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Meine Support-Story: Philipp Bosshard ist der ultimative König des Comebacks

Manchmal braucht man in einer Situation Support, von der man annimmt, dass sie nie eintreffen wird. Der Schweizer Läufer und Athlet Philipp Bosshard zog sich bei einem Unfall schwerste Verletzungen zu. Das hat ihn verändert. Und dazu geführt, dass er an Wettkämpfen teilnimmt. Sein nächstes Ziel: Der Ironman Florida.

 

3,9 km schwimmen, 180 km radfahren und zum Schluss 42,2 km laufen – der Ironman-Triathlon gilt zurecht weithin als einer der härtesten eintägigen Wettkämpfe der Welt. Philipp Bosshard stellt sich dieser Herausforderung nur sechs Jahre, nachdem er schwerste Verbrennungen fast am ganzen Körper erlitten hat. Im November 2020 wird er in Florida bei einem der ältesten, bekanntesten und traditionsreichsten Ironman-Rennen Nordamerikas antreten.

 

Wie er uns im folgenden Q&A verrät, verdankt er die Teilnahme an diesem Wettkampf und seine ehrgeizige Zielzeit (4:30) seinen Verwandten, Freunden, Ärzten, Physiotherapeuten und vielen mehr, die ihn während seiner Genesungszeit unterstützt haben. Dank ihnen fand er zur Stärke und Entschlossenheit, die ihn beflügelt und anspornt haben, beim Ironman mitzumachen.

 

Keiner von uns läuft allein und wir alle können uns von unseren Mitmenschen inspirieren lassen. Und Philipp wird dich inspirieren. Garantiert.

 

 

Deine Leidenschaft gilt dem Ironman-Triathlon. Wieso?

 

Ein Ironman-Triathlon ist die ultimative Disziplin für alle Triathlon-Fans. Und ich will ihn bezwingen, mehr als jeden anderen Wettkampf. Deshalb werde ich diesen November am Ironman Florida teilnehmen.

 

Warum der Ironman Florida? 

 

Durch meinen Unfall kann ich nur begrenzt schwitzen. Darum muss ich aufpassen, was Temperatur und Luftfeuchtigkeit angeht. Mein Körper kann Triathlons an zu heissen Orten nicht bewältigen. Der Ironman in Panama City, Florida ist für mich ideal. Die Lufttemperatur sollte bei etwa 19 °C liegen, die Wassertemperatur bei etwa 22 °C. Ausserdem sollte es durch den frühen Sonnenuntergang im Laufe des langen Wettkampfs noch etwas abkühlen.

    

 

Und das alles wegen eines ziemlich schlimmen Arbeitsunfalls, richtig? Kannst du uns erzählen, was passiert ist?

 

Ich war im Tiefbau tätig. Bei einer Schweissarbeit entzündete ein Funke den Sauerstoff um mich herum. Dann fing mein ganzer Körper Feuer. Meine gesamte Kleidung stand in Flammen. 88% meines Körpers verbrannten. Meine Haut war stellenweise aufgeplatzt. Ich konnte kaum verstehen, was passiert war. Ich stand unter Schock. Ich wusste nur: Entweder ist das jetzt das Ende oder ein Ereignis, das mein Leben verändert. Ich hatte Glück, dass es zweiteres war.

 

Es muss unglaublich hart gewesen sein, das durchzustehen, oder?

 

Die Ärzte räumten mir kaum eine Überlebenschance ein. Ich glaube, sie gingen von 9% aus. Aber mental blieb ich stark. Durch meine Entschlossenheit konnte ich irgendwie gegen den Schmerz ankämpfen.

    

Nach dem anfänglichen Trauma und dem Schock war meine grösste Sorge, dass ich nie wieder in der Lage sein würde, draussen aktiv zu sein. Das waren wirklich deprimierende Aussichten. Mein ganzes Leben lang hatte ich Extremsportarten geliebt. Doch schon während meiner Genesung wusste ich, dass ich einige Dinge nie wieder tun werde könne.

      

Philipps Favorit: Der brandneue Cloudflyer
«Er fühlt sich sehr sicher an. Der neue Cloudflyer gibt mir den Komfort, den ich für lange Trainingssessions brauche. Er liefert aber auch Support und Sicherheit und ist dadurch sehr bequem. Und das Beste: Ich fühle mich schneller.»
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Wer hat dich auf deinem Weg unterstützt?

 

Meine Familie und meine Freunde, keine Frage. Sie waren unglaublich wichtig. Ohne sie wäre ich wohl nicht da, wo ich heute bin. Sie haben mir unglaublich viel Mut gemacht und mir positive Energie geschenkt.

 

Dann war da natürlich das intensivmedizinische Team. Diese Leute haben alles getan, was in ihrer Macht stand, um mir ein erfülltes Leben zurückzugeben. Und all die Ärzte, die Pflegekräfte und vor allem meine Sport-Physiotherapeutin Francesca Brenni. Sie alle haben mir Kraft gegeben. Nein, noch besser: Sie haben an meine Kraft geglaubt. Das war eine ganz besondere Erfahrung. Das hat mich verändert – vielleicht mehr als alles andere. Zu wissen, dass diese Menschen an mich glauben. 

 

Was motiviert dich dazu, mehr zu leisten?

 

Ich glaube, es hat viel mit Selbstwahrnehmung zu tun. Wenn ich mich darauf konzentriere, ein Leben als Athlet zu führen und dabei erfolgreich zu sein, dann ist es das, was mich ausmacht und im Fokus steht – nicht die Person mit den Verbrennungen und all den Narben.

 

Bei meinen sportlichen Unternehmungen geht es immer um die Leistung, um persönliche Bestzeiten und Ziele und nicht um mein Aussehen oder darum, wie die Welt mich sieht. Durch den Sport kann ich mich in meiner neuen Haut wohlfühlen. Ich bin kein Opfer, sondern eine Person, die immer in Bewegung ist. 

 

Als Triathlet kann ich meine eigenen Ziele für den Wettkampf festlegen. Ziele, die ich erreichen kann: Schnellere Zeiten, neue Wettkämpfe. Da geht es nicht zwangsläufig um Medaillen. Für mich ist jede Trainingssession ein neuer Sieg.

   

 

Was ist dein aktuelles Laufziel?

 

Ich habe ein grosses Ziel: Ich will den Ironman marathon in Florida in weniger als 4 Stunden und 30 Minuten abschliessen. Das ist aktuell mein Ansporn für eigentlich alles.

 

Was wird in Florida deine grösste Herausforderung sein?

 

Alle sagen, dass die Strecke dort so flach ist – flacher geht’s nicht. Das heisst, man kann sich nicht bergab entspannen und anschliessend auf den nächsten Anstieg konzentrieren. Es klingt seltsam, denn Hügel sind ja anstrengend. Aber ich glaube, dieses flache Gelände könnte wirklich schwierig werden. Das wird ein mentaler Härtetest für meine Willenskraft. Das ich einfach immer weiterlaufe und weiter, ohne dass sich das Gelände ändert.

 

Worauf freust du dich bei diesem Rennen?

 

Ich habe gehört, dass bei diesem Wettkampf eine grossartige Atmosphäre herrscht. Ich liebe es, bei solchen Events neue Leute zu treffen. Jeder hat seine eigene Story. Seine eigenen Kämpfe. Seine eigenen Ziele. Es inspiriert mich, diese Menschen kennenzulernen und von ihnen zu lernen. 

 

Das Gefühl, Teil einer grösseren Gemeinschaft aus Läufern und Athleten zu sein, ist etwas ganz Besonderes.

 

Was hilft dir dabei, deine härtesten Läufe durchzustehen? Wie motivierst du dich?

  

Wenn ich gerade wirklich leide – und das tun wir alle mal –, dann motiviert mich vor allem der blosse Gedanke daran, dass ich mich wieder bewegen kann. Dass ich tun kann, was ich will.

 

Ich habe mich meinem Schicksal angenommen und kann mich heute wieder bewegen. Dieses Gefühl der Freiheit bedeutet mir alles.

   

 

Philipps Interview wurde auf Schweizerdeutsch geführt und dann ins Englische übersetzt, redigiert und ins Deutsche übersetzt.

   

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