Zurück zur Übersicht

Warum ich laufe: Ultra-Läufer Germain Grangier

On Trail-Athlet Germain Grangier liebt es, seine Grenzen beim Ultramarathon auszuloten. Unsere Kollegen von Mr. Porter haben ihn anfangs Februar in den französischen Alpen besucht, um eine wichtige Frage zu klären: Warum läuft er?

 

Es ist gar nicht so leicht, den Ultra-Trailrunner und On-Athlet Germain Grangier zu finden. Er lebt versteckt in der Region Mercantour – irgendwo im Nirgendwo in den französischen Alpen. Davon liess sich das Team von Mr. Porter jedoch nicht abschrecken. Sie wollten Germain unbedingt dort besuchen, wo sein gewohntes Umfeld ist. Dafür wurde es mit eindrücklichen und aufschlussreichen Einblicken in den Geist eines Ultramarathon-Läufers belohnt. 

 

 

2019 belegte Germain Platz 9 beim Ultra-Trail du Mont-Blanc – dem prestigeträchtigsten Trail-Rennen der Welt. Es war sein erster Wettkampf auf der legendären 171-km-Strecke, auf der es schwindelerregende 10.000 Höhenmeter zu überwinden gilt. Im Film von Mr. Porter (oben) erfahren wir, was Germain dazu angetrieben hat, diese unvorstellbaren Distanzen zu laufen und warum er damit kaum je wieder aufhören wird.  

 

Wir haben ihn nach den Filmaufnahmen getroffen, um zu hören, wie es ihm ergangen ist. Schliesslich findet nur selten eine Filmcrew den Weg nach Mercantour und Germain lebt ein ziemlich zurückgezogenes Leben.

 

Germain, der Film von Mr. Porter geht der Frage nach, weshalb du läufst. Hast du darüber schon viel nachgedacht? 

Ja, das habe ich tatsächlich. Laufen ist für mich eigentlich ein Lifestyle, denn so kann ich irgendwo im Gebirge leben, weit weg von der Stadt. Ich habe das Gefühl, dass ich so mehr Zeit für alles habe. Und Zeit ist für mich ein sehr wertvolles Gut.


 

Heutzutage ist Zeit sogar das Wertvollste überhaupt. Sie erlaubt es mir, mich weiterzuentwickeln und neue Dinge zu lernen. Laufen ist der einfachste Weg, sich in den Bergen zu bewegen und es gibt mir Zeit. Darum laufe ich: Weil es mir die Zeit gibt und ein Leben in den Bergen ermöglicht und andererseits, weil ich mich dadurch weiterentwickeln kann.


 

Im Film nennst du das Laufen als eines von mehreren Werkzeugen, die du benutzt, um dich zu verbessern. Welche gibt es denn noch? 

Ich mache viel Musik. Das beruhigt und entspannt mich. Ausserdem fahre ich viel Ski und mache Yoga. 

 

Mit Meditation und Yoga habe ich vor drei oder vier Jahren angefangen. Ich finde, das hilft mir, mich besser auf das Training zu konzentrieren und eine Verbindung zwischen meinem Kopf und meinem Körper herzustellen. Oft mache ich morgens Yoga – meistens direkt nach dem Aufstehen. Ich versuche, dies drei- oder viermal pro Woche zu machen. Wenn ich viel Zeit habe, dann tue ich es sogar jeden Tag.

 

Wie war es für dich, eine Filmcrew bei dir zuhause und in „deinen“ Bergen zu empfangen? – Konnten sie mit dir mithalten?

Ha! Sie haben alles gut vorbereitet. Daher war das kein Problem. Ich glaube, es war schwieriger für mich, mit ihnen mitzuhalten. Es war ziemlich lustig, zu erleben, wie so viele Leute auf so engem Raum ein Video drehen – ein witziger Gegensatz.


 

In meiner Gegend bin ich als Trailrunner bekannt – als der Verrückte, der immer läuft, immer auf Skiern unterwegs ist, auch nachts läuft und überhaupt nie aufhört zu laufen. Während des Drehs sind wir einigen Leuten begegnet, die ziemlich überrascht waren und sich dafür interessiert haben, weshalb mich plötzlich ein Van und eine ganze Crew verfolgt. Es war ungewöhnlich für mich und deshalb auch lustig.

 

 

Weshalb ist das Laufen im Gebirge im Vergleich so besonders?

Die Gegend, in der ich lebe, ist sehr abgelegen – obwohl sie nicht weit vom Flughafen Nizza entfernt ist. Es sind nur etwa 90 Minuten. Das ist ziemlich cool. Ich habe hier nicht viel Kontakt mit anderen Menschen. Das hilft mir, mich wirklich auf mein Training und auf meinen Körper zu konzentrieren und mich nicht ablenken zu lassen. Deshalb kann ich hier so gut trainieren und die besten Workouts machen Training. Ich kann mich voll und ganz dem widmen. Ich finde es wunderbar, jeden Tag an dem Ort trainieren können, den ich liebe. 
 

Es ist einfach so pur und einfach. Ich bin im Einklang mit der Natur und mit der Energie, die mich umgibt. Ausserdem gefällt mir, dass es in den Bergen jede Menge Tiere gibt, weil hier fast niemand sonst ist. Ich beobachte sehr gerne die Tiere und wie sie sich im Gebirge fortbewegen. Ich lasse mich gerne von ihnen inspirieren.


 

Apropos Tiere: Dein Hund Ranco hat einen Gastauftritt in dem Film. Hast du ihn oft auf deinen Entdeckungstouren in den Bergen dabei? 

Meistens lebt Ranco bei meinen Eltern an der Küste. Er ist ein Riviera-Hund. Aber er ist auch gerne im Gebirge. Inzwischen ist er fast acht Jahre alt. Er wird immer älter, deshalb will ich ihn nicht zu langen Läufen mitnehmen, bei denen er sich verletzen könnte. Er ist gern bei kürzeren Läufen dabei, aber vor allem liebt er das Knuddeln nach dem Lauf. 


 

Der Waterproof Anorak
Germain: «Die gelbe Farbe gefällt mir echt gut. Dieser Anorak ist wirklich wasserdicht – das ist super, wenn es in Strömen regnet. Er ist eine wichtige Schicht für Bergläufer, die auch bei schlechtem Wetter unterwegs sind.»
Mehr erfahren
Die Hybrid Shorts
Germain: «Ich mag die Innenshorts, weil sie Support für die Muskeln bieten. Ausserdem gefällt mir die kleine Tasche, in die ich meine Schlüssel stecken kann.»
Mehr erfahren
Der Cloudventure
Germain: «Grossartig, dass er so flexibel und ‹griffig› ist. Ein leichter Schuh, der dich in den Bergen weiterbringt.»
Mehr erfahren

Entdecke die Route

Im Film ist Germain auf dem örtlichen Abschnitt des GR5-Trails unterwegs. Dieser Trail führt von den Niederlanden bis nach Südfrankreich. Wenn du Erfahrung mit technisch anspruchsvollen Trails hast, tue es Germain gleich und wag dich auf den Trail:

Hol dir noch mehr Laufinspiration. Melde dich für den On Newsletter an.