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Auf den Spuren faszinierender Kontraste in Japan

Tim Keller und Adrian Pirlet haben ihre Kreativität zum Beruf gemacht. Ihre Leidenschaft: dramatische Landschaften einzufangen. Die beiden Schweizer haben eine Reise durch Japan gemacht, um beim Wandern und Laufen die magischsten Landschaften des Landes zu entdecken. Und diese Reise hat ihr Leben verändert. Sie haben ihren Reiseplan verworfen, um sich absichtlich zu «verirren».

 

Die Städte: Tokio, Osaka, Kyoto 

Unsere Japanreise begann in den Städten. Wir haben zwei ganze Wochen damit verbracht, Tokio, Osaka und Kyoto zu erkunden. Dabei haben wir die Traditionen und Gebräuche entdeckt, die man immer noch zwischen den hoch aufragenden Wolkenkratzern finden kann, wenn man hinter die moderne Maske dieser High-Tech-Nation blickt. Obwohl wir uns in einer Kultur zurechtfinden mussten, die für uns völlig neu war, fühlten wir uns sofort willkommen geheissen. Dennoch waren wir bald bereit, die Grenzen dieser geschäftigen Städte hinter uns zu lassen und mehr zu entdecken. Wir mieteten ein Auto und tauchten in die unendliche und vielfältige natürliche Schönheit Japans ein. Ohne einen genauen Plan folgten wir einfach unserer Intuition. Wir waren auf der Suche nach Abenteuer, nach anspruchsvollen Trails, die uns mit einer spektakulären Aussicht und neuen Perspektiven belohnen würden.

 

 

Der Shakushiyama

 

In Tokio schätzt man Präzision ebenso wie in unserer Schweizer Heimat – doch damit enden die Ähnlichkeiten auch schon. Nach unserem Abschied von Tokio machten wir uns auf den Weg in Richtung Fuji und damit in eine Gebirgslandschaft, in der wir uns schon eher zu Hause fühlten. Der Fuji liegt nur 95 km mit dem Auto von Tokio entfernt. Mitten in der Nacht erreichten wir den Berg und verschwendeten keine Zeit. Wir stellten unser Auto auf dem ersten Parkplatz ab, den wir finden konnten, schnappten uns unsere Stirnlampen und machten uns auf den Weg zum Trail.

 

Als wir unsere Wanderung begannen, war es etwa 2 Uhr morgens. In Ermangelung des Sonnenlichts begaben wir uns voll und ganz in die Hände unserer Stirnlampen und unseres Navigationssystems. Nach einem etwa dreistündigen steilen Aufstieg erreichten wir den Gipfel des Shakushiyama und konnten zum ersten Mal einen Blick auf den Fuji geniessen. Der dramatische Morgennebel und die berühmte aufgehende Sonne machten unsere erste Begegnung mit dem Fuji-san zu einem wirklich denkwürdigen Ereignis. Nachdem wir mehrere Wochen im Herzen der chaotischen Städte verbracht hatten, fühlten wir uns beim ersten Anblick dieses beeindruckenden Gipfels fast so, als wären wir nach Hause gekommen.

 

Während wir nach dem anstrengenden Aufstieg wieder zu Atem kamen, genossen wir die unglaubliche Aussicht vom Shakushiyama aus in vollen Zügen. Obwohl unser Abstieg über denselben Pfad führte, war der Weg bergab im Tageslicht eine völlig neue Erfahrung. Es war wundervoll, zu sehen, wie die opulente Schönheit der Natur aus der Dunkelheit auftauchte, während die Sonne immer höher stieg.

 

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Shōji-See

 

Nach unserer anstrengenden morgendlichen Wanderung waren wir auf der Suche nach einem geeigneten Ort zum Ausruhen und Entspannen. Die Gegend am Fuss des Fuji heisst Fuji Five Lakes und ist nach den Gewässern benannt, die sich hier durch frühere Vulkanausbrüche gebildet haben. In der Region findet man den Kawaguchi-See, den Motosu-See, den Saiko, den Shōji-See und den Yamanaka-See. Wir haben uns am Shōji-See niedergelassen, dem kleinsten der fünf Fuji-Seen. Hier erwarteten uns weitere atemberaubende Ausblicke auf den Fuji (und eine ebenso beeindruckende Reflexion des Vulkans auf der stillen Oberfläche des Sees). Den Sonnenuntergang von unserem neuen Zuhause auf Zeit aus zu beobachten, war der perfekte Ausklang unseres ersten Tages an diesem legendären Ort. Für uns war es ein ganz besonderes und etwas surreales Erlebnis, vor dieser Kulisse einzuschlafen – nur wenige Schritte vom glasklaren Wasser entfernt und in Sichtweite des höchsten Gipfels in Japan.

 

Am nächsten Morgen standen wir wieder zeitig auf, um den Sonnenaufgang von einem der schönsten Aussichtspunkte auf den Fuji zu erleben. Unser Wanderpfad lag wieder einmal in kompletter Dunkelheit, sodass wir uns ganz darauf verlassen mussten, dass wir beim sorgfältigen Studium unserer Karten keine Fehler gemacht hatten. Und wieder einmal übertraf die Magie, die uns am Ziel erwartete, alle unsere Hoffnungen. Der malerische Sonnenaufgang bot so viele spektakuläre Anblicke, dass wir kaum wussten, wohin wir zuerst schauen sollten – wohl das schönste «Problem», das man auf einer Reise haben kann.

 

Schliesslich wanderten wir auf demselben Weg wieder zurück und beendeten unseren morgendlichen Ausflug mit einem Bad im Shōji-See. So begann unser zweiter Tag an diesem atemberaubenden Ort auf wunderbar erfrischende Weise.

 

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Der Hachigatake (Japanische Alpen)

 

Vor unserem Besuch in den Japanischen Alpen hatten wir nichts geplant oder nachgelesen. Darum besuchten wir das Hakuba Information Center, um mehr über diese Region zu erfahren, die das Hida-Gebirge, das Kiso-Gebirge und das Akaishi-Gebirge umfasst. Um der Hitze im Tal zu entkommen, erklärten wir den Berg Hachigatake, einen Nachbarn des bekannteren Yukikura, zu unserem nächsten Ziel.

 

 

Mit dem Auto war es nur eine kurze Strecke zu unserem neuen Anlaufpunkt: Renge Onsen, einer heissen Quelle mit Unterkunft, die versteckt in den Bergen liegt. Der japanische Begriff «Onsen» bezieht sich einerseits auf die natürlichen heissen Quellen, anderseits auf die umliegenden Einrichtungen und Unterkünfte und auf die Badekultur, die im Laufe der Jahrhunderte um diese Quellen herum entstanden sind. Aufgrund der starken vulkanischen Aktivität herrscht in Japan kein Mangel an Onsen. Die friedliche Atmosphäre in diesen Oasen der Ruhe bildet einen unglaublichen Gegensatz zu den hektischen Städten, die wir hinter uns gelassen hatten. Am Renge Onsen konnten wir unser Auto direkt am Anfangspunkt des Trails parken. Hier erwarteten uns viele verschiedene Routen, aus denen wir wählen konnten. Nach unserer Ankunft packten wir unsere Rucksäcke neu und ruhten uns aus – in Erwartung unserer bisher längsten Wanderung, die eine Übernachtung auf dem Gipfel umfassen sollte.

 

Schon kurz nachdem dieses nächste Kapitel unseres Abenteuers begonnen hatte, waren wir von den vielfältigen Landschaften überwältigt, in die wir auf dem Trail eintauchten – von alten Flussbetten bis hin zu wilden Wäldern. Überraschend bald stiessen wir ausserdem auf die ersten Spuren von Schnee. Kleine, plätschernde Flüsschen entlang des Weges boten uns zahlreiche Gelegenheiten für die nötigen Trink- und Verschnaufpausen. Als wir schliesslich unseren Lagerplatz erreichten, waren wir erschöpft. Doch die atemberaubende Aussicht versorgte uns noch einmal mit Adrenalin, und mit diesem neuerlichen Energieschub schafften wir es bis auf den Gipfel und schlugen unser Lager auf. Selbst im warmen Glanz des Sonnenuntergangs erkannten wir schnell, wie wichtig unsere dicken Schlafsäcke und warmen Kleider in der kühlen Nacht sein würden. Nach unserem anstrengenden Aufstieg schliefen wir schnell ein.

 

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Der spektakuläre Sonnenaufgang am nächsten Morgen war eines dieser Erlebnisse, die man auf keinen Fall versäumen will – gerade wenn man auf dem Gipfel eines Berges übernachtet hat. Wir standen zeitig auf, um zu beobachten, wie der Rest der Welt erwacht, und genossen die Aussicht über die Japanischen Alpen bis hin zum Meer. Es gibt Momente, in denen die Zeit stillzustehen scheint, und dieser Sonnenaufgang war ein solcher Moment – einfach unvergesslich.

 

Nach unserer Rückkehr zum Auto entschieden wir uns, den Tag bei einem wunderbar entspannten Bad im Onsen ausklingen zu lassen. Nach einer Wanderung von 16 Kilometern und 1.700 Höhenmetern mit 25-kg-Rucksäcken waren wir dankbar für die Gelegenheit, im heissen Wasser auszuspannen und die atemberaubende Berglandschaft zu geniessen. Nach kurzer Zeit fühlten wir uns belebt und erfrischt – bereit für den nächsten Abstecher.

 

Die Westküste

Nach der kalten Nacht auf dem Hachigatake waren wir wieder bereit für etwas wärmere Temperaturen. Aus den kühleren Japanischen Alpen ging es an die warme Westküste. Wohin genau, das wussten wir nicht – aber wir freuten uns auf eine weitere Entdeckungstour. Zum Glück fanden wir recht schnell einen ruhigen Campingplatz und stellten unser Auto zunächst dort ab. Selbst nach dem Sonnenuntergang war es noch überraschend warm.

 

 

Am nächsten Tag folgten wir dem Küstenverlauf nach Norden, um so viel wie möglich zu sehen. Die Landschaft war ruhig und friedlich; hier trafen wir vor allem auf Landstrassen und endloses Ackerland. Nach mehreren Stunden Fahrt unter der heissen Sonne hielten wir mittags an, um uns die Beine zu vertreten. Wir wanderten ein kurzes Stück zu einem Leuchtturm und waren froh, eine Weile in seinem Schatten verbringen zu können – davon gibt es an diesem Küstenabschnitt nämlich nicht besonders viel. Nach dieser willkommenen Abkühlung und etwas Sightseeing am Leuchtturm wanderten wir zu einer Klippe mit Blick auf weissen Sand und das glasklare Meer. Wir entdeckten eine Stelle, an der es hinunter zum Strand ging; dort verbrachten wir einen schönen Nachmittag auf dem feinen Sand und erfrischten uns im Wasser.

 

Zwischenstopp am Wasserfall bei Fukushima

Nachdem wir einige Tage an der warmen japanischen Westküste verbracht hatten, entschieden wir uns, über Fukushima zur Ostküste zu fahren. An diesem langen Reisetag durch das Landesinnere bot uns der idyllische grosse Wasserfall Akiu-Otaki eine willkommene Gelegenheit zur Pause. Wir waren stundenlang im Auto eingepfercht gewesen, also legte Adrian ein schnelles Intervall-Workout ein, um etwas angestaute Energie loszuwerden. Nach mehreren Sprints bergauf war ein kühles Bad unter dem Wasserfall die perfekte Belohnung. Beim Klippenspringen verflog schliesslich auch die letzte verbleibende Erschöpfung. Wir verbrachten noch etwa eine Stunde auf der Strasse; dann fanden wir einen Rastplatz und legten uns schlafen.

 

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Die Ostküste

 

Nach einem weiteren Morgen im Auto erreichten wir die Ostküste und waren direkt bereit für das nächste Abenteuer – und zwar eines auf dem Wasser. Unsere Mission: Surfbretter und einen tollen Platz zum Surfen zu finden. Die unglaubliche Grosszügigkeit und Hilfsbereitschaft der Einheimischen hatten uns schon auf unserer bisherigen Reise begleitet, und an der Ostküste waren die Menschen nicht anders. Sie halfen uns dabei, die richtige Ausrüstung zu finden, und beschrieben uns den Weg zu einigen «Geheimtipps» in der Region.

 

An einem Ort namens «4 Beache» fanden wir die perfekte Unterkunft. Gegen eine kleine Gebühr gestattete uns der Eigentümer, seinen Parkplatz am Strand und die Räumlichkeiten vor Ort zu unserem Zuhause für eine Nacht zu machen. Dank diesem Platz direkt am Meer erlebten wir die vielfältigen und schnellen Wetterveränderungen Japans aus nächster Nähe. Es war faszinierend, zu sehen, wie schnell sich blauer Himmel in einen dramatischen Gewittersturm verwandeln kann.

 

Am nächsten Morgen fuhren wir langsam wieder die Küste hinunter. Mit dabei: unsere neuen Surfbretter. Wir hielten überall dort, wo uns die Wellen gefielen, und die verlässlichen Ratschläge der freundlichen Einheimischen verhalfen uns zu einigen wirklich spektakulären Spontanausflügen. Absichtlich auf die Planung zu verzichten, machte unsere Reise entlang der japanischen Ostküste nur besser – erfüllt von versteckten, wunderschönen Stränden und hervorragenden Surfspots.

 

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Bei unserer Ankunft in Japan hatten uns die Sprachbarriere und die kulturellen Unterschiede, die uns erwarteten, etwas eingeschüchtert. Aber schnell bemerkten wir, wie gastfreundlich, herzlich und entgegenkommend die Japaner sind. Von Städten, in denen immer Hochbetrieb herrscht, bis hin zu stillen, ruhigen Landschaften – Japan ist ein Land der Gegensätze. Doch gerade diese Mischung, kombiniert mit der japanischen Gastfreundschaft, sorgt für ein wirklich unvergessliches Reiseerlebnis.

 

Verfolge Adrians Abenteuer auf Instagram – @adrianpirlet.

 

 

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