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Steigere dein Tempo mit neuronuss

Luca Nussbaumer hat die Kraft des Gehirns über die körperliche Leistung erforscht. Jetzt entwickelt er Übungen, die dein Limit neu definieren und dich bisher unvorstellbare Bestzeiten erreichen lassen.

 

Luca Nussbaumer erforscht fortlaufend die Auswirkung der Vorgänge im Gehirn auf die körperliche Leistungfähigkeit. Jetzt entwickelt er Übungen, die dein Limit neu definieren und dich bisher unvorstellbare Bestzeiten erreichen lassen.

 

Luca wusste früh, dass das Steigern der körperlichen Leistungsfähigkeit zu seinen Leidenschaften gehört – gezeigt hatte ihm das seine jahrelange Erfahrung als Sportler und Trainer für Hockey und Fussball. Doch das volle Potential hinter seiner Leidenschaft, das erkannte er erst später. Nach dem Besuch eines dreitägigen Seminars über Möglichkeiten neurozentrierter Ansätze entschied er sich, Neurowissenschaften und Bewegungssteuerung zu studieren. Seit mehreren Jahren ist er mit seinem Team im neurozentrierten Athletikbereich unterwegs. Ziel ist es, durch Neuroathletiktraining die Art und Weise zu verändern, wie Athletinnen und Athleten ihre Leistung und Erholung weiter optimieren können.

 

Sarah Klotz, Spielerin beim FC Luzern, ist in der Welt des Hochleistungssports keine Unbekannte. Sie schloss sich dem neuronuss.team an, um sich über den unbekannteren Ansatz ein tieferes Verständnis der verschiedenen Körpersysteme zu erarbeiten. »Ich habe viele Dinge gehört. Aber an der Universität gab es diese grosse Blackbox, gefüllt mit allem, was hinter den Kulissen passiert. Zum Beispiel, dass die Inputsysteme super wichtig sind und alles beeinflussen, was wir tun.«

 

Luca Nussbaumer, neuronuss Founder

 

Also, was ist Neuroathletiktraining?

 

»Früher konzentrierte man sich vor allem auf den Faktor motorische Leistung; irgendwann wurde jedoch offensichtlich, dass es ein weiteres System gibt, das unsere Muskeln steuert.« Wo hast du's zuerst gehört? Hier: Es geht nicht nur um deinen Körper. Luca erklärt, dass sich neuroathletische Praktiken mit folgender Frage beschäftigen: Wie können wir beim Verfolgen leistungsorientierter Ziele kontrollieren, welche Verbindungen unser Gehirn herstellt?

 

Dein Gehirn kommuniziert unaufhörlich mit deinem Körper, und umgekehrt. Du triffst also keine aktiven Entscheidungen über deine Leistung. Könntest du aber. 

 

»Manchen Athleten und Athletinnen wurde gesagt, sie hätten den Höhepunkt ihrer Karriere erreicht. Und dann stellte sich heraus, dass sie noch nicht einmal bei 50 % waren. Wir müssen ihnen neu beibringen, ein Gelenk zu bewegen und Spannungen aufzubauen. Durch das bewusste Ansteuern der Gelenke spezifisches Training des visuellen Systems und des Gleichgewichts erkennen sie schnell weiteres Potential, welches sie einen weiteren Schritt vorwärtsbringen kann».

 

Das ausführliche Beschäftigen mit Körper und Gehirn hat bereits positive Ergebnisse gebracht. »Sobald die Leute verstehen, wie diese Elemente ineinandergreifen, identifizieren sie vergangene Situationen, in denen sie nicht alle Systeme einbezogen haben. Oft führte das zu eingeschränkter Leistung oder gar Verletzungen. Würden junge Sportler und Sportlerinnen diese Praktiken von Anfang an lernen, könnte präventiv gearbeitet und das volle Potenzial entfaltet werden.«

 

Da das Fachgebiet in der modernen Trainingspraxis noch jung und neuartig ist, wird es ständig weiterentwickelt und verbessert. »Wir sind wahrscheinlich noch nicht einmal bei 1 % von dem, was wir in 50 Jahren wissen werden. Sprich, wir sind in der Lernphase und müssen davon ausgehen, dass diese Methode viele Menschen noch viel weiter bringen kann. Mit allen Zusammenhängen, die wir noch entdecken werden.«

   

Sarah Klotz, neuronuss Coach and Athlete

 

Wie kann ich das nutzen?

 

Du wünschst dir aktuell vielleicht nicht gerade eine olympische Goldmedaille. Aber das sollte dich nicht davon abhalten, dich weiter zu fordern. Also, wo fängst du an? Luca schlägt vor, erstmal einfach über deinen Tag nachzudenken. Was hast du den ganzen Tag lang gemacht? Wie fühlst du dich?


 

»Ein Grossteil aller Läufer und Läuferinnen stehen einfach auf und laufen los. Es gibt keine Zwischenschritte, um zu erkennen, wie man sich eigentlich fühlt oder wie die Umgebung wahrgenommen wird. Oftmals wärmen sie sich nicht spezifisch auf. Du würdest aber kaum in ein Fitnessstudio gehen und dir sofort eine 200-kg-Langhantel schnappen – also, warum solltest du loslaufen, ohne dich vorher aufzuwärmen? Und zwar so, dass du hinsichtlich hohem Tempo und optimaler Performance optimal vorbereitet bist?«

 

Viele Läuferinnen und Läufer wissen nicht, wie es sich anfühlt, richtig gut aufgewärmt zu sein. Beim Aufwärmen sollte es darum gehen, Gelenke und Bewegungen sowie das vestibuläre System, die reflexive Stabilität und das visuelle System zu aktivieren. Sensorische Inputsysteme liefern unserem Gehirn wichtige Informationen, um zu bewerten, wie sicher eine Situation ist. Nur wenn sich dein Gehirn im Unterbewusstsein sicher fühlt, wird es dich schnell laufen, schnell bewegen und dein volles Potenzial ausschöpfen lassen. »Aufwärmübungen wie etwa Kniekreisen, zeigen deinem Gehirn den Bewegungsspielraum und dessen Grenzen. Werden diese Bewegungslandkarten vor einem Lauf aktiviert, können sie anschliessend richtig genutzt werden.

 

 

Zu Beginn eines Laufs fühlst du dich vielleicht gehemmt. Der Grund dafür liegt im Prinzip ‚Überleben vs. Vorhersage’. »Die Überlebensinstinkte sagen dir, dass es keinen Grund gibt, einen 100-Meter-Sprint zu machen, wenn dich nicht gerade ein Tier mit wirklich grossen Zähnen verfolgt.« Um Zugang zu dieser Energie zu bekommen, musst du also eine neue Denkweise entwickeln. Dein Gehirn soll schnelles Laufen nicht mit Gefahr gleichsetzen. 

 

Je besser wir unseren Körper kennen, desto leichter kann unser Gehirn erkennen, was möglich ist – das sind Vorhersagen.

 

Einfach gesagt wertet dein Gehirn alle Inputs aus und versucht herauszufinden, ob es deine Sicherheit vorhersagen kann.

 

Falls das klappt, läufst du weiter und kannst deine Geschwindigkeit erhöhen.

 

Falls das nicht klappt, fühlt sich dein Gehirn nicht sicher und wird irgendeinen Weg finden, dich einzuschränken. Es lässt dich ermüden und macht dich dadurch langsamer, oder es arbeitet über motorische Faktoren, die Warnfunktionen haben. Zum Beispiel einen unspezifischen Knie- oder Knöchelschmerz, welche dich dazu bewegen das Tempo zu drosseln oder gar zu stoppen. Fehlt also eine wichtige sensorische Information und wird die Situation dadurch als nicht sicher eingestuft, wird das Gehirn deine Leistung herunterfahren, um dich zu schützen. Das könnte also der entscheidende Punkt für deine neue Bestzeit sein: Ob du sicherstellen kannst, dass dein Gehirn aufgrund guter Informationen darauf vertraut, dass dein Körper bereit ist.

 

 

Probier's aus, find's raus

 

Nimm dir vor dem nächsten Lauf 5–10 Minuten Zeit und aktiviere mit den folgenden Übungen deine sensorischen Inputsysteme. Wir haben gemeinsam mit Luca und Sarah die »Increase Your Speed«-Serie entwickelt. In dieser zeigen wir dir die besten Methoden, um dich auf optimale Performance vorzubereiten. 

 

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Wiederholungen und Anweisungen

 

Tandem-Romberg-Test 20 Sekunden lang halten

Bounce-Übung 20 Sekunden Aktivität

VOR-No-No-Übung 5 Wiederholungen in jede Richtung. Bewege dich mit einer Geschwindigkeit, mit der du das Ziel jederzeit klar sehen kannst.

VOR-Yes-Yes-Übung 5 Wiederholungen in jede Richtung. Bewege dich mit einer Geschwindigkeit, mit der du das Ziel jederzeit klar sehen kannst.

 

 

Das visuelle System

 

Behalte das Ziel im Blick, schärfe deinen Fokus und erweitere dein peripheres Sichtfeld. 

 

 

Wiederholungen und Anweisungen

 

Nach vorne beugen Mache 4 Aufwärmwiederholungen, halte dann die untere Position für 5 Sekunden

Kuli-Übung Mache 5 Wiederholungen

Objekt verfolgen 4 Wiederholungen in jede Richtung

Schnelle vertikale Augenbewegungen Mache20 Wiederholungen

 

 

Propriozeption

 

Bewege dich mehr und besser, indem du deine Gelenke »weckst« und dein Bewusstsein und deinen Bewegungsumfang erweiterst.

 

 

Wiederholungen und Anweisungen

 

Wiederhole die Vestibulär-Übung 

Sensorisches Aufwärmen 30 Sekunden Aktivität 

Mobilitätsrotationen 5 Wiederholungen in jede Richtung

 

 

Koordination

 

Verbinde das Gelernte und verbessere deine Koordination mit diesen Praktiken.

 

 

Wiederholungen und Anweisungen

 

Laufmechanik Gehe durch alle drei Geschwindigkeiten mit je drei Wiederholungen (beide Beine)

Integration der Laufmechanik Wiederhole die vorherigen Übungen und integriere die Kopfpositionen 

Drop-Sets Mach 3 Wiederholungen von jeder Aktion

 

 

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