den Aufenthalt deines Lebens zu haben. Die Einschränkung als ultimativer Luxus. 

 

   

Kannst du uns etwas mehr über die wichtigsten Eigenschaften der Hütte verraten?

Die Treppe stellt die Verbindung zwischen der Natur und dem menschengemachten Bauwerk dar. Man läuft buchstäblich den Berg hinauf und in die Hütte hinein. Die Treppe ist gleichzeitig ... nun ja, eine Treppe, aber auch eine Aussichtsplattform und ein Ort, an dem man Platz nehmen, sich entspannen und etwas essen kann. 

Mein Lieblingsteil ist jedoch das Bett in dem kleinen Zwischengeschoss, von dem aus man das ganze Tal überblicken kann. Aussen ist die Hütte mit reflektierenden Fassaden-Elementen aus Metall verkleidet, sodass sie praktisch mit der Umgebung verschmilzt.

 

Welche Materialien hast du benutzt, und warum? 

Grösstenteils besteht die Hütte aus einer modularen Holzkonstruktion, die wir selbst entwickelt haben. Die Fensterrahmen und die Fassaden-Elemente bestehen aus Metall. Es ist ganz leicht, die Hütte zusammenzubauen und wieder zu zerlegen. Innen ist sie gemütlich, von aussen bietet sie Schutz. Das war es auch schon.

 

 

Wie hat sich deine Erfahrung als Designer von High-Tech-Schuhen auf das Design der Hütte ausgewirkt? 

Mein Team und ich sind im Herzen alle Designer. Design kennt keine Grenzen. Es ist eine Geisteshaltung, die sich auf viele Aspekte des Lebens auswirkt – ob materiell oder nicht. Zwar haben wir tagtäglich mit High-Tech-Schuhen zu tun, aber wir interessieren uns auch für viele andere Design-Bereiche und sind in diesen Sparten aktiv: von Schuhen bis hin zu Apparel, von Accessoires bis hin zu Raum-Design und, in diesem Fall, sogar Mikro-Architektur. 

Prozess und Vokabular des Designs sind universell und lassen sich auf viele Objekte und Situationen übertragen. Am besten funktioniert das als ganzheitlicher Ansatz.

Die Schuhe und die Hütte haben gemeinsam, dass es nichts Redundantes an ihnen gibt.

 

Was war dein persönliches Highlight bei diesem Projekt? 

Die Arbeit in einem Unternehmen und einem Design-Team, die beide unglaublich vielseitig sind.

 

  

Was hat dich bei diesem Projekt inspiriert?

Diese Inspiration war ganz persönlicher Art. Ich habe schon immer zwei grosse Leidenschaften: einerseits Zeit beim Sport in der Natur zu verbringen, beim Freeskiing, Mountainbiking und Trailrunning, und andererseits meine Liebe zur urbanen Umgebung und dem Design und den Produkten, die mit Street-Kultur in Verbindung stehen. 

Durch meine Arbeit als Designer kann ich diese ziemlich verschiedenen Interessengebiete auf sehr natürliche und authentische Weise verknüpfen. Für mich war das eine wichtige Inspirationsquelle. Ich denke, es hat mich sehr geprägt, in unmittelbarer Nähe zu den Alpen aufzuwachsen.

  

 

Wie unterscheidet sich On-Design von anderen Marken? Und wie spiegeln sich diese Besonderheiten in der On Mountain Hut wider?

Wir sind ein globales Unternehmen und wollen, dass die Menschen mit unseren Produkten Spass haben. Aber auch unser grossartiges Schweizer Design-Erbe ist für uns allgegenwärtig; oft gilt es ja als sehr rational und reduziert.

Zu einem gewissen Grad definieren uns unsere Ziele ebenso wie unsere Herkunft. Diese Dualität bewirkt bei unserer Design-Arbeit ein faszinierendes Gleichgewicht.

Schliesslich beginnt auch «Funktionalismus» mit «Fun», also Spass! Was wir bei unseren Schuhen und unserem Apparel umgesetzt haben, kommt auch in diesem Projekt zum Tragen: wir bieten auf sehr rationale Weise eine einzigartige Erfahrung, die Spass macht. 

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