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An Ekiden-Rennen mit Haruka Yamaguchi

Eine der führenden Ekiden-Athletinnen gibt uns einen einmaligen Einblick in die japanischen Langstrecken-Staffelrennen.

 

Jeden Monat sind die Strassen Japans vom Klang des Ekiden erfüllt. Seit über 100 Jahren versammeln sich Sportler und Sportlerinnen zu diesen aussergewöhnlichen Langstrecken-Staffelläufen. Die Zuschauer jubeln. Die Teams geben alles. Und Rekorde werden gebrochen. 

 

Haruka Yamaguchi ist Marathonläuferin mit olympischer Klasse, paralympische Begleitläuferin und eine der führenden Athletinnen in der faszinierenden Welt der japanischen Ekiden-Wettkämpfe. Hier erklärt uns Haruka-san, warum dieses Wettkampfformat so symbolisch für die japanische Laufkultur ist. Und warum beim Ekiden Teamgeist über allem steht. 

 

 

Wie bist du zum Ekiden gekommen?

 

Seit ich 13 bin, laufe ich mindestens einmal im Jahr einen Ekiden. Normalerweise nehme ich im April am Yokohama Ekiden und im Dezember am Okutama Ekiden teil. Nach dem bekannten Hakone Ekiden hat Okutama die zweitälteste Ekiden-Tradition. 

 

Okutama ist ein reines Frauenrennen; in Yokohama sind die Teilnehmer gemischt. Ich war bislang etwa achtmal in Okutama dabei. 2020 bin ich für das Futtsu-Team gelaufen und habe einen neuen Rekord über die Schlussetappe aufgestellt. Bei diesem Wettkampf gibt es drei Etappen. Ich konnte einen Etappenrekord aufstellen, und wir haben das Rennen gewonnen. Das war ein toller Abschluss für das Jahr 2020.

 

 

Warum magst du Ekiden lieber als Marathons?

 

Ich schaue zum Strassenrand und reagiere auf das, was dort passiert. Marathons machen auch Spass, aber der Ekiden ist ein Team-Event. Das macht ihn immer besonders aufregend. Viele Läufer und Läuferinnen werden vor dem Wettkampf nervös. Ich sage eher: «Egal, was passiert, es ist okay. Überlass es mir.» 

 

Natürlich werde ich auch etwas nervös. Ich mache mir Sorgen darüber, wie es laufen wird. Aber ich mache aus dieser Anspannung etwas Positives. Egal, wie kurz das Rennen ist und wie klein das Event – beim Ekiden hat man immer Angst, dass die eigene Leistung negative Auswirkungen für die anderen Teammitglieder hat. Das zehrt an den Nerven, aber damit muss man klarkommen.

 

 

Was war die einprägendste Ekiden-Erfahrung?

 

Beim East Japan Women's Ekiden bin ich für das Team Kanagawa gelaufen. Ich hatte nie darüber nachgedacht, beim Ekiden eine ganze Präfektur zu vertreten. Ich wusste schon seit der Mittelschule, dass es diese Rennen gibt. Jemand in meinem Alter – jemand Schnelles – nahm daran teil. Aber ich hatte keine direkte Verbindung zu dem Event. Ich habe es mir nur im Fernsehen angeschaut.

 

Dann wollte mich das Team aus Kanagawa als erwachsene Läuferin haben. Und ich dachte: «Wow! Unglaublich!» Angesichts meines Alters war das eine grosse Überraschung. Es war schön, an einer Staffel teilzunehmen, von der ich mich ferngehalten hatte, weil ich glaubte, ich wäre nicht gut genug. 

 

Ich sollte als Schlussläuferin die letzten 10 km laufen, und ich war die Zweitschnellste in dieser Etappe. Das war ein gutes Ergebnis. Jetzt will ich noch besser werden, damit ich in Zukunft hoffentlich wieder zu Staffelläufen eingeladen werde.

 

 

Du bist nicht nur beim Ekiden, sondern auch als Begleitläuferin für blinde Sportlerinnen bei paralympischen Wettkämpfen aktiv. Wie hat sich das ergeben?

 

Der Trainer Kyohei Yasuda, der Vorsitzender in einem Marathon-Komitee ist, hatte mich um Hilfe gebeten. Ich habe ohne zu zögern zugesagt. Ich wollte das unbedingt machen.

 

Als Begleitläuferin versuche ich, mich ständig zu verbessern. Die Läuferinnen arbeiten sehr hart. Darum muss man selbst immer noch Reserven haben. Ich wäre keine gute Begleitläuferin, wenn ich atemlos neben ihnen her hecheln würde. Es ist wichtig, noch etwas in petto zu haben. Selbst wenn ich nicht in Bestform bin, muss ich sie begleiten können. Und natürlich motiviert mich das dazu, mehr zu trainieren.

 

Wenn die blinde Läuferin 10 km laufen muss, stelle ich mir vor, ich müsste 15 schaffen. Ich will mehr als die anderen laufen. Ich darf es nicht ruhiger angehen als die Läuferin, die ich begleite. Da ich bei den Wettkämpfen mein Bestes geben will, hat sich meine Distanz von ganz allein gesteigert, als ich Begleitläuferin wurde. 

 

 

Stimmt es, dass du einem Marathonläufer zugeteilt wurdest, der fast dieselbe Pace wie deine Bestzeit lief?

 

Ja, das stimmt. Davor hatte ich nur Frauen begleitet. Normalerweise liegt meine Marathonzeit 50 Minuten unter der Zeit der jeweiligen Sportlerin. So gibt es keine Probleme, wenn ich mal keinen so guten Tag habe. 

 

Aber im letzten Jahr habe ich einen männlichen Läufer begleitet, und zwischen unseren Zeiten lagen nicht einmal 10 Minuten. Der Unterschied zwischen unseren persönlichen Bestzeiten über 1 km betrug nur etwa 3 Sekunden. Ich war besorgt, dass ich nicht gut genug bin. Ich hatte Angst, dass er mich als Begleiterin nicht akzeptieren würde. Es war eine Herausforderung, diesen Läufer zu begleiten, aber ich hatte das Gefühl, dass ich es tun muss.

 

 

Was ist dein nächstes Laufziel?

 

Rekorde! Diesen Sport kann man leicht verstehen. Anhand von Rekorden erkennt man, wo man steht. Indem man neue Rekorde aufstellt, sieht man, wie man sich verbessert hat.

 

Ich wurde eingeladen, im Januar 2021 am Osaka International Women’s Marathon teilzunehmen – wegen meiner Bestzeit [2:26:35 bei demselben Event im Jahr 2020]. Ich kenne viele Läuferinnen, die nicht teilnehmen konnten, weil ihre Zeiten nicht für eine Qualifikation gereicht hatten.  

 

Nicht alle haben es ausgesprochen, aber die Botschaft beim Abschied war klar: «Bitte gib für mich alles.» Leider konnte ich auf diese Bitte nicht mit einem neuen Rekord antworten. Während des Laufs und auch danach dachte ich: «Vielleicht war es das für mich als Sportlerin. Vielleicht werde ich niemals schneller sein als 2:26.»

 

Nach dem Rennen versuchte ich zu schlafen. Aber ich konnte nicht. Ich war zu aufgewühlt. Ich wusste nicht, was ich tun soll. Bis dahin hatte ich es noch nie mit Krafttraining, Core-Training oder einer besonderen Ernährung versucht. Diese Dinge mag ich nicht. Aber ich wusste, das bedeutet auch, dass ich beim Training nicht so sehr leide wie andere Läufer und Läuferinnen. Athleten, die gesponsert werden, müssen mit vielen Vorgaben leben. Bei «Amateuren» wie mir geht es zwangloser zu. 

 

Ich habe Angst, dass ich meine Liebe zum Laufen verliere, also habe ich mich dazu entschieden, weiterzumachen wie bisher. Ich möchte anderen zeigen, dass man auch dann auf ein gutes Niveau kommen kann, wenn man einfach nur Spass am Laufen hat. 

 

 

Also macht dir das Laufen noch Spass?

 

Ja! Darum fühle ich mich On so verbunden, denn On will, dass Laufen Spass macht. Natürlich will ich Wettkämpfe gewinnen. Aber letzten Endes möchte ich vor allem Freude haben. Ein Gefühl, das durch das Laufen entsteht.

 

Gesponserte Läufer haben vielleicht auch Spass am Laufen, aber sie haben es in vielerlei Hinsicht schwerer. Das On-Team sagt immer, dass Laufen Spass macht und cool ist. Das ist toll. Genau aus diesem Grund mache ich andere auf unser Futtsu-Teamtraining am Sonntag aufmerksam. 

 

Es ist zwanglos. Aber je mehr Leute kommen und wiederkommen, desto mehr Freunde findet man. Dort kommen Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Jobs zusammen. Wenn man erwachsen ist, findet man nicht mehr so leicht neue Freunde. Je öfter man in Futtsu läuft, umso mehr Freundschaften schliesst man. Ich finde, durch das Laufen können nur gute Dinge entstehen.

 

 

Du bist 50 Marathons gelaufen. Machen sie dir noch Spass?

 

Ja – daran hat mich das Coronavirus erinnert. Es hat mir gezeigt, wie wichtig Freunde sind. Wegen der Pandemie konnten einige meiner Freunde nicht an Marathons teilnehmen, ich aber schon. Sie begleiten mich durch dick und dünn, gratulieren mir oder trösten mich. Ich hatte wirklich das Gefühl, als würden sie über mich wachen. 

 

Was würdest du einer Läuferin sagen, die mit dem Gedanken spielt, an Ekiden-Wettkämpfen teilzunehmen?

 

Glaube an deine Umgebung und an dich selbst. Es gibt Zeiten, in denen die anderen dir helfen, und es gibt Zeiten, in denen du ihnen hilfst. Beim Ekiden gibt es absolut einmalige Möglichkeiten, eine gute Leistung zu bringen. Auch wenn es mir nicht so gut geht, sage ich mir bei einem Ekiden: «Ich muss für das Team mein Bestes geben.» 

 

«Es wird auf jeden Fall Tage geben, an denen du nicht in Höchstform bist. Aber beim Ekiden unterstützen dich alle in deinem Umfeld. Laufe mit einer positiven Einstellung. Egal, was passiert – es ist schon in Ordnung.»

 

 

Du trägst seit Kurzem neue Schuhe. Wie gefällt dir der überarbeitete Cloudace?

 

Er ist leicht und langlebig. Ich mag es nicht, wenn Schuhe schnell kaputtgehen. Langlebigkeit ist wichtig, wenn man viel läuft. Und On-Schuhe sind immer unglaublich langlebig. Anders als bei anderen Schuhen fällt der äussere Teil nicht in sich zusammen. Ich laufe auf dem Trail und auf der Strasse, und der Cloudace scheint für beides geeignet zu sein. Das ist ein weiteres grosses Plus.

 

Was hältst du von On's Performance-Laufbekleidung?

 

Sie ist so angenehm zu tragen. Am Tag nach dem Fotoshooting hatte ich den Trail Breaker und die Running Shorts bei einem 40-km-Lauf an. Ich habe jede Menge Komplimente dafür bekommen, wie trendig sie aussehen. Davor bin ich in Leggings gelaufen, aber die Running Shorts waren sehr bequem. Sie fühlen sich angenehm glatt an. Auch die Tights Long sind schnell angezogen, bieten jede Menge Bewegungsfreiheit und trocknen schnell. Ich trage sie ständig. Alle Kleidungsstücke von On bieten eine fantastische Bewegungsfreiheit. Und das macht das Laufen einfacher. 

 

Der brandneue Cloudace
Maximaler Support, maximale Technologie. Keine Kompromisse. Wie ein leistungsstarkes Ekiden-Team wirken verschiedene speziell entwickelte Elemente zusammen, um deine Performance auf die nächste Stufe zu heben. Seriously Ace – ein echtes Ass.
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Der Trail Breaker
Wetterfeste Bereiche machen den Trail Breaker zu deinem perfekten Partner, wenn es nach Regen aussieht. Die wetterfeste Vorderseite schützt dich vor Wind und Wasser. Das atmungsaktive Material am Rücken lässt die Luft zirkulieren. Das Ergebnis: ausgewogener Komfort.
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Die Running Shorts
Diese ultraleichten Shorts bestehen aus zwei Lagen High-Tech-Stoff. Sie sind weich und feuchtigkeitsableitend und bieten sanften Support für einen Lauf ohne Ablenkungen.
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