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Im Einklang mit der Navajo-Tradition: Laufen, um zu heilen

«Gemäss der Navajo-Philosophie laufen wir, um das Leben zu feiern», erklärt Rennleiter Shaun Martin in der Dunkelheit vor der Dämmerung. Tief im Red Rock Country von Arizona liegt der Startpunkt des Canyon de Chelly Ultra.

Der Wettkampf ist der einzige Ultramarathon, der in der Hand der Navajo ist und von ihnen ausgerichtet wird. Läufer tauchen auf 55 Kilometern (34 Meilen) in das heilige Land zwischen hoch aufragenden Felsformationen aus rotem Sandstein ein.

 

«Als Kinder lernen wir, nach dem Aufwachen zu laufen, und zwar nach Osten. Dort ist der heilige Schöpfer zur Geburt eines neuen Tages wach und bereit», erklärt Shaun.

 

«Und während wir aufwachsen, lernen wir die Werkzeuge kennen, die uns das Laufen vermittelt, und wir wenden diese Werkzeuge an, um im Leben erfolgreich zu sein.»

 

Balance (siehe oben) ist ein Kurzfilm über die Essenz der öffentlichen Grundstücke Amerikas und ihre Fähigkeit, uns durch ihre heilsame Kraft zusammenzubringen. Der Film erzählt die Geschichte von Liz Townley, einer Rangerin beim Forest Service, der US-amerikanischen Forstverwaltung. Liz hat diesen Beruf ergriffen, weil sie die öffentlichen Grundstücke liebt – mit allem, was dazugehört, für alles, was sie uns geben, und für die zentrale Rolle, die sie in der Seele kleiner Städte spielen.

 

 

Doch als ein Streit über das öffentliche Land die Menschen immer mehr entzweite, wurde diese Arbeit deutlich stressiger für Liz. Die Reservate und alle, die damit zu tun hatten, waren ihr so wichtig, dass sie immer länger und länger arbeitete. Schliesslich hatte sie nicht einmal mehr Zeit, um die Orte zu besuchen, an deren Verwaltung sie so hart arbeitete.

 

Etwa zur selben Zeit erlitt ihre Familie einen traumatischen Verlust: ihr Neffe starb bei einem Unfall. Beinahe wäre Liz an ihrer Trauer zerbrochen.

 

Als Mutter zweier Kinder wurde ihr schliesslich klar, was sie ihren Kindern zeigen wollte: dass es eine Möglichkeit gibt, mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen, und dass Charakter auch dadurch geformt wird, wie man mit schweren Zeiten umgeht.

 

Also fing sie an zu Laufen – durch die Landschaften, die sie so sehr liebte. Sie gab sich der heilsamen Wirkung hin, die das Laufen laut dem überlieferten Wissen der Navajo besitzen soll.

 

 

«Wir feiern nicht nur das Positive und Segensreiche. Wir feiern auch die negativen Dinge, die sich auf unser Leben ausgewirkt haben, denn diese Dinge bringen uns dazu, uns anzupassen. Sie machen uns stärker. Wir lernen etwas und entwickeln uns weiter», sagt Shaun Martin. «Beim Laufen überwinden wir Schwierigkeiten und Schmerz; wir lernen, sie zu nutzen und ein besserer Mensch zu werden.»

 

«Laufen ist Medizin. Es kann heilen. Dieser Aspekt des Laufens lässt sich schwer erklären, wenn man ihn nicht selbst erlebt hat.»

 

Das Laufen erinnerte Liz daran, dass unsere Wälder und Hügel und Bäche – die Orte, über die wir so viel streiten – eigentlich Orte sind, die wir teilen, und die uns als Quelle der Schönheit, des Friedens und der Heilsamkeit dienen. Für Liz waren es die Details, die kleinen Dinge voller Schönheit: das Morgenlicht, das durch die Blätter dringt. Und auch die grossen Dinge: die riesigen Berge, die uns fesseln und in ihren Bann ziehen.

 

Liz’ Weg durch den Laufsport gipfelte im Canyon de Chelly Ultra, als die Sonne aufging, um die Dunkelheit aus dieser heiligen Landschaft zu vertreiben.

 

 

Du willst mehr? Höre dir «Ya’a’tey» an, die Folge über den Canyon de Chelly des Podcasts outLANDish von Your Forests Your Future. Hier berichtet Liz, wie sie an ihre Grenzen gelangte und den Weg zur Heilung fand, während Shaun Martin, der den Canyon de Chelly Ultra organisiert, mehr über die Navajo-Philosophie erzählt, die dem Laufen eine heilsame Wirkung zuschreibt.

 

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