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Essen wie ein Athlet – mit Josh Amberger

Hast du dich auch schon gefragt, was Top-Athleten essen? Wir bringen Licht ins Dunkel. Heute zeigt dir Josh Amberger, wie er schnell und einfach etwas Nährstoffreiches zubereitet, das erst noch lecker ist. Ausserdem verrät er uns, was bei ihm auf dem Menüplan steht. Pssst, auch Käse, Bier und Nachtisch dürfen bei ihm nicht fehlen.

 

Aufgrund der anhaltenden Pandemie können wir unsere Athletinnen und Athleten nicht – wie wir gerne würden – im Restaurant treffen. Deshalb haben wir dem australischen Triathleten Josh Amberger kurzerhand eine Go Pro-Kamera geschickt und ihn gebeten, uns ein Menü zu servieren. Seine Wahl? Bohnen auf Toast. 

 

Ein einfaches, nahrhaftes und leckeres Essen, wie er selbst sagt. Und Josh demonstriert auch gleich, dass die Zubereitung ziemlich simpel ist.

 

Scrolle nach unten, um das komplette Rezept zu finden oder lies weiter, um mehr über Joshs Essgewohnheiten zu erfahren. Und denk bloss nicht, nur weil Josh und seine Verlobte Ashleigh Gentle beide Spitzensportler sind, würden sie den ganzen Tag nur Proteine und Kohlenhydrate essen. Weit gefehlt!

   

Josh Amberger
Mit über zehn Ironman-Titeln in der Tasche kennt sich Josh mit den härtesten Rennen der Welt aus. Aber nicht nur das. Er weiss auch in der Küche, wie es läuft.
Mehr über Josh erfahren

 

Unser Ansatz ist ziemlich einfach. In erster Linie sorgen wir dafür, dass wir genug Energie bekommen. Das bedeutet, dass wir uns kohlenhydratreich ernähren, um nach dem Training die Glykogenspeicher schnell wieder aufzufüllen. Für den Aufbau und die Regeneration sind Proteine wichtig. Wir essen reichlich, aber auch nicht übermässig, um uns wieder aufzutanken. Was wir essen, ist nicht so wichtig. Aber wir achten ziemlich diszipliniert darauf, bestimmte Zeiten zum Essen einzuhalten.

 

Eine ausreichende Nahrungsaufnahme vor und nach dem Training ist essenziell. Abgesehen davon planen wir unsere Mahlzeiten im Allgemeinen nicht zu weit im Voraus. Manchmal stellen wir fest, dass wir nochmal einkaufen gehen müssen. Ein bisschen mehr Planung würde uns wohl nicht schaden, damit wir nicht ständig vor einem leeren Kühlschrank stehen würden.  

    

  

Du verbringst also nicht viel Zeit mit der Planung deiner Mahlzeiten?

Nein, ich befolge keine bestimmte Diät. In meinem Video sieht man wohl, dass ich zwar bestimmte Food-Groups berücksichtige und auch meine Favoriten habe, aber ich lasse mich nicht reglementieren. Ich schenke der Ernährung schon Aufmerksamkeit, aber lass mich dadurch nicht einschränken.

 

Beim Essen geht es für mich darum, mich beim Training gut zu fühlen und mich anschliessend bestmöglich zu erholen. Je besser die Regeneration, desto besser die Gesamtperformance. Essen kann und soll eine Quelle des Glücks sein.  

   

Wir versuchen das gute Leben zu leben.

      

 

Was isst du am liebsten? 

Zum Frühstück esse ich normalerweise hausgemachtes Müsli oder Pfannkuchen. Ich gebe einfach ein paar Haferflocken mit einer Banane in den Mixer und schon ist das fertig. Toast steht immer ganz oben auf der Speisekarte: Ich liebe Toast mit Butter, Erdnussbutter oder Marmelade. 

 

Über den ganzen Tag verteilt esse ich viel Obst. Rote Papaya ist momentan mein persönlicher Favorit. Aber ich mag auch Aprikosen, Nektarinen und im Winter Zitrusfrüchte. Ich liebe saisonales, frisches Obst. 

  

Ich mag ausgefallenen Käse, auch Blauschimmelkäse. Ich gehe gerne mit einem Freund ins Feinkostgeschäft und kaufe einige Dinge aus Frankreich. Wir sehen dann, was uns schmeckt. 

 

Für die Zubereitung des Abendessens nehmen wir uns gerne Zeit. Wir machen zum Beispiel Burritos mit Schweinefilet oder Rinderbrust. Eine grossartige Kombination: Du hast Gemüse, Fleisch und hochwertige Kohlenhydrate. Und es ist erst noch superlecker. Dazu gibt es eigentlich immer einen Salat. Vielleicht grüner Salat aus dem Garten oder einen gemischten Salat mit etwas Dressing. 

 

Gibt es etwas, das du nicht isst? 

Ehrlich gesagt esse ich fast alles. Mit Sellerie allerdings kannst du mich jagen.

     

 

Zählst du Kalorien? 

Nein, ich kann mich nicht erinnern, das schon mal gemacht zu haben. Ich denke, als Sportler – ganz gleich welchen Niveaus – wirst du ein Gefühl dafür entwickeln, ob du zu wenig oder zu viel isst. 

 

Auf längeren Radtouren oder Läufen musst du natürlich etwas Kalorienreiches mitnehmen. Gele oder Bananen funktionieren gut für mich. Man sollte immer für Nachschub im System sorgen. Sonst lernt man es auf die harte Tour und fängt entweder einen Hungerast oder eine Verletzung ein.

   

Es geht um eine gute Balance. Ich habe keine Lust, Kalorien zu zählen.

 

Hast du schon mal intermittierend gefastet?

Ich glaube nicht, dass sich Fasten in der Welt des Sports jemals durchsetzen wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das etwas bringt. Meiner Meinung nach reduziert es einfach die Kalorien. Es hindert dich also daran, das zu tun, was du tun willst. Für uns ist das nichts. Es widerspricht der Idee, genügend Energie verfügbar zu haben.

     

 

Nimmst du irgendwelche Nahrungsergänzungsmittel? 

Meine Verlobte und ich werden von Athletic Greens gesponsert. Das ist ein ganz feines grünes Pulver. Es besteht aus einer Reihe von Inhaltsstoffen und man nimmt es mit einem Getränk zu sich. Es schmeckt wirklich gut. Das nehmen wir als Nahrungsergänzung. Aber darüber hinaus nehmen wir nichts. Ausser Elektrolyten. Und wir trinken Kaffee. Das würde ich auch als Nahrungsergänzungsmittel dazuzählen.

 

Kochst du oft zuhause? 

Naja, einigermassen oft. Um Frühstück und Mittagessen muss ich mich normalerweise selbst kümmern. Dafür macht meine Verlobte dann meistens das Abendessen. Aber sie mag es nicht so, jeden Abend zu kochen. Also klinke ich mich ab und zu auch ein. Die Diskussion, dass sie sich mehr Hilfe wünscht beim Kochen, führen wir öfters. Wenn ich koche, ist die Stimmung normalerweise prima. Und es muss nichts Verrücktes sein. Wir sind nicht gerade Feinschmecker. Solange es gut nährt, spielt es keine grosse Rolle, wie es schmeckt.

     

 

Isst du Desserts? 

Ja. In Vorbereitungsphasen auf Rennen habe ich schon versucht, auf Desserts zu verzichten. Bei mir funktioniert das aber nicht wirklich. Obwohl ich es manchmal übertreibe und mich danach ein bisschen krank fühle. Denn eigentlich sind wir es gewohnt, gesund zu essen.

  

Wir sind Profisportler, aber am Ende entscheiden wir selbst. Wenn wir uns in Bezug auf unser soziales Leben und unsere Ernährung zu strikt eingrenzen würden, wäre das Leben nicht mehr sehr spassig. 

 

Gibt es auch „Cheat Days“? 

Ich weiss nicht, was das sein soll. Wahrscheinlich „schummle“ ich jeden Tag ein bisschen. Vor dem Abendessen verputzen wir manchmal ein paar Milk Bottle Lollies. Es gibt einen Haufen abgefahrener Lollies hier in Australien, die niemand kennt. Sehr lecker... 

     

 

Wie sieht es aus mit Alkohol? 

An den meisten Abenden trinke ich ein oder zwei Bier. Das ist gut für meine Ausgeglichenheit. Und ich mag den Geschmack. 

 

Wenn ich es nicht mögen würde, würde ich es lassen. Gleich nach dem Training trinke ich natürlich kein Bier. Ich time es so, dass es möglichst wenig Einfluss auf meinen Blutalkoholspiegel hat. Wenn ich keine Lust habe, muss es auch kein Bier sein. Aber kurz bevor es Nachtessen gibt, schaue ich meist im Kühlschrank nach, ob ich eines finde. 

 

Während dem Lockdown habe ich angefangen, mein eigenes Kombucha zu brauen. Ich denke, viele Leute haben etwas in der Art getan. Ich probiere wirklich gerne Dinge aus, von denen ich noch keine Ahnung habe. Ich bin ziemlich zuversichtlich, was die Qualität angeht. 

 

Wie war es, das Video aufzunehmen? 

Es hat Spass gemacht. Ich drücke mich gerne auf unterschiedliche Weisen aus und ein Kochvideo habe ich noch nie gemacht. Die Leute scheinen Interesse am Thema Ernährung zu haben. Die Reaktionen auf die entsprechenden Posts bei On beweisen das. Ein Austausch zum Thema mit anderen wäre sicher spannend. 

 

Ausserdem beweise ich gerne, wie einfach es ist, in kurzer Zeit etwas Leckeres zuzubereiten. Als ich das Video aufnahm war ich ein bisschen in Eile, weil ich einen Massagetermin hatte. Aber ich habe es noch rechtzeitig geschafft. Du brauchst also wirklich keine Ewigkeit, um etwas Gutes und Leckeres zu kochen. 

  

 

Joshs Rezept 

- 1 Dose Limabohnen 

- 1 Dose geschälte Tomaten 

- 1 Bund Shimeji-Pilze (so viele du möchtest)

- 2 Scheiben Toast (Josh hat Sauerteigtoast verwendet, aber du kannst frei wählen) 

- 1 Teelöffel Paprikapulver (oder mehr, wenn du es scharf magst)

- 1 Handvoll Basilikumblätter

- 1 Prise Salz  

- 1 Schuss Olivenöl

 

Zubereitung

1. Etwas Olivenöl in die Pfanne geben und langsam erhitzen (auf mittlere Stufe)

2. Die Bohnen in die Pfanne geben und 1–2 Minuten köcheln lassen 

3. Pilze hinzugeben und weitere 1–2 Minuten köcheln lassen. Anschliessend mit dem Paprikapulver würzen 

4. Eine halbe Dose geschälte Tomaten hinzugeben und gründlich zerkleinern 

5. Bei mittlerer Hitze noch weitere 2-3 Minuten köcheln lassen

6. Brot toasten und mit Butter bestreichen (Butter ist natürlich optional)

7. Alles auf den Toast geben und mit Basilikum und Salz nach Belieben abschmecken 

8. Guten Appetit!

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