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Laurianne Melierre: Wie sie ihr Leben nach ihren Überzeugungen lebt

Laurianne Melierre lässt sich von niemandem sagen, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Sie hat ihrer ursprünglichen Karriere in der Biologie den Rücken gekehrt und arbeitet seither erfolgreich in den Medien. Dabei ist sie ein wahrer Tausendsassa.

 

Laurianne ist Journalistin, Kolumnistin, Unternehmerin, Fashionliebhaberin, Feinschmeckerin. Und noch vieles mehr. Egal was, sie hat es vermutlich schon ausprobiert.

 

Das liegt daran, dass sie in ihrem Leben selbst entscheidet, wo´s langgeht. Sie trifft ihre eigenen Entscheidungen und würde es nicht anders haben wollen. Obwohl sie zugibt, dass es nicht immer einfach ist, überwiegen klar die Vorteile und ist jede Hektik wert.

 

Sie hatte Gastauftritte bei Canal+ und in Podcasts, schreibt Artikel für die Presse, richtet Events aus und moderiert Talkshows. Mit Plume hat sie ausserdem ihre eigene Copywriting-Agentur gegründet und arbeitete für Marken wie Estée Lauder, Nike, American Vintage, Lacoste, Levi's, Claudie Pierlot und Sonos und gemeinsam mit Prominenten wie Serena Williams und David Beckham, um nur einige zu nennen. 

 

Im Rahmen der Präsentation des THE ROGER Center Court haben wir die erfolgreiche französische Journalistin zum Gespräch getroffen, um herauszufinden, wie sie tickt. 

   

 

Hi Laurianne, magst du uns was zu deinem beruflichen Background erzählen?

 

Ich habe keinen klassischen journalistischen Background. Eigentlich wollte ich Biologin werden. Meine Eltern waren sehr stolz darauf. Als dann traf ich die Entscheidung, in die Medienbranche zu wechseln. Meine Eltern waren davon nicht sehr begeistert. 

 

Ich ging dann auf die Medienschule und studierte vier Jahre lang Kommunikation. Ich habe auch viele Praktika in Kunstgalerien und bei Zeitschriften gemacht. Eines davon beim Glamour Magazine. Weil sie mich einstellten, blieb ich dort dann dreieinhalb Jahre währenddem ich noch studierte. In meinem letzten Studienjahr wurde es ganz schön anstrengend und ich habe buchstäblich aus dem Koffer gelebt. Aber es war toll.

 

In meinen Praktikas habe ich mir Wissen und Leidenschaft angeeignet. Ich nutzte jede Gelegenheit, die man mir bot. Ich habe nie Urlaub gemacht, ich wollte einfach nur arbeiten. 

 

Die französischen Medien sind überwiegend in den Händen von Weissen und Bürgerlichen und sozial kaum durchmischt. Zuerst habe ich versucht, mich da einzufügen. Aber je mehr Vertrauen ich in meine Arbeit, meine Fähigkeiten und mich selbst gewann, merkte ich, dass ich damit aufhören muss.

 

Ich erkannte, dass ich meine Qualitäten zeigen und nicht verbergen muss.

 

 

Journalistin, Kolumnistin, Unternehmerin, Foodie – du machst so viele Dinge. Weshalb? 

 

Das habe ich nicht wirklich so entschieden. Ich wusste nur, dass ich für die Presse arbeiten und schreiben wollte. Das ist meine Leidenschaft. Dann habe ich Leute vom Radio getroffen. Also habe ich versucht, Radio zu machen. Das habe ich geliebt! Dann habe ich Fernsehleute kennengelernt und das ebenfalls ausprobiert und auch sehr gemocht. Eines führte zum anderen.

 

Meine Neugier motiviert mich. Wenn ich etwas ausprobieren möchte, mach ich´s einfach. 

 

In Frankreich werden Leute, die verschiedene Dinge tun und arbeiten etwas schräg angesehen. Nicht, dass man sie nicht mag, aber viele verstehen einfach nicht, was man als Multitasker so macht. Normalerweise sage ich einfach, ich bin Journalistin. Aber ein Journalist schreibt Artikel und konzentriert sich auf bestimmte Themen. Vielleicht bin ich deshalb eher Medienunternehmerin. 

 

Ich habe nie versucht jemand anderes zu sein als mich selbst.

 

Was, wenn du nur eine Sache tun könntest? 

 

Ich würde fragen: Warum? Die Leute finden immer Presse, TV, Radio – all die unterschiedlichen Kanäle – seien sehr individuell. Aber meiner Meinung nach ähneln sie sich sehr. Mein Job ist es, auf die Gesellschaft zu blicken, darin Trends und Bewegungen zu erkennen und dies meinem Publikum zu vermitteln. Ob das jetzt Musik, Mode oder sonstwas ist.

 

Ich lese die Zeichen und übersetze sie in eine Sprache, die die Menschen verstehen. Dafür nutze ich verschiedene Medien. Der Job ist aber überall der gleiche. 

     

 

Wie sieht bei dir ein normaler Tag aus? 

 

Den gibt es nicht wirklich. Ich gehe morgens gerne ins Fitnessstudio. Dann treffe ich mich vielleicht mit einem Kunden, Journalisten oder einer Agentur. Danach gehe ich ins Büro und beantworte E-Mails, lese Artikel und erledige den üblichen Bürokram. Dann gehe ich zu Canal+ und mache meine Show. Dann zurück ins Büro und dann nach Hause. Die Wege erledige ich konsequent mit dem Fahrrad. 

 

Was liegt dir besonders am Herzen?

 

Ich unterstütze viele Anliegen, sehe mich aber nicht als Aktivistin. Für mich ist das jemand, der wirklich in diesem Bereich arbeitet. Aktivismus ist mehr als das Posten eines schwarzen Quadrats auf Social Media. Es ist toll, dass die Leute das tun und so ihren Support für eine Sache ausdrücken. Aber echte Aktivisten tun mehr. 

 

Ich bin natürlich gegen Rassismus. Ich bin die Tochter einer Einwanderin. Meine Mutter kommt aus einem sehr ländlichen Gebiet in Kamerun. Ich finde es toll zu sehen, wie sich etwas bewegt – bei Black Lives Matter oder in Sachen Feminismus. Es ist grossartig, dass sich immer mehr Menschen dafür einsetzen.

 

Es gibt viele Dinge, über die ich nachdenke und die mir wichtig sind, über die ich aber nicht spreche. Ich brauche Zeit, meine Gedanken zu ordnen. In einer Welt, in der immer alles ruckzuck gehen muss, ist das vielleicht irritierend. Aber ich will mir sicher sein, bevor ich etwas laut ausspreche.

 

 

Du hast vor kurzem mit Sport angefangen, oder? 

 

Ja, und es ist grossartig. In den französischen Schulen haben wir oft Unterricht bei Lehrern, die selbst keinen Sport treiben. Es geht nur um Leistung. Du musst 10 Mal um die Schule laufen und das in Rekordzeit. Egal, ob du müde, krank oder sonst was bist, es geht nur um das Ergebnis. Sich dabei gut zu fühlen, stand nie im Zentrum. Das hat mein Bild von Sport lange Zeit geprägt.

 

Jetzt habe ich einen Coach, mit dem ich unterschiedliche Sessions absolviere. Jede Einheit ist anders und ich weiss nie, was genau kommt. Ich mach das jetzt richtig gern und bin fast ein bisschen süchtig geworden danach. Ohne zwei- oder dreimal Sport pro Woche, geht bei mir gar nichts mehr. 

 

Sport hat die Wahrnehmung auf meinen Körper verändert. Jetzt habe ich das Gefühl, meinen Körper wirklich zu besitzen. Das fühlt sich gut an und ich fühle mich auch gut in ihm.

 

Was inspiriert dich?  

 

In meinem privaten und beruflichen Leben inspirieren mich Menschen, die für das einstehen, woran sie glauben. Ich arbeite in den Medien. Die Leute da werden gesehen und sind einflussreich, aber viele von ihnen wagen es nicht, sich klar zu positionieren, weil sie befürchten, dann einen Teil ihres Publikums zu verlieren.

 

Mich inspirieren Menschen wie Rokhaya Diallo (Journalistin, antirassistische und feministische Aktivistin), Christiane Taubira (eine prominente Politikerin, die sich für die gleichgeschlechtliche Ehe und eingetragene Partnerschaft einsetzte. Sie ist zudem Autorin und ich liebe ihre Schreibe, die wirklich eine Ode an die französische Sprache ist) und Assa Traoré (antirassistische Aktivistin und prominente Persönlichkeit im Kampf gegen Polizeibrutalität).

 

Aber ich bewundere auch Michelle Obama, Serena Williams (ich hatte das Glück, sie 2019 in Paris interviewen zu dürfen. Dieser Tag bleibt mir ewig in Erinnerung), Rihanna, Adèle Haenel (eine französische Schauspielerin, Feministin und Anführerin der #MeToo Bewegung in Frankreich) und Sophia Roe (Küchenchefin, Food Justice-Aktivistin, fachkundige Sprecherin zum Thema Trauma). 

 

Was mich inspiriert sind „freie“ Frauen. So nenn ich sie zumindest.

 

Sie alle sind unabhängig, autark und stehen für weit mehr ein als nur ihre Jobs oder das, was sie tun. Sie sind tiefgründig, sie handeln nach ihren Überzeugungen und es interessiert sie nicht, was man über sie denkt. Sie beurteilen und verurteilen nicht, sondern sehen das Menschliche. Für mich sind sie wahre Vorbilder.

    

 

Was ist deine Lebensphilosophie? 

 

Ich versuche einfach, bescheiden zu bleiben und die Reise, auf der ich mich befinde, zu geniessen. Wenn du dich und deine Arbeit exponierst, animiert das manche Menschen, dich und deine Leistung zu kommentieren und zu bewerten. Wir sollten die Leute aber nicht dafür abstrafen, dass sie versuchen, besser zu werden und ihre Arbeit gut zu machen.  

 

Die Welt muss empathischer werden. Nichts ist einfach und niemand kennt die ganze Geschichte. Ich möchte die Menschen glücklich machen, sie zum Nachdenken anregen und ihnen vielleicht etwas lernen. 

 

Wie entspannst du dich in deiner Freizeit?

 

Manchmal tue ich mich schwer, Zeit zum Entspannen zu finden. Ich liebe es, zu arbeiten. Ich bin gern im Büro und auf dem Set. Aber ich weiss auch, dass die Arbeit für mich eine Art Flucht ist, um anderen Dingen aus dem Weg zu gehen. Ich lerne gerade, mir Zeit zum Entspannen und für mich selbst zu nehmen, ohne mich dabei schuldig zu fühlen. 

 

Ich habe versuche stets die Balance zwischen Privatleben, Freizeit und Arbeit zu finden. Das ist wichtig für meine psychische Gesundheit und mein Privatleben. Jetzt finde ich die Zeit, mich mit meinen Freunden zu entspannen. Ich lackiere meine Nägel. Ich lasse mich massieren. Oder ich liege einfach auf meinem Sofa und schreibe oder lese. Ich möchte glücklich sein, mich sammeln und meine Gedanken einen Moment ruhen lassen.

 

Wir sind mehr als das, was wir erreichen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass meine Generation sich immer nur darüber ausdrückt, was sie grad tut.

 

 

Wie war die Arbeit mit Roger Federer? 

 

Puuuh...aufregend, stressig, verrückt! Es gibt so viele Journalisten, die für eine solche Gelegenheit töten würden. Es war eine sehr herausfordernde Sache. Alles war live. Ohne Frage ist Roger einer grossartiger Tennisspieler und einer der besten Athleten aller Zeiten. Die Erfahrung war die beste und beängstigendste zugleich – wie von einer Klippe zu springen. Ich bin On und Roger sehr dankbar, dass sie jungen Menschen wie mir die Möglichkeit geben, zu lernen und zu wachsen.

 

Roger ist so freundlich. Er sagte allen „Hallo“ und hat wie wir zum Lunch Würstchen vom Food-Truck gegessen. Er fragte sogar, ob es noch einen Platz für ihn an unserem Tisch gibt.

 

Als ich nervös war, sagte er mir immerzu, dass alles gut und grossartig werden würde. Er bemühte sich, dass ich mich wohl fühlte. Nicht viele Stars sind so. Er hat wirklich versucht, mir ein gutes Gefühl zu geben.

 

Du trägst aktuell den Cloudnova. Wie findest du ihn? 

 

Ja, den hab ich schon vor der THE ROGER Präsentation gehabt. Es waren meine ersten On-Schuhe. Ich wusste, dass On bekannt ist für Technologie und Komfort. Dann habe ich den Cloudnova im Laden gesehen und gedacht, den muss ich ausprobieren. Und ja: Er ist wirklich unglaublich bequem.

 

Die Sohle ist nicht ganz flach, so dass du immer etwas in Bewegung bleibst. Ich habe ihn wirklich den ganzen Sommer durch getragen. Ich bin nur mit einem Paar Sandalen und dem Cloudnova nach Griechenland gereist. Ich trage ihn im Büro, bei Besprechungen und überall sonst. Er passt einfach immer und ist so leicht und bequem.

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