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Taken to the Edge: Anna McNuff

Anna ist eine Ausdauerathletin, Abenteurerin und Anders-Denkerin. Vom Guardian wurde sie als eine der zehn besten weiblichen Abenteurern gelistet, Condé Nast Traveller bezog sie in ihren 50 Most Influential Travellers In The World ein. Sie ist UK-Botschafterin für Girl Guiding und hat über 30'000 km in Europa und den Amerikas auf dem Fahrrad hinter sich gebracht. Darunter waren alle 50 Staaten der USA. Ausserdem ist sie die Länge Neuseelands gelaufen und hat eine Vorliebe für Inline Skating.

 

Anna McNuff was speaking as part of the Cloud Edge speaker series. The ultra-limited edition Cloud Edge was made to push boundaries. The series features pioneers from a variety of fields that are taking their craft to the Edge. 

 

Q&A: Anna McNuff

Woher nimmst du deine Inspiration, was bringt dich vorwärts?

Jeder von uns wacht morgens auf und lebt in der komplexesten, fähigsten, anpassbarsten Maschine des Planeten - unserem Körper. Ich bin fasziniert, was passiert, wenn wir diesen Körper - und auch den Geist - an einen Ort bringen, an dem er nie zuvor war. Es ist eine grosse Ungewissheit, wenn wir das machen. Aber da ist ein Adrenalinkick, den ich bekomme, wen ich in einer Situation bin und denke: "Klar tut es weh, aber ich weiss nicht, was mein Körper als nächstes macht." Wie aufregend ist das?! Wird er zusammenbrechen, wird er sich anpassen?! Wird er implodieren?! Es ist das Ungewisse, das mich antreibt. Am Ende bin ich immer überrascht, was ich an diesen Grenzen herausfinde. Und immer, wenn ich von einem körperlichen Limit zurück komme, habe ich grösseren Respekt und Anerkennung und eine tiefere Verbundenheit zu meinem Körper. Ich liebe das Gefühl, mit mir selbst und etwas, das so einzigartig für mich ist, verbunden zu sein.

 

Was, glaubst du, ist der Grund für deinen Erfolg?

Meine liebste Definition von Erfolg ist, dass man die Welt ein bisschen besser hinterlassen soll, als man sie vorgefunden hat. Also das behalte ich immer im Hinterkopf. Ich führe meinen ganzen Erfolg auf die Menschen um mich herum zurück, die mich emotional und anderweitig auf meinen verrückten Abenteuern unterstützt haben. Es hilft ein bisschen, dass meine Eltern beide bei Olympia teilgenommen haben. Sie haben die Latte unbewusst hoch gelegt, seit ich ein Kind bin und sie wissen, wie es ist, manchmal Schmerzen zu haben. Es tut gut, mit meiner Mutter über VO2max und einen Marathon in den Bergen zu sprechen. Meine bessere Hälfte, Jamie McDonald, ist auch ein Abenteurer. Also versteht er mich und es macht es einfacher, wenn der Tornado der Abenteuervorbereitung aufzieht. Über diese wichtigen Menschen hinaus sind meine engen Freunde gute Seelen mit Herzen aus Gold, die immer da sind, wenn ich nach Hause komme und ein Tässchen Tee brauche und reden muss. Das gibt mir ein normales Gleichgewicht im Leben.

Welche Rolle spielen das Laufen und Sport ganz allgemein in deinem Leben?

Bewegung ist alles im Leben! Auf diese Weise löse ich meine Probleme. So entdecke und verstehe ich andere Länder, Kulturen und Menschen. Würde man mir die Bewegung oder den Sport nehmen, würde ich durchdrehen. Wenn wir ehrlich sind, gibt es tatsächlich Tage, an denen ich durchdrehe. Aber dann wird mir klar - ich habe mich nicht bewegt! Der Mensch wurde dazu gemacht, um sich zu bewegen, es ist in unserem Blut. Also nehme ich mir jeden Tag etwas Zeit, um zu den Basics zu kommen, auch wenn es nur 30 Minuten sind, in denen ich schwimme. Nachdem ich etwas Sport gemacht habe, fühle ich mich immer wie eine neue Frau. Mein Geist ist klar und voll gepackt mit neuen Ideen und jeder Schmerz in meinem Körper scheint erloschen. Was auch das Problem sein mag, die Antwort liegt draussen in der Bewegung.

 

Welchen Rat hast du für jemanden, der mit seiner Arbeit Grenzen durchbrechen will?

Sei neugierig. Und damit meine ich: Sei neugierig und bleibe neugierig. Jage nach unbeantworteten Fragen über deinen Körper, deinen Geist, die Welt. Nichts motiviert mehr, als etwas zu entdecken und verstehen, was für dich alleine wichtig ist. Mache, was du machen würdest, wenn niemand schauen würde. Mache, was du als Kind gemacht hättest, wenn du etwas zum ersten Mal entdecken und erfahren wolltest. Diese Neugier führt zur Leidenschaft. Und Leidenschaft ist ansteckend. Jemand hat mir mal eine Karte geschickt, auf der geschrieben stand: "Es braucht nur einen Funken, um die Welt zu erleuchten." Jeder von uns hat diesen Funken. Wir müssen nur erst herausfinden, was ihn entfacht.