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Von Urban zu Ultra: So trainierte das Run Pack Berlin auf einen Ultratrail

Run Pack Berlin ist eine der bekanntesten Running Crews Europas. Läufer mit verschiedenstem Hintergrund kommen zusammen, um ihre Leidenschaft für das Laufen auszuleben. Zusammen wird trainiert, einander motiviert und schlussendlich gefeiert. Auf der Suche nach einer neuen Challenge tat sich das Run Pack mit On zusammen. Das Ziel: Der Zugspitz Ultratrail.

Für das Run Pack, das auf den flachen Strassen Berlins trainiert, ist Trailrunning an sich schon eine Herausforderung. Doch es gilt der Grundsatz «ganz oder gar nicht». Darum hat die Gruppe die ultimative Offroad Challenge über eine ultralange Distanz ins Auge gefasst: den Zugspitz Ultratrail. Wir haben Henrik Niehus, Mitbegründer der Gruppe, über den Trainingsverlauf ausgefragt – und erfahren, wie der Übergang von Urban zu Ultra geklappt hat.

 

Henrik, der Zugspitz Ultratrail ist die ultimative Herausforderung. Härter geht es fast nicht. Warum hat sich das Run Pack dieses Rennen als erstes Trailrunning-Event ausgesucht?

Vor über fünf Jahren haben wir das Run Pack gegründet. Seitdem haben die meisten von uns fünf bis zehn Marathons absolviert. Eine neue Herausforderung musste her. Das Wichtigste dabei war, etwas zu finden, das wir gemeinsam in Angriff nehmen konnten, ohne ständig auf die Uhr zu schauen. Dazu wollten wir eine richtige Herausforderung. Etwas, woran man auch wirklich scheitern kann. Der 63 km lange Zugspitz Ultratrail mit einem Anstieg von 3000 m schien perfekt dafür. Kaum jemand von uns hat Erfahrung im Trailrunning. Nach unseren Trainings in urbanen Landschaften wirkte dieser Ultratrail wie eine andere Welt. Zusammen haben wir uns dann auf dieses neue Abenteuer vorbereitet.

 

Was war die grösste Herausforderung beim Wechsel zum Trailrunning?

Die erste Herausforderung war die Ausrüstung. Voller Enthusiasmus haben wir uns in die Frage gestützt, was wir alles brauchen würden. Es gab endlose WhatsApp-Chats voller Empfehlungen von selbsternannten Experten. Vom richtigen Rucksack über das Laufen mit Trailstöcken bis hin zu lauter anderen Dingen, die wir «garantiert brauchen würden», um in den Bergen zu überleben.

 

Die zweite Herausforderung war das Training an sich. In Berlin gibt es kaum hügelige oder bergige Strecken, darum sind wir sonntags regelmässig in die Sächsische Schweiz gefahren, einen Nationalpark in der Nähe von Dresden. Dort haben wir gelernt, wie es sich anfühlt, abseits der Strasse zu laufen. An anderen Wochenenden sind wir in den Wäldern um Berlin gelaufen, um uns mit unserem neuen Equipment vertraut zu machen, und das in Gelände, das zumindest ein bisschen an Trails erinnert. Das Laufen mit Trailstöcken haben wir nie so richtig gemeistert. Wir haben alle welche gekauft und das On-Team hat uns mehrmals gezeigt, wie man sie benutzt. Aber schliesslich sind die meisten von uns doch ohne Stöcke gelaufen, und wir haben es alle überlebt.

 

Was hat dir an deinem ersten Traillauf am besten gefallen?

Ich bin nicht in Berlin geboren, sondern auf dem Land aufgewachsen. Es hat mir wirklich gefehlt, mitten im Nirgendwo zu laufen – im Wald, an Seen entlang und so weiter. Für mich war es toll, einfach die Natur zu geniessen. Das hatte auch grossen Einfluss darauf, für welches Rennen wir uns entscheiden. Wir wollten nicht das schwierigste nehmen, sondern eine schöne Strecke laufen. Gerade in dieser Hinsicht war der Zugspitz Ultratrail schlicht spektakulär.

 

 

Wie hat euch das On-Team unterstützt?

Wir haben das Team frühzeitig in unsere Planung mit einbezogen. So wussten sie immer, wie wir trainieren und was uns Schwierigkeiten bereitet. In der Trainingsphase haben sie uns in ein Trail-Camp in Bayern eingeladen. Dort war ein richtiges Expertenteam dabei. In dem Moment hat es für uns alle klick gemacht. Die Trails dort waren wunderschön. Das Team hat uns so viel beigebracht, so viele kleine Tricks verraten. Ich habe endlich gelernt, wie man den Rucksack richtig packt. Was man wirklich mitnehmen muss. Wie man effizienter laufen kann. Vielen von uns hat das Wochenende auch die Angst genommen. Von da an haben wir uns einfach alle auf den Wettkampf gefreut.

The Cloudventure Peak
Der leichte Trailrunning-Schuh für den Wettkampf sorgt für explosive Vorwärtsbewegung beim Aufstieg.
Hier lang zum Schuh

Ich habe schon On Schuhe getragen, aber die Trail-Kollektion kannte ich vorher gar nicht. Ich hatte mir Sorgen gemacht, dass die Schuhe superschwer sein würden. In schweren Schuhen mehr als 60 km zu laufen, wäre mein Ende gewesen. Aber diese Schuhe waren genauso leicht wie meine normalen Trainingsschuhe für die Strasse. Am meisten hat mich beeindruckt, wie viel Halt sie bieten. Ich musste lernen, mich auf sie zu verlassen. Aber sobald ich das geschafft hatte, konnte ich sogar auf rutschigen Trails superschnell bergab laufen.

 

Erzähl uns mehr darüber, wie du das Rennen erlebt hast. Wie ist es gelaufen?

Je näher der Wettkampf rückte, desto mehr wurde uns klar: diese Idee war absolut verrückt. Tatsächlich habe ich versucht, nicht so viel darüber nachzudenken. Ich glaube, es hat geholfen, dass alle zehn von uns schon frühzeitig im Training entschieden hatten, den ganzen Wettkampf zusammen zu laufen. Ganz egal, wie lange es dauern würde. In unserer Gruppe gab es ein paar Leute, die eine oder zwei Stunden eher ins Ziel hätten kommen können. Aber uns allen hat es viel Spass gemacht, als Teil einer so grossen Gruppe zu laufen. Während des Rennens kam für uns alle irgendwann der Punkt, an dem wir wirklich kämpfen mussten. Aber wir haben es geschafft. Und zwar als Team.

 

Wie hat sich angefühlt, ins Ziel zu laufen?

Die Ankunft an der Ziellinie war sehr emotional. Die letzten 5 km durch das Dorf waren eine einzige grosse Party. Überall am Strassenrand standen Leute, die uns angefeuert haben. Ich kann ehrlich sagen, dass der Zugspitz Ultratrail das grösste Laufabenteuer meines Lebens war. Und die grösste Teamleistung für uns als Run Pack. Wenn ich darüber rede, bekomme ich immer noch Gänsehaut. Normalerweise feiern wir nach einem Marathon immer eine grosse Party. Aber nach diesem Rennen waren wir alle einfach nur richtig müde und zufrieden. Wir haben ein paar Bier getrunken und sind direkt ins Bett gefallen.

 

Was war die wichtigste Lektion, die du auf deinem ersten Ultratrail-Lauf gelernt hast?

Es beeindruckt mich immer wieder, was man erreichen kann, wenn man von grossartigen Leuten umgeben ist. Ohne das Run Pack wäre ich wahrscheinlich nie einen Marathon gelaufen. Jetzt habe ich schon zehn absolviert und dazu einen Ultratrail-Marathon geschafft. Wir werden sehen, was als Nächstes kommt.

 

Erfahre mehr über das Run Pack Berlin auf www.runpack.berlin und folge der Gruppe auf Instagram.