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Hilfe für Betroffene von COVID-19: David Kilgore erzählt über seinen 100-Meilen-Spendenlauf

Als klar war, dass die Wettkämpfe, für die sich David Kilgore vorbereitet hat, aufgrund des Coronavirus ins Wasser fallen, hat er seine Pläne geändert und sich entschieden, denen zu helfen, die besonders stark von COVID-19 betroffen sind. Er absolvierte einen unglaublichen 100-Meilen-Ultramarathon und sammelte Geld für Sporthändler in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und medizinische Fachkräfte, die aktuell an vorderster Front kämpfen.

  

Auch wenn die aktuelle Situation, in der wir uns mit einer neuen Realität abfinden müssen, nicht leicht ist, so hat diese Zeit doch auch ihr Gutes: Sie fördert den Gemeinschaftssinn, den Zusammenhalt und die Unterstützung für Menschen in Not. Auch David Kilgore, On-Athlet und Tech Rep, wollte seinen Beitrag leisten. 

  

Wie so viele andere Unternehmen haben auch die Sporthändler, mit denen David in New York täglich zusammenarbeitet, mit den Folgen von COVID-19 zu kämpfen. New York ist einer der am schlimmsten betroffenen US-Bundesstaaten. Die Belastung für die medizinischen Fachkräfte vor Ort ist immens. Am 27. März lief David einen Ultramarathon von 100 Meilen (160 km), um Geld für die Sporthändler zu sammeln und medizinische Fachkräfte mit Geschenkkarten zu überraschen, damit sich diese bequeme Schuhe kaufen können und die langen Schichten so etwas erträglicher werden.  

  

Dank grosszügiger Gaben war sein Spendenziel von 5.000 $ schnell erreicht. Deshalb hat er es nach oben angepasst und wollte 10.000 $ sammeln. Auch das hat er geschafft. Mittlerweile wurden auf Davids GoFundMe-Seite, die noch bis zum 12. April aktiv ist, bereits mehr als 14.000 $ gespendet. Und es bleibt noch Zeit, damit mehr zusammenkommt…

      

17 Stunden dauerte sein Ultramarathon-Abenteuer. Dafür stand er um 3 Uhr morgens auf, quälte sich durch die glühende Mittagshitze und begegnete gar der Polizei. Ein absolut legendärer Lauf! Wir haben uns anschliessend mit David ausgetauscht und ihn zu seinem Spendenlauf befragt.

      

 

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Riesenerfolg. Du musst sehr stolz sein.

 

Ja, ich bin überglücklich! Alles ist fast genau so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben – oder sogar noch besser. Die Leute haben interagiert, waren auf Instagram live dabei und wir haben das ganze Geld zusammenbekommen. Auch in sportlicher Hinsicht habe ich für mich persönlich einen wichtigen Meilenstein erreicht. 

 

New York ist sehr stark von COVID-19 betroffen. Wie ist es momentan dort? 

   

Tja, es ist ziemlich verrückt. Ich glaube, es gibt es mittlerweile mehr als 60.000 bestätigte Fälle. Innerhalb der USA ist es also definitiv das Epizentrum. Viele meiner Freunde schicken mir Fotos von komplett verwaisten Strassen. Es sieht überhaupt nicht echt aus! Fast so, als hätten alle die Stadt verlassen. Ich habe gesehen, dass Tausende medizinische Fachkräfte aus dem ganzen Land freiwillig nach New Work kommen, um zu helfen. Das ist natürlich fantastisch!

 

Was hat dich zu deinem Ultramarathon inspiriert?

  

Obwohl all meine Wettkämpfe abgesagt sind, will ich eine Herausforderung. Ich habe mit meinem Freund Brenden geredet, der Fotograf und Videograf ist. Er meinte: «Jetzt, wo wir beide wieder in Florida sind, will ich irgendein Projekt machen.» Ich erzählte ihm, dass ich über einen 100-Meilen-Lauf nachdenke und er war sofort bereit, ihn zu dokumentieren. Wir dachten, wenn wir das wirklich machen, wäre es echt cool, wenn wir etwas zurückgeben könnten. Es ist eine schwierige Zeit und viele Leute sind alles andere als gut drauf. Darum fanden wir, man könnte doch etwas tun, um die Stimmung zu heben. Ich habe die Idee mit einigen Kollegen bei On besprochen und wir haben uns überlegt, dass wir Geld sammeln könnten, um damit Geschenkgutscheine von Sporthändlern zu kaufen, die wir wiederum an medizinische Fachkräfte in der Stadt verteilen könnten. Das war die Idee: Mit unserem Vorhaben gleich zwei Branchen zu unterstützen, die es im Moment nicht leicht haben.

 

Du hast deinen Lauf um 4 Uhr morgens gestartet. Wann bist du aufgestanden? Hast du vorher etwas gegessen?

  

Ich bin um 3 Uhr aufgestanden. Obwohl ich nur vier oder fünf Stunden geschlafen habe, war ich total aufgekratzt. Ich war sehr aufgeregt, hatte jede Menge Energie und wollte sofort loslegen. Alle haben bei mir übernachtet: Brendan, meine Freundin Molly und meine Mom. Ich ass einen Clif-Riegel und trank etwas Wasser und dann ging es los. Es war für uns alle superaufregend!

  

 

Du warst 17 Stunden entlang der Küste Floridas unterwegs. Erzähl uns mehr von deinen Lauf!

 

Es war unglaublich. Ich hatte die ganze Zeit so viel Unterstützung. Meistens virtuell über Instagram live. Einige meiner Freunde sind mir mit dem Auto gefolgt, um mich anzufeuern. Der Lauf selbst war eine gute Mischung aus schmalen Trails, alten Landstrassen, ein paar kleineren Highways und ein paar Brücken (oder «Florida Mountains», wie wir sie nennen). Hinzu kamen noch ein paar Abschnitte am Strand. Es war schön abwechslungsreich und definitiv sehr typisch für Florida. Ich hatte alles genaustens geplant und Trails und Strecken eingebaut, auf denen ich in meiner Jugend häufig gelaufen bin. Deshalb war das Ganze sehr nostalgisch.

 

Gab es einen Punkt, an dem es besonders schwer wurde? Was ging dir durch den Kopf? Wie hast du dich in solchen Momenten motivieren können?

 

Tagsüber war es enorm heiss. Es gab kein Schatten weit und breit. Ich habe unglaublich viel Wasser zu mir genommen, um so gut wie möglich hydriert zu bleiben. Nach 60 bis 80 Meilen wurde es wirklich hart. Meinen Beinen ging es ziemlich schlecht und ich schwitze unglaublich. Aber ich habe mich einfach auf das Ziel konzentriert und mich daran erinnert, dass ich es ja schon fast geschafft hatte.

 

Ich dachte mir: Egal, was passiert, ich ziehe das durch. Ich habe mir das vorgenommen. Und auch wenn ich den Rest der Strecke gehen muss – ich zieh es durch.

   

Zu wissen, dass Leute gespendet haben, hat mich sehr motiviert. Ich glaube, die letzten 12 Meilen waren dann nicht mehr so schlimm. Ich wusste, es geht auf das Ziel zu und die Sonne war inzwischen untergegangen. Das hat eine grosse Rolle gespielt – endlich konnte ich mich abkühlen! 

 

Kurz vor der Ziellinie bist du auf ein unerwartetes Hindernis gestossen. Was ist passiert?

   

Tja, kurz vor dem Ziel wurden wir auf einer Ranch eingeschlossen und der Besitzer rief die Polizei! Das war ziemlicher Stress für mich. Ich dachte, wenn sie mich jetzt festnehmen, wäre ich so traurig, denn ich habe ja nur noch ein paar Meilen vor mir. Brenden sprach mit dem Cop und dem Ranch-Besitzer und erklärte ihnen, was wir machen. Wir hatten Glück – der Cop war total cool! Er war selbst Marathonläufer und motivierte mich mit positiven Worten. Ich musste ein paar Papiere ausfüllen und als wir loslaufen konnten, feuerte er uns an.

      

 

Wie hat es sich angefühlt, die 100 Meilen zu schaffen?

 

Es war auf jeden Fall ein surreales Gefühl. Die Unterstützung war fantastisch und es war toll, das Ziel gemeinsam mit dem gesamten Team zu erreichen. Wir wussten, dass wir etwas Tolles erreicht hatten und etwas bewirken konnten. Wegen der Ranch mussten wir die Route verlegen. Und so kam es, dass das Ziel genau vor dem örtlichen Krankenhaus lag. Das Ende war auch lustig, weil wir als Zielband Klopapier benutzten!

 

Was ist seither passiert?

   

Es war ziemlich turbulent. Die Presse und die Medien haben mich kontaktiert; Runner’s World, ESPN und einige andere Sportkanäle. Ich konnte es kaum glauben! Es ist toll zu hören, dass wir andere Leute dazu inspiriert haben, mit einer ähnlichen Aktion in ihrer Community Geld zu sammeln. Ein Typ ist 50 km gelaufen, um Geld für die Brauereien im Staat Washington zu sammeln – auf einer Strecke, die alle Brauereien verbindet. 

 

Am Samstag nach dem Lauf habe ich mich erholt und versucht, Nachrichten in den sozialen Netzwerken zu beantworten. Am Sonntag war ich dann wieder laufen. Ich habe an virtuellen Wettkämpfen für verschiedene Teams teilgenommen. Eigentlich bin ich seitdem die ganze Zeit am Laufen.  

 

 

Wie hast du dich an die neue Situation angepasst und wie hat sich dein Training verändert?

  

Ich war auf jeden Fall enttäuscht. Ich hatte für April und Mai jede Menge coole Wettkämpfe und Aktivitäten geplant. Zuerst hatte ich keinen Plan, was ich machen sollte. Aber letzten Endes kommt es darauf an, wie gut man sich anpassen kann. Ich will immer noch raus auf die Trails, ich will weiterkommen und mich neuen Herausforderungen stellen. Solange ich täglich Sport im Freien machen darf, geht es mit dem Laufen weiter. Mit dem 100-Meilen-Lauf konnte ich ein neues Ziel erreichen. Bis dahin war mein längster Lauf etwa 70 Meilen lang. Umso besser, dass ich mit dieser Spendenaktion mich selbst übertrumpfen konnte.

 

Es gibt auch Leute, die im Moment gar nicht mehr raus können. Hast du ein paar Tipps, wie man sich zu Hause fit halten kann?

   

Es schadet nicht, eine Ruhephase zur Regeneration einzulegen. Abgesehen davon würde ich verschiedene Indoor-Trainingskurse machen. Meine Freundin macht Fitnesskurse. Wahrscheinlich sollte ich mitmachen und es einfach mal ausprobieren.

  

 

Welche Ausrüstung hast du für deinen Ultramarathon gewählt?

   

Ich trug den Cloudstratus, das Performance-T, die Lightweight Shorts und die On Performance Running Socks. Den Cloudstratus hatte ich die ganze Zeit an – ich glaube, er ist mein absoluter Lieblingsschuh. Ich laufe viel auf der Strasse, denn ich lebe ja in New York City. Deshalb brauche ich zusätzliche Dämpfung und Strapazierfähigkeit. Normalerweise laufe ich mindestens 80 Meilen pro Woche. Da ist es gut, zusätzliche Dämpfung zu haben. Bei schnelleren Läufen trage ich den Cloudflow, weil er etwas leichter ist und sich etwas schneller anfühlt. Bei einem echten Wettkampf wechsele ich zwischendurch gerne die Socken und die Schuhe. So trickst man sich selbst aus – man glaubt, dass man neu anfängt und das kann ein wirklich gutes Gefühl sein!

                 

Du kannst noch bis zum 12. April auf Davids GoFundMe-Seite spenden. 

    

Davids Favoriten:  

Cloudstratus
Der Performance-Schuh für maximale Dämpfung.
Schuh ansehen
Performance-T
Das ultraleichte, atmungsaktive T-Shirt für Wettkämpfe.
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Lightweight Shorts
Ultraleichte Shorts mit perforierter Rückseite.
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Du willst mehr über den On-Athleten David erfahren? Hier findest du seien Sportlerseite.  

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