Zurück zur Übersicht

Taken to the Edge: Heather Day

Heather Day ist Künstlerin und lebt in San Francisco. Ihre Kunst ist ihre Art, Geschichten zu erzählen. Diese Geschichten sollen Momente der Interaktion mitteilen. Sie arbeitet hauptsächlich mit Farbe und unkonventionellen Materialien, dabei ist sie bekannt für ihre Wandmalereien. Die Philosophie, dass alles ein Stück Erfahrung ist, prägt ihre Arbeit. Ihre Geschichten handeln von Bewegungen und Farbideen, die sie durch Fasern, Leinen und Schichten erzählt.

Heather Day war Teil der Cloud Edge Speaker Series, die wir zum Launch des ultra-limitierten Cloud Edge ins Leben gerufen haben. Zur Feier dieses experimentellen Schuhs feiern wir Pioniere, die auf ihrem Gebiet Grenzen verschoben und Grossartiges geleistet haben. 

Q&A: Heather Day

 

Woher nimmst du deine Inspiration, was bringt dich vorwärts?

Ich male sensorielle Interpretationen aus Natur und Stadt. Das Studium von Aufbau, Farbe, Klang und Bewegung hilft mir, diese Momente in visuelle Geschichten zu übersetzen. Zwischen der Arbeit in meinem Studio und meinen Reisen erschaffe ich Werke, die letztlich tiefgründige und alltägliche Situationen durch den Malprozess repräsentieren.

 

Was, glaubst du, ist der Grund für deinen Erfolg?

Ich habe Dyslexie und bin mit Lernbehinderungen aufgewachsen. Natürlich wurde ich so dazu gezwungen, härter zu arbeiten, als meine Freunde. Ich denke, diese Arbeitsmoral hat sich auf meine jetzige Arbeit übertragen. Es kann zwar frustrierend sein, aber ich habe gelernt, meine einzigartige Perspektive zu schätzen und es als meine Stärke anzusehen.

 

 

 

Welche Rolle spielen das Laufen und Sport ganz allgemein in deinem Leben?

Ich laufe gelegentlich Langstrecken. Am meisten laufe ich, wenn ich nicht an Wandgemälden arbeite und meine Studioarbeit stabil läuft. Ich laufe gerne in San Francisco, schaue aber selten auf Zeit oder Distanz. Mein ganzes Leben dreht sich um Zahlen - Terminplanung, Budgets für Wandgemälde, Umsätze und Materialkosten etc. Am Ende des Tages möchte ich einfach nur aus dem Studio gehen, nicht auf die Uhr schauen und los laufen.

 

Ich erwähne die Wandgemälde ganz bewusst, weil ich dieses Jahr allein schon zwei fertig gestellt habe und diesen Sommer noch drei weitere folgen. Diese Projekte sind anstrengend und befreiend zugleich. Es fordert Geist und Körper für lange Zeit. Immer wieder muss ich auf das Gerüst klettern, eine Scherenhebebühne bedienen, Farbe auf die Seiten der Gebäude, Gehwege und Decken wälzen. Mein Körper gelangt ständig an seine Grenzen. Mit diesen Wandgemälden fühle ich mich so langsam wie ein aufgewärmter Athlet. Es ist aufregend - ich fordere meinen eigenen Prozess heraus, während ich meinen Körper verstehe und meine Grenzen suche. So lange es Hürden in meiner Arbeit gibt, wird es mir nicht langweilig.

 

Welchen Rat hast du für jemanden, der mit seiner Arbeit Grenzen durchbrechen will?

Wenn ich nicht weiter komme, brauche ich einen Perspektivenwechsel. Um mein Leben und meine Arbeit zu sortieren, muss ich meine Komfortzone verlassen und in eine neue Umgebung reisen. Pinsel sind deswegen so lang, weil du einen Schritt von der Arbeit weg sein musst, um zu verstehen, was du anders machen willst.