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Q&A mit dem international anerkannten Fotografen Chris Burkard

Chris Burkard besucht regelmässig einige der schönsten, abgelegensten und am schwersten zu findenden Orte des Planeten. Wenn es darum geht, aussergewöhnliche Momente an aussergewöhnlichen Orten einzufangen, weiss er genau, was er tut. Darum war er der perfekte Besucher für unsere On Mountain Hut.

 

Als erfolgreicher Entdecker, Fotograf, Creative Director, Redner und Autor ist Chris Burkard das ganze Jahr über auf Reisen, um die entlegensten Winkel der Erde zu erkunden.

 

Er fängt Geschichten ein, die Menschen dazu bewegen, ihre Beziehung zur Natur zu überdenken, und unterstützt gleichzeitig die Erhaltung wilder Orte überall.

 

Für ihn bedeutet Fotografie die Möglichkeit, andere dazu zu inspirieren, auf Reisen zu gehen, Freude zu finden und sich auf die Suche nach ungewohnten, abenteuerlichen Erlebnissen zu machen.

 

Ein solches boten wir ihm diesen Sommer an, als wir ihn für einen unvergesslichen Aufenthalt zu uns in die On Mountain Hut einluden – dort wo der Ursprung von On liegt.

 

Übrigens: Auch du kannst dir einen einmaligen Aufenthalt in der On  Mountain Hut sichern, wenn sie nächstes Jahr in die Berge zurückkehrt. Klicke jetzt hier und schau dir unseren Instagram Post an, um herauszufinden wie du gewinnen kannst.

  

Vor seiner Reise setzten wir uns mit dem erfolgreichen amerikanischen Fotografen zusammen, um mit ihm ein Gespräch über seinen brennenden Entdeckerdrang und russische Gefängnisse zu führen und zu erfahren, was er sich vom Abenteuer in den Schweizer Alpen verspricht. 

 

 

Hast du schon immer einen so starken Drang verspürt, die Natur und die Welt zu entdecken?

 

Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen und als Kind nie gereist, also wollte ich unbedingt erfahren, was es «da draussen» alles gibt. Ich denke, je weniger man als Kind reist, desto mehr weiss man Reisen als Erwachsener zu schätzen. Als ich mit 21 meinen ersten Pass bekam, fühlte er sich wie ein magisches Geschenk an, mit dem ich endlich die Welt sehen konnte. Und ich habe mich nicht zurückgehalten.

  

Bis heute glaube ich, dass das meine wirkliche Bildung war, und ich habe so unglaublich viel dabei gelernt, abgelegene Orte zu sehen und zu dokumentieren.

 

 

Erinnerst du dich an die erste Reise, die dich von zu Hause weggeführt hat? Kannst du uns davon erzählen?

 

Meine allererste Reise war eine Dienstreise in den Nahen Osten. Natürlich habe ich mich komplett darauf eingelassen und war voll motiviert. Transworld Surf hatte mich dorthin geschickt, um das Surf-Potenzial der Region abzuschätzen. Diese Erfahrung war ein echtes Aha-Erlebnis für mich.

 

Ich erinnere mich immer noch an den Klang der Gebete aus den Lautsprechern der Moscheen im Oman. Ich habe erfahren, wie freundlich die Menschen dort sind. Es hat mich förmlich umgehauen, und ich hatte schliesslich das Gefühl, dass ich in Sachen Empathie noch einiges lernen konnte.

    

 

Du hast einige der spannendsten Orte der Welt besucht. Gibt es einen bestimmten Ort, der für dich etwas ganz Besonderes ist?

 

Die Zeit, die ich auf den Aleuten und den Kurilen verbracht habe, hat mir besonders die Augen geöffnet. Vor allem aufgrund der vulkanischen Aktivität ... das ist ein wirklich einmaliger Anblick. Man kann zusehen, wie direkt vor den eigenen Augen neues Land entsteht. Es gibt nicht viele Orte auf der Welt, an denen man so etwas beobachten kann.

 

Ich freue mich also immer darauf, zu diesen Orten zurückzukehren – bei jeder Gelegenheit. Ausserdem war ich bisher 37 Mal auf Island und versuche, jedes Jahr wenigstens einige Male dorthin zurückzukehren. Ich habe dort tolle Freunde gefunden, und es gibt einige Umweltschutz-Themen, an denen ich versuche, zu arbeiten, wenn ich dort bin.

 

Aber im Prinzip verliebe ich mich sofort in jeden Ort, an dem steile Berge auf das Meer treffen.

 

  

Vom Guten zum Schlechten: Was war das beängstigendste und/oder schlimmste Shooting, das du je erlebt hast?

 

Russland 2009. Dort wurde ich für 24 Stunden ins Gefängnis gesteckt und anschliessend nach Korea abgeschoben – alles wegen eines Problems mit meinem Visum. Das war das furchteinflössendste Erlebnis meines jungen Lebens.

 

Wir standen beim Zoll und einer nach dem anderen ging hindurch. Ich war der Letzte und es stellte sich heraus, dass das Datum auf meinem Pass falsch war, weil die Person, die ihn in der Botschaft gestempelt hatte, einen Fehler gemacht hatte. Also steckten sie mich 24 Stunden lang in eine Gefängniszelle mit – kein Scherz – einem einäugigen Aufseher, machten die Tür zu und gingen fort.

 

Ich wurde nach Korea abgeschoben und flog am nächsten Tag nach Russland zurück. Die nächsten fünfzehn Tage suchten wir nach Wellen, und in dieser Zeit konnten wir etwa zwei Stunden lang surfen. Ironischerweise hat mir diese Reise mehr Presse eingebracht als jede andere, die ich je gemacht habe.

          - Gespräch mit National Geographic

 

 

Was erhoffst du dir von deiner Reise zur On Mountain Hut?

 

Vor allem die Abgeschiedenheit. Ausserdem ist die Chance, etwas zu dokumentieren, das nicht ständig da ist, etwas ganz Besonderes.

Die Vorstellung, dass die Hütte in wenigen Monaten wieder fort ist, macht die Erfahrung noch vergänglicher – und die Bilder damit umso wertvoller.

   

 

Was bedeutet «Zurück zur Quelle» für dich?

 

Nun, ich denke, da gibt es viele mögliche Bedeutungen. Vor allem bedeutet es wohl die Rückkehr zu dem Ursprung, den wir alle haben. Dieser Ursprung ist natürlich die Natur, und durch alles, was uns näher zur Natur bringt, kommen wir unserem wahren, echten Selbst näher.

 

Wer in der Natur ist, erlebt sich selbst auf ganz neue Weise, und das kann greifbare Auswirkungen auf uns haben. Ich versuche, diese Erfahrung bei jeder Gelegenheit zu machen, die sich bietet.

 

   

Alle Fotos in diesem Artikel mit freundlicher Genehmigung von Chris Burkard. Entdecke mehr von seinen Arbeiten auf seiner Website und seinem Instagram-Account.