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Cloud Hi Edge x Thomas Traum

Der Künstler Thomas Traum und sein Team nutzen modernste Bildtechniken, um visuelle Welten zu schaffen. Wir baten ihn, für uns die Welt des Cloud Hi Edge zu durchleuchten. Das Ergebnis: Verschiedene Realitäten, die aufeinander prallen.

 

Ursprünglich aus Deutschland, fühlt sich Thomas Traum inzwischen in London zu Hause. Ihm gefällt, dass Englands Hauptstadt ein wahrer Schmelztiegel verschiedener Welten ist. Was in Anbetracht der Arbeit, die er mit seinem Team leistet, durchaus Sinn ergibt. Traum Inc. arbeitet von einem Büro aus, welches sich in einer alten Druckerei im abgelegenen Stadtteil Dalston befindet. In Zusammenarbeit mit Marken, Galerien und Medien entsteht dort Kunst, die den Betrachter in neue Welten entführt – unabhängig von den Kräften der Realität und angetrieben von der neusten CGI-Technologie. 

Zum Launch des Cloud Hi Edge haben wir Thomas und sein Team gebeten, sich Gedanken zum Spirit des Schuhs zu machen. Dazu haben wir uns mit ihm in seinem Studio getroffen und sind tief in die neuen Dimensionen eingetaucht und haben ihn gefragt, wie er mit seinem Handwerk immer wieder neue Grenzen auslotet. 

 

Q&A

 

On: „Traum“ bedeutet „Dream" und du bist bekannt dafür, alternative Realitäten zu schaffen. Das kann kein Zufall sein, oder?

Thomas Traum: Nein, so ist es nicht. Ich war Teil dieser ersten Phase des Internets, in der die Leute anfingen, Arbeiten online zu stellen. Und ich brauchte einfach einen coolen Namen. Ich mochte den Namen, weil ich mich zu dem Zeitpunkt bereits für Computergrafik interessierte und traumähnliche Welten erschuf, die es nicht wirklich gibt. Das hatte alles einen Bezug zu Virtual Reality. Ich begann unter diesem Namen zu produzieren und allmählich wurden meine Arbeiten populärer. Der Name blieb einfach. Nun, da ich Teil einer grösseren Organisation bin und mit einem Team zusammenarbeite, dachte ich, dass ich einen Vorname besser loswerde und stattdessen den Namen Traum behalte. Es passte einfach irgendwie.

 

Wie würdest du die Arbeit beschreiben, die du hier bei Traum Inc. leistest?

Wir sind Bildermacher – ob Bewegt- oder Standbild. Es entwickelt sich ständig weiter. Wir haben einen Designer-Hintergrund, aber wir machen computerbasierte CGI-Arbeiten. Wir arbeiten damit wie Modefotografen mit ihrer Kamera.  wenn ein Modefotograf seine Kamera benutzt. Wir machen Bilder im Sinne von Einrahmungen. Und wir kreieren Sets.  

Wir überlegen uns, aus welcher Welt ein Subjekt oder Thema kommt und "shooten" es dann. Wir sind kein Dienstleistungsunternehmen, sondern kreieren unsere eigenen Inhalte. Aber wir arbeiten mit Marken wie On zusammen, um spannende Arbeiten zu realisieren. 

 

Das Projekt mit On dreht sich um den neuen Cloud Hi Edge. Was war dein erster Eindruck dieses Schuhs?

Ich fand ihn super cool. Ich habe immer darauf gewartet, dass On einen Sneaker macht. Es ist cool, ihn endlich zu sehen und einer der ersten zu sein, die damit arbeiten. 

 

In Sachen Ästhetik ist das für On ein grosser Sprung. Ich bin wirklich gespannt zu sehen, was da passieren wird. Ich denke, der Schuh ist die perfekte Mischung. Einerseits sind da die bewährten On-Technologien – etwa CloudTec® und das Speedboard™. Auch das technische Mesh ist ein klassisches On-Element. Aber dann sind da zusätzlich völlig neue Elemente – insbesondere beim Obermaterial.

 

 

Wie hat sich deine Sichtweise auf den Schuh entwickelt?

On ist eng mit seinem Schweizer Erbe verbunden und gleichzeitig unglaublich innovativ. Also haben wir uns Gedanken gemacht, wie sich diese beiden Dinge kombinieren lassen.

 

Wir begannen mittels CG viele Landschaftsaufnahmen zu machen und ich fand die Gegenüberstellung mit dem Schuh wirklich interessant. Wir haben uns gefragt, wie wir diese beiden Dinge auf fast brutale Weise verbinden können.

 

Also experimentierten wir mit aufeinanderprallenden Landschaften, die auf der Schuhoberfläche kollidieren – fast wie tektonische Platten. Dort hat der Spirit dieses Schuhs seinen Ursprung. Ziemlich gewagt und etwas anderes. 

 

 

 

Du hast für den Cloud Hi Edge vier kurze, thematisch verwandte, aber unabhängige Clips realisiert. Warum dieses Format? 

Ich dachte, es wäre cool, wenn wir den Vibe eines Trailers einfangen könnten. Schliesslich handelt es sich um eine Enthüllung. Ich spürte, dass es da ein gewisses Mass an Intensität brauchte.

 

Ich hatte von On einige Informationen zur Konzeptionsphase des Schuhs erhalten. Clips und Bilder, die im On Lab produziert wurden. Alles sah sehr nach Forschung aus und ich fand das interessant. Wenn man kreativ arbeitet, denkt man auch in Etappen. Ein Entwicklungsschritt folgt dem nächsten. Also haben wir diesen Prozess visualisiert. Man sieht den Schuh sicher 20 Mal, aber immer auf eine andere Weise.

 

Als Künstler ist es einfach fantastisch, die völlige Gestaltungsfreiheit zu haben. Mit On konnten wir mit unseren Ideen wirklich vorpreschen. Die kurzen, visuell ansprechenden Clips kommen beinahe wie ein Work-in-Progress-Produkt daher. Sie fühlen sich ziemlich roh an. Normalerweise kann man das bei einer Brand-Kooperation nicht tun.

 

 

Seinen ersten Auftritt wird der Cloud Hi Edge auf der AtmosCon in Tokio haben. Das Konzept von On bei diesem Event ist „der Sturm vor der Ruhe“. Deine Arbeit ist auch auf dieses Thema ausgerichtet...

Ich dachte, das wäre wirklich cool. Die Inszenierung einer Welt, die sehr beschäftigt und aktiv ist und sich dann in einen Moment der ruhigen Glückseligkeit wandelt. Dafür stehen auch die Landschaftsaufnahmen: Es ist nicht leicht, einen Berg zu erklimmen. Aber wenn man oben ist, kommt das grosse "Wow“. Deshalb sind die Bilder am Anfang gross und dramatisch. Die Sonne geht auf, die Kamera bewegt sich und dann kommt man in eine ruhigere Welt.

 

Da wird auch eine Verbindung hergestellt zur Funktion des Schuhs, der für Reisen und Entdeckungstouren gemacht ist. Geschah das bewusst? 

Sich selbst Raum zu geben, gehört für mich zur Arbeit und zum Leben dazu. Und klar besteht da ein direkter Zusammenhang zu On. Schliesslich dreht sich bei euch alles um Aktivitäten im Freien. Ausserdem bin ich besessen von Landschaften. In kreativer Hinsicht finde ich es sehr spannend, wie Landschaften in der Kunstwelt über die Jahre hinweg dargestellt wurden.

 

Da gibt es Werke, die vor Hunderten von Jahren von romantischen Landschaftsmalern gezeichnet wurden und heute liefern Drohnen eine moderne Interpretation desselben.  

 

Eine Sache, die mir an diesem Projekt besonders gefiel, war, dass wir Dinge überlagern und verschmelzen konnten. Es gibt zwei Dinge, die zusammenspielen – so sehe ich auch die Welt, wenn ich tief durchatme. Ausserdem setzten wir wirklich neue Technologien ein, die Landschaftsaufnahmen von Drohnen rekonstruieren. Man bekommt ein wirklich interessantes Gefühl für die Materialität der Oberflächen, wenn man sie mit dem Computer darstellt. Es ist ein uraltes Thema mit zeitloser Schönheit. 

 

 

Der Slogan des Schuhs lautet „Taken to the Edge“. Was bedeutet das für dich?

Wenn man über persönliche Erfahrungen nachdenkt, weiss man nie wirklich wo die Grenzen sind. Es gibt viele Leute, die davon reden, an ihre Grenzen zu gehen, doch nur die wenigsten tun es auch tatsächlich. Da besteht natürlich auch eine interessante Verbindung zu On, denn Hardcore-Running heisst wirklich, rauszugehen und dieses Limit zu finden.

 

Das bedeutet für mich "the Edge". Wenn ich im Hier und Jetzt meine Welt reflektiere, wird mir ein falsches Bild vermittelt. Denn ich kann darüber hinausgehen, wachsen und meine Realität komplett verändern. Was ich in den letzten Jahren gelernt habe, ist, dass deine Vorstellung davon, was du erreichen kannst stark vom Moment abhängig ist, in welchem du dich gerade befindest. Und dass du das ändern kannst und nächstes Jahr ganz jemand anderes sein kannst.  

 

Gibt es eine Ähnlichkeit zwischen der Wahrnehmung von Grenzen für Sportler und Künstler? 

Es ist sehr ähnlich. Ich benutze viele Sport-Metaphern. Es gibt dieses Klischee, über das Limit hinauszugehen. Aber manchmal geht es nur ums Limit selbst. Man muss zuerst durch den Schmerz gehen, um das zu erreichen, was man nie für möglich gehalten hat. Es geht nicht um den kurzen, stechenden Schmerz, sondern um den Schmerz der Ausdauer. Und all das ist Kopfsache – auch bei der kreativen Arbeit.

 

Jedes Projekt hat eine Schmerzgrenze. Zuerst ist man aufgeregt und dann kommt die Arbeit und es wird hart. Das erste Ergebnis gefällt einem nicht. Doch dann macht man weiter, findet etwas Neues und irgendwann passt alles zusammen. Man muss nur immer dranbleiben. 

 

Brauchst du wie ein Sportler nicht nur den Stimulus der Bewegung, sondern auch die Erholungszeit, um kreativ zu sein?

Lustig, darüber denke ich viel nach. Zum Beispiel haben wir im August das Studio geschlossen, um nur an unseren eigenen Ideen zu arbeiten.

 

Das hat Spass gemacht und ich habe gemerkt, dass man diese Art von Pause braucht, weil sie einen besser macht. Klar, es ist schwer interessante Projekte abzulehnen, um sich eine Auszeit zu nehmen. Aber schlussendlich tut man nicht nur sich, sondern auch anderen einen Gefallen, weil man danach umso besser arbeitet. Man hat Zeit, nach neuen Dingen Ausschau zu halten, kann sich wieder aufladen und neue Inspiration finden. 

 

Aber es gibt auch eine Kehrseite. Wenn man intensiv und auf vielen Projekten arbeitet, fliessen die Ideen nur so. Wie beim Sport ist es wichtig, die Pace hoch zu halten. Aber es braucht auch immer die ruhigeren Zeiten dazwischen, um dann wieder voll angreifen zu können. 

Bist du selbst auch Läufer?

Ich bin früher öfter gelaufen, aber ich laufe immer noch. Ich gehe laufen, wenn ich Ideen brauche. Dann ist das Laufen ein Garant dafür. Das Gleiche gilt für das Gehen, aber für mich funktioniert das Laufen noch besser. Wenn ich nicht weiss, was ich tun soll, laufe ich eine Stunde und dann weiss ich es.

 

 

Was hältst du von der verschwommenen Schnittstelle zwischen Sport und Mode?

High Fashion stirbt bald aus und fast jeder macht sportlich inspiriertes Marketing. Das ist der grosse Trend der letzten Jahre.

 

Manchmal mangelt es aber an Glaubwürdigkeit [bei Modemarken, die in den Sportmarkt eintreten]. Für On ist das gut, denn im Bezug auf das Laufen ist die Glaubwürdigkeit natürlich immens. Man weiss, dass der Schuh aus dem Running kommt – kein Fake, sondern Echtheit. Ich finde diese Überschneidung wirklich cool – in visueller Hinsicht inspiriert die Funktion die Form.

 

Viele Produkte haben einen guten Look, weil sie funktional sind und die Technologie dahiner reizvoll ist. Ein Rennwagen zum Beispiel schaut gut aus, weil er so pur ist, aus Hightech-Material gefertigt ist und von der Geschwindigkeit inspiriert ist. Bei On ist es das Gleiche: Die Funktion definiert die Form – und das gefällt mir.

 

Du hast an der ECAL, einer Schweizer Kunst- und Designschule, studiert. Wenn du an einem Projekt für eine Schweizer Marke arbeitest, spielt dann dieser Schweizer Einfluss eine Rolle?

Ja, ich glaube schon. Aber auf einer rein unterbewussten Ebene. Beim Schweizer Ansatz geht es darum, etwas visuell Attraktives und Interessantes zu schaffen, aber auch um das Handwerk und den Prozess. Ich sehe das auch bei On – und man braucht beides. 

 

Die Schweizer Design-Philosophie ist prozessorientiert. In der kreativen Welt sagen die Leute oft: „Ich bin ein Künstler, ich kenne keinen Prozess“. Aber ich denke, dass es einen Prozess braucht, um kreativ zu sein. Er reduziert die Zeit, die man damit verbringt, Dinge zu tun, die nicht wichtig sind. In diesem Sinne ist es die bekannte Schweizer Effizienz. 

 

Die Schweizer haben viel Liebe zum Detail und sind gleichzeitig offen für die Welt. Ich denke, das ist es, was pure „Swissness“ bedeutet. Clever sein, Dinge herausfinden, aber auch offen sein für Einflüsse von aussen.

 

Welche Art von Reaktionen erwartest du von den Leuten auf deine Interpretation des Cloud Hi Edge?

Das ist immer schwer zu sagen. Ich hoffe nur, dass die Leute das Video sehen und sich darüber freuen und es cool finden. Ich persönlich mag Schuhe und Sneaker wirklich sehr. Aber ich bin diesen gewöhnlichen Ansatz bei Sneakers, bei dem alle Leute einfach versuchen, cool auszusehen, leid. Ich glaube, wir haben es geschafft, darüber hinauszugehen. Ich hoffe, dass die Leute wirklich das Gefühl bekommen, dass wir hier etwas Originelles geschaffen haben. 

 

Der Cloud Hi Edge
Zurück in neuen Farben für noch mehr Style und Leistung: Der Cloud Hi Edge lotet die Grenzen zwischen Material und Design neu aus.
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