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Der Meditations-Guide von Les Others

Man muss der Stadt nicht unbedingt entfliehen, um seine Balance zu finden. Man muss sich nur mit sich selbst verbinden. Und atmen. Wir haben Les Others gefragt, ihr Wissen mit uns zu teilen.

 

Dieser Guide erschien ursprünglich im Les Others Magazine, Volume 11. Geschrieben von Daniel Klinckwort.

 

Ich wurde nicht in irgendeiner Stadt geboren, sondern in Mexiko-Stadt. Eine riesige Metropole und ein verrückter Ort. Es ist die fünftgrösste Stadt der Welt und das Zuhause von mehr als 21 Millionen Menschen. Hässlich und doch irgendwie wunderschön. Neben kulturellem Reichtum, fantastischem Essen und grossartigen Leuten gibt es hier auch Korruption, Anarchie, Smog und Chaos. Alles eng beisammen.

Ich empfand es schon immer als aufregend, mich im Grossstadtdschungel zu verlieren. Die pulsierende Energie und die unglaublich vielschichtigen Kulturen einer Stadt ziehen mich in den Bann. Städte können inspirierend, attraktiv und komfortabel sein, doch nach einer Weile machen sie dich irgendwie fertig. Nicht nur der Lärm und die Menschenmassen, sondern auch die Anonymität. Man lebt wie in einer Blase. Kaum Natur, kaum Menschlichkeit. Wenig Platz und wenig Luft. An erster Stelle steht die Produktivität. Das Rad muss sich weiterdrehen, um jeden Preis. In einer solchen Welt haben Reflexion und Bewusstsein kaum Platz.

Über die Jahre erschien mir die Art und Weise, wie wir heute leben, immer absurder. Auf der Suche nach einem Ausweg aus dem hektischen Alltag habe ich mich mit zwei meiner besten Freunde auf den Weg in die Wüste gemacht. Wir unternahmen einen 90 km langen und spirituellen Lauf entlang der Küste durch die Sonora-Wüste – quer durch das Land des Seri-Volkes. Das sollte unsere Sichtweise auf das Leben für immer verändern. Hier konnten wir eine Verbindung zu unserem ureigenen Ich herstellen, von den uralten Weisheiten der Seri erfahren und die Natur in ihrer reinsten Form erleben.

Was dann folgte, war ein Jahr, in dem wir weiter nach Sauerstoff und echten Verbindungen suchten. Wir gingen tief in die Natur und in uns selbst und haben den Kontakt zu abgelegenen Gemeinschaften auf der ganzen Welt gesucht, um deren Bräuche und Traditionen kennenzulernen. Das hat uns eine neue Perspektive eröffnet. Eine, die nur noch sehr wenig mit den Vorstellungen von Glück und Erfolg zu tun hat, wie wir sie in einer modernen Welt kennen. In dieser Zeit liegt auch die Geburtsstunde von Aire Libre Running. Hier sollen auch andere von unseren Erfahrungen profitieren können und wer weiss – vielleicht ändert sich dadurch auch ihre Sichtweise auf das Leben.

 

 

In der Meditation habe ich einen Weg gefunden, meinen Atem wiederzufinden. Meine Meditationsreise begann mit einigen erfolglosen Experimenten. Dann stolperte ich über das Buch «Catching the Big Fish» von David Lynch. Er sagt, Ideen sind wie Fische. Wenn man die grossen fangen will, muss man tiefer gehen. So habe ich gemerkt, dass die Macht der Meditation ein Werkzeug sein kann, um in mich selbst einzutauchen und zu meiner inneren Quelle zu gelangen. Ich finde zu Ruhe, geistiger Klarheit und grenzenloser Kreativität.

Meditation kann schwer greifbar und entmutigend wirken – immerhin gibt es unzählige Methoden und Stile. Aber egal, ob du still dasitzt, dich hinlegst, deinen Körper scannst oder spazieren gehst – jede Praktik dient nur einem Ziel: Bei sich selbst zu sein und sich selbst zu erkennen, indem man sich die ureigenen Empfindungen, Gefühle und Gedanken vollkommen bewusst macht.

Ich selbst wende die folgenden Meditationstechniken an. Vielleicht helfen sie auch dir, mehr Gleichgewicht und Frieden im Alltag zu finden. Alles beginnt damit, in den eigenen Körper hineinzuhorchen, den eigenen Herzschlag und Atem zu hören und loszulassen.

 

 

Achtsamkeitsmeditation     

                                                                                                 

Die Achtsamkeitsmeditation kann ein guter erster Schritt sein, denn sie gilt als die einfachste Form der Meditation. Man konzentriert sich voll und ganz auf den eigenen Körper und auf die Umgebung, um eine Verbindung mit dem Jetzt zu schaffen. Achtsamkeit bedeutet, alle Gedanken oder Gefühle, die einem ablenken und die dich vielleicht nervös machen, abzustreifen. Entspanne deinen Körper, damit du deine Atmung voll und ganz wahrnehmen kannst und konzentriere dich auf deinen Atemrhythmus. Nimm bewusst Notiz von den Geräuschen und Vibrationen, die du hörst und fühlst. Wenn dir dennoch ein Gedanke durch den Kopf geht, verurteile dich nicht dafür und mach dir keine Sorgen. Meditation ist eine Entdeckungsreise. Es gibt kein festes Ziel. Nimm deinen Gedanken einfach zur Kenntnis und lasse ihn wieder los. Mit der Zeit und mit mehr Übung wird es dir immer leichter fallen, deine Gedanken loszulassen und deinen Kopf zu leeren.

 

Bodyscan      

        

Uns ist oftmals nicht bewusst, dass sich unsere Gedanken auch auf unsere Nerven und Muskeln auswirken und diese in einen Zustand der ständigen Angespanntheit versetzen. Indem du deinen Körper mental scannst, nimmst du jedes Körperteil wieder bewusster wahr und registrierst jede Empfindung – egal ob angenehm oder nicht. Der Bodyscan beginnt bei deinen Füssen. Sie sind deine Verbindung zur Erde. Gehe dann weiter aufwärts: Von den Beinen, über den Bauch und die Arme bis hin zu den Schultern und deinem Kopf. Eine Möglichkeit, einen bestimmten Teil des Körpers bewusst zu spüren und ihn zu entspannen, besteht darin, in ihn «hineinzuatmen». Diese Art von Meditation kann den Geist zwar beruhigen, dient aber nicht primär dazu, Verspannungen oder Schmerzen vollständig zu lösen, sondern sie wahrzunehmen, daraus zu lernen und mit ihnen umzugehen.

 

 

Transzendentale Meditation    

                                          

Bei der transzendentalen Meditation sitzt du bequem, schliesst deine Augen und wiederholst im Stillen ein Mantra. Das kann ein Wort oder Laut sein, welches oder welcher die natürlichen Schwingungen imitiert, die von der Quelle der Schöpfung ausgehen. Dabei hat jede und jeder ihr oder sein eigenes Mantra. Es wird dir bei einer Initiationszeremonie von einem zertifizierten Lehrer zugewiesen. Anders gesagt: Dein Mantra ist der Schlüssel zu deinem tiefsten Inneren. Deshalb musst du es für dich behalten. Bei dieser Meditationstechnik wird der gewöhnliche Denkprozess transzendiert und durch einen Zustand reinen Bewusstseins ersetzt. In diesem findest du zu Stille, Ruhe, Stabilität und Ordnung. Mentale Grenzen lösen sich auf. Normalerweise nimmt man sich zweimal täglich 20 Minuten Zeit für die transzendentale Meditation.

 

Gehmeditation       

                                            

Gehmeditation ist eine einfache und universelle Technik, die du jederzeit im Alltag anwenden kannst. Währen du dich bei der Achtsamkeitsmeditation auf den Rhythmus deiner Atmung konzentrierst, fokussierst du bei der Gehmeditation auf den Rhythmus des Gehens. Achte auf deinen Körper, fühle den Druck deiner Füsse auf dem Boden und mach dir dein Empfinden beim Stehen bewusst. Bewege dich ganz bewusst und aufmerksam. Du kannst beim Gehen in einen tranceähnlichen Zustand gelangen und erleben, wie dein Geist durch die wiederholenden Bewegungen langsam zur Ruhe kommt. Dabei kommt es gar nicht so sehr darauf an, ob du dich in der freien Natur oder in der Stadt bewegst. Eine Gelegenheit zur Meditation bietet sich fast überall.

 

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