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Norwegens wilde Inseln: eine Entdeckungsreise durch Lofoten

Die norwegische Region Lofoten ist eine Inselgruppe, mit deren atemberaubender Natur sich nur wenige andere Orte messen können. An glasklaren Fjorden erheben sich mächtige Gipfel, die immer wieder von den Polarlichtern erhellt werden. Das perfekte Ziel für ein aktives Abenteuer ... Wir haben Patrick Güller, Teil der Schweizer Kreativ-Gruppe Helvetic Collective, gebeten, die wilde Landschaft Lofotens mit seiner Kamera einzufangen. Patrick und seine Partnerin Viviane haben sich den Elementen gestellt, um diesen Ort hautnah zu erleben – einen Ort, der sich kaum verändert hat, seit die Wikinger ihn ihr Zuhause nannten.

 

Herbst in Lofoten bedeutet vor allem eines: Regen. Als wir Mitte September in Oslo gelandet sind, haben wir darum unseren dreistündigen Zwischenstopp damit verbracht, den Wetterbericht zu studieren und einen Plan für unsere Wanderungen und Exkursionen zu erstellen. Wir wollten einerseits ständig aktiv und unterwegs sein, um diese unberührte Landschaft zu erkunden; gleichzeitig sollte unser Ablaufplan aber ausreichend Zeit für Erholung und Regeneration bieten. Da wir uns früher oder später den Elementen stellen mussten, hatten wir uns entsprechend vorbereitet: mit wasserdichter Kleidung und Ausrüstung.

Nach unserer Landung am Flughafen Harstad/Narvik holten wir unseren Mietwagen ab und machten uns auf den Weg nach Harstad. Schon unterwegs begrüssten uns die leuchtenden, tanzenden Bänder der Aurora Borealis. Unser Abenteuer in Norwegen hatte begonnen – und das auf absolut spektakuläre Weise.

 

 

Harstad

Harstad ist eine kleine, malerische Stadt mit etwa 25.000 Einwohnern und liegt auf Hinnøya, der grössten Insel Norwegens. Die Stadt ist der perfekte Ausgangspunkt für Reisende, die nach Lofoten unterwegs sind. Wir nutzten die Gelegenheit, uns an die kühlen Temperaturen zu gewöhnen, indem wir Harstad kurz zu Fuss erkundeten. Nach einem Kaffee und einem Zimtbrötchen aus einer örtlichen Bäckerei waren wir bereit, durch die wunderschöne Landschaft nach Süden zu fahren.

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Der Himmel sah ganz nach Regen aus, darum haben wir uns auf die Suche nach einem Lagerplatz gemacht. Dort wollten wir uns schnell zum Auto zurückziehen können, falls es gefährlich werden sollte. Wir machten uns auf den Weg nach Yttersand, einen Strand am nördlichen Ende der Insel Moskenesøy. Von dort aus unternahmen wir eine kurze Wanderung zu einem See, dessen Namen wir immer noch nicht herausgefunden haben, der aber einen atemberaubenden Blick über den Strand bot. Als wir uns gerade ans Ausladen machten, begann es zu regnen. Glücklicherweise haben wir es geschafft, unser Zelt aufzuschlagen, bevor es so richtig losging. Während die Tropfen auf unser Zelt trommelten, schliefen wir langsam ein. Mitten in der Nacht wurden wir jedoch von eisigen Windböen geweckt. Wir brachen schnell unser Lager ab, um einen geschützteren Platz zu finden, und schon bald bekamen wir dort etwas mehr Schlaf.

Kafe Friisgården/Ramberg

Nach einer verregneten Nacht im Freien hatten wir Hunger und sehnten uns nach einer warmen Mahlzeit im Trockenen. Wir liessen unsere Ausrüstung trocknen und machten uns auf den Weg nach Ramberg, einem Dorf auf der Insel Flakstadøy. In Ramberg kamen wir im bezaubernden Kafe Friisgården in den Genuss der wunderbaren regionalen Küche – ich hatte Lamm, Viviane hatte Fisch. Als wir ausreichend gesättigt waren (und wieder aufgetaut), verliessen wir Ramberg und reisten weiter nach Ballstad.

 

 

Ballstad (Hattvika Lodge)

Die Fahrt von Ramberg nach Ballstad dauerte etwa 40 Minuten; danach erreichten wir die Hattvika Lodge. Hier kann man in einem traditionellen Rorbu übernachten. Die renovierten Fischerhütten bieten einen wundervollen Ausblick auf den Hafen von Hattvika. Begrüsst wurden wir von Roland Hummer, einem österreichischen Bergführer, der für die Hattvika Lodge die Rolle des Activity Managers übernommen hat. Roland ist selbst Trailläufer. Seine Ratschläge zu den Strecken in der Gegend haben wir dankbar angenommen und sofort in die Tat umgesetzt.

Schon am selben Abend führte uns unser erster Lauf über malerische Wege den Berg Mannen hinauf. Der Gipfel des Mannen liegt nur 400 m über dem Meeresspiegel. Dennoch kann man von hier aus einen wundervollen Blick über Haukland Beach geniessen. Die untergehende Sonne verschwand hinter dem Horizont, bevor wir den Gipfel erreichten, aber die Aussicht auf dem Weg bergauf machte die Anstrengungen mehr als wett.

 

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Nusfjord

Nach unserem Kampf mit den Elementen in der Nacht zuvor fühlte sich die Übernachtung in der Hattvika Lodge geradezu luxuriös an. Wir sind erfrischt aufgewacht und konnten es kaum erwarten, unsere Erkundungstour fortzusetzen, bevor es am Nachmittag wieder regnen sollte. Unser Ziel war Nusfjord, ein malerisches Fischerdorf, das etwa 40 Minuten von Ballstad entfernt liegt. Schon der Weg dorthin ist wunderschön: atemberaubende Berge bilden eine spektakuläre Kulisse.

Obwohl das Herbstwetter in Norwegen wechselhaft ist, bot unsere Reise in der Nebensaison einen grossen Vorteil: In Dörfern wie Nusfjord wimmelt es in den Sommermonaten normalerweise von Touristen, die die schöne Aussicht geniessen wollen. Im September dagegen fühlte es sich an, als hätten wir die unberührte Landschaft ganz für uns allein.

 

 

Reine/Reinefjorden/Sakrisøy

Am nächsten Morgen erwartete uns eine angenehme Überraschung: Der Wetterbericht sagte einen regenfreien Tag voraus. Von der Lodge aus genossen wir den Sonnenaufgang und entschlossen uns dann, das Fischerdorf Reine zu erkunden, das direkt südlich von Sakrisøy und Hamnøya gelegen ist. Bei unserem Spaziergang durch Reine hatten wir das Glück, auf ein Boot zu stossen, das gerade ablegen wollte, um den Reinefjorden zu erkunden, einen drei Kilometer langen Fjord zwischen Hamnøya und Andøya. Im Reinefjorden glitt das Boot über spiegelglattes Wasser.

Neben Reine liegt eine sehr kleine Insel mit dem Namen Sakrisøy. Das Dorf ist das reinste Postkartenidyll: Hier reiht sich Rorbu an Rorbu, umgeben von dem kristallklaren Wasser des Fjordes und der See. In Sakrisøy legten wir eine Mittagspause ein und fanden ein reizendes kleines Geschäft, in dem norwegische Delikatessen verkauft werden. Die Spezialität des Hauses: Fischfrikadellen. Wir bestellten eine Variante mit Räucherlachs darauf und wurden nicht enttäuscht.

 

 

Ryten

Das klare, trockene Wetter hielt an. Das mussten wir nutzen: Wir brachen zu einer Trekkingtour zum Ryten auf, einem berühmten Aussichtspunkt mit Blick auf Kvalvika Beach, der sich auch unzählige Male auf Instagram findet. Die Wanderung beginnt auf Meereshöhe an einem Parkplatz nahe der E 10. Ein Schild weist Wanderern den Weg zum Ryten. Der Trail führte uns zunächst durch eine Wiese, die vom letzten Regen noch schlammig und uneben war. Nach etwa einem Kilometer gelangten wir auf einen unbefestigten Weg. Schon nach einem weiteren Kilometer schien Kvalvika Beach bereits zum Greifen nahe, aber der Schein war trügerisch: die Strecke war noch nicht geschafft.

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Laufhosen für Training auf und abseits der Strecke.
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Der Abstieg zum Strand war technisch relativ anspruchsvoll. Vorsichtig bewegten wir uns den ungekennzeichneten Trail entlang über rutschige Felsen. Zum Glück war der Weg den Ryten hinauf deutlich angenehmer, wenn auch schlammig. Trotz allem schafften wir es ganz nach oben und entdeckten schnell, dass die rutschigen Felsen und der Schlamm ein geringer Preis für diesen Ausblick waren. Der Ryten bietet einen Panoramablick über Kvalvika Beach, das weite Meer und die umliegenden Berge. Mit einigen Kameratricks kann man es hier aussehen lassen, als würde die Person auf dem Bild direkt über dem Ozean baumeln. Dieses obligatorische Motiv begeistert Freunde, Familie und Social-Media-Follower gleichermassen. Man darf ihnen nur nicht erzählen, dass es deutlich waghalsiger aussieht, als es wirklich ist.

 

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