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The Milimani Runners: Lerne das neue kenianische Trailrunning-Team kennen

Bei Strassenläufen oder auf der Laufbahn sind die Kenianerinnen und Kenianer eine Macht. Im Trailrunning sind sie bisher eher unbekannt. Aber wie lange noch? Wir stellen euch "The Milimani Runners" vor: Sieben Elite-Läuferinnen und -Läufer, die die Trail-Welt im Sturm erobern wollen.

 

Iten liegt inmitten der weiten Täler und Naturschutzgebiete Kenias. Eine einfache Stadt, wie es viele gibt, könnte man denken. Ein typischer Tag sieht hier nicht viel anders aus wie anderswo auf dem Land in Kenia: Lastwagen auf der Durchfahrt zu den nahegelegenen Feldern, roter Staub, der die auf der Ladefläche sitzenden Arbeiter einhüllt, geschäftiges Treiben an den Marktständen und in den Werkstätten und Schulkinder, die zum Unterricht eilen. Die Landschaft ist reich an grüner Vegetation, genährt durch häufige Regenfälle und den scheinbar endlosen Sonnenschein. Es ist eben eine Stadt Nahe des Äquator. Doch die Stadt Iten, nur gerade 5 km breit, hat es in sich: Sie ist die Heimat einiger der besten Läuferinnen und Läufer, die unsere Welt jemals gesehen hat.

 

 

Spaziert man im Morgengrauen durch die Stadt, wird man fast sicher einem Olympiasieger oder einer Weltrekordhalterin über den Weg laufen. Über die zentrale Kerio Valley Road kommen die Athletinnen und Athleten in kleinen Gruppen auf dem Weg zu ihren Trainingslagern gefahren. Nicht selten tragen sie Kleidung und Schuhe ihrer Sponsoren, die noch nicht mal auf dem Markt sind. Das sind sie – die erfolgreichen Laufstars.

 

Trailrunning wurde in den letzten Jahren immer populärer: Internationale Wettbewerbe sind wie Pilze aus dem Boden geschossen und über eine mangelnde Teilnehmerzahl müssen sie sich nicht beklagen. Doch bis nach Iten ist der Hype noch nicht vorgedrungen. Wenn man Schulkinder und Jungtalente nach ihren Zielen befragt, dann wünschen sie sich nach wie vor, bei Olympia auf der Bahn oder der Strasse Geschichte zu schreiben. So wie Eliud Kipchoge, der einen Marathon unter zwei Stunden läuft und hier wie ein Gott verehrt wird. Bei den grossen internationalen Strassenrennen sind die Kenianerinnen und Kenianer immer ganz vorne in der Spitzengruppe zu finden. Die Trailrunning-Szene ist hingegen immer noch vorwiegend weiss. Die Vielfalt und Starpower, welche ostafrikanische Läuferinnen und Läufer in einen Wettbewerb einbringen, vermisst man hier schmerzlich.

 

 

Julien Lyon – selbst Trailrunning-Champion und lebhaft in Iten – erkannte schnell, dass es durchaus kenianische Läuferinnen und Läufer mit grossem Siegespotenzial im Trailrunning gibt. Gemeinsam mit dem erfahrenen Läufer und Talent-Scout Isaac Kadenge als Co-Trainer rief er ein ehrgeiziges Projekt ins Leben und gründete die von On unterstützten Milimani ("Berg" auf Swahili) Runners. Das Ziel: Mit ihnen die Trailrunning-Szene aufzumischen.

 

Iten liegt auf einer Höhe von 2400 Metern über dem Meeresspiegel. Es gibt hier viele Wälder und rund um die Stadt ragen Steilhänge mit gewundenen Pfaden in die Höhe. Ein Trailrunning-Traum, der nur darauf wartet, gelebt zu werden. In dieser Umgebung bereiten sich die Milimani Runners auf ihr Debüt beim Sierre Zinal und UTMR im Jahr 2022 vor. Zeichnet sich hier eine neue Ära kenianischer Laufhelden ab?

 

 

Wenn es etwas gibt, wofür kenianische Läuferinnen und Läufer bekannt sind, dann ist es ihr unerschöpfliches Engagement. Basierend auf ihrer langjährigen Erfahrung setzen Julien und Isaac auf folgendes Rezept, um ihr Team erfolgreich zu machen: Tägliche Trainingseinheiten bei Sonnenaufgang und am späten Nachmittag sowie viel Ruhe und gute Verpflegung dazwischen. Damit soll die Wettkampffitness erhalten und optimiert werden. Das Training besteht aus einem ausgewogenen Mix unterschiedlicher Distanzen, Terrains und Geschwindigkeiten und wird wöchentlich angepasst. So wird die Kraft und Ausdauer, welche lange Trail-Rennen erfordern, kontinuierlich ausgebaut – bis das Team bei internationalen Trailrunning-Wettkämpfen hoffentlich so richtig abheben wird.  

 

Wie Julien erzählt, gibt es in Iten eine Vielzahl an Talenten: „Es war echt nicht einfach, das Team zusammenzustellen“, sagt er uns.

 

Lerne das Team kennen

 

 

Die Team-Mitglieder können bereits einige beeindruckende Zeiten und Erfolge vorweisen. Mark gewann den Luxemburg-Marathon 2018 mit einer Zeit von 2:12:12 und konnte damit den bestehenden Rekord brechen. „Im Training ist er nicht immer ganz vorne dabei, aber im Wettkampf? Unglaublich... “ , erzählt uns Julien. 

 

Roses Karriere begann in den frühen 2000er Jahren. Damals trat sie gegen Lauflegenden wie Paula Radcliffe an und holte 2005 den 1. Platz über 3000 m in Turin sowie den 9. Platz bei den World Cross Country Championships. Nach einer Verletzung ist sie nun mit alter Stärke zurück.

 

Der Gemeinschaftsgedanke ist bei den kenianischen Athletinnen und Athleten tief verwurzelt. Jüngere Teammitglieder wie Nehmia oder Neuzugang Philaris nehmen den Rat ihrer erfahreneren Team-Kameraden nur allzu gern an und lassen sich von ihnen anleiten. „Wir kümmern uns wirklich sehr umeinander. Wir sind mehr als einfach nur ein Laufteam“, sagt Julien. Man achtet aufeinander bei den Milimani Runners.

 

 

Für die Läuferinnen und Läufer hier bedeutet eine erfolgreiche Laufkarriere oder auch schon ein Sieg bei einem internationalen Wettkampf mehr als einfach ein Triumph. Für manche kann der Erfolg ein Weg in ein besseres, sichereres Leben oder der Ausstieg aus der Armut sein. Doch es nur schon an den Start eines grossen Rennens zu schaffen, ist eine grosse Herausforderung.

 

„Damit Läufer es zu den grossen europäischen Rennen schaffen, müssen sie entdeckt und gesponsert werden. Nur dann können sie die Reise überhaupt antreten. Und die Messlatte in Iten liegt so hoch, dass es sehr schwierig ist, hervorzustechen. Trail-Wettkämpfe sind eine Möglichkeit, unentdeckten Talenten die Türen zu öffnen.“  – Julien Lyon 

 

Auf dem Höhepunkt der Pandemie im Jahr 2020 galten auch in Kenia strenge Lockdown-Massnahmen und viele Läuferinnen und Läufer wussten nicht, wie es weitergeht. Trainingspläne wurden auf Eis gelegt, Wettkämpfe abgesagt und die Wettkampffitness liess nach. Viele Athletinnen und Athleten verloren ihre Sponsoring-Deals. „Ich bin so glücklich, wieder laufen zu können“, erzählt uns Mark bei einem Besuch bei ihm zu Hause. Sein Grundstück konnte er sich mit den Einnahmen eines Rennsiegs kaufen.  

 

Das Team kann es kaum erwarten, sich international zu profilieren und konnte – nur wenige Wochen nach der offiziellen Gründung der Milimani Runners – bei seinem ersten internationalen Rennen bereits zeigen, was in ihm steckt: Mark konnte sich beim Course de l'Escalade in Genf den beeindruckenden zweiten Platz sichern – nur Sekunden hinter seinem Landsmann Boniface Kibiwott. Der dreimalige Titelverteidiger Julien Wanders ging diesmal leer aus. Moses wurde Fünfter und Sally belegte bei den Frauen einen grossartigen siebten – und das nur drei Stunden nachdem ihr verspäteter Flug in der Schweiz gelandet war.

 

Die Milimani Runners wärmen sich gerade erst auf. Aber das Engagement und Können, dass jede und jeder einzelne ins Team einbringt, lässt vermuten, dass da noch mehr kommt. Wir können es kaum erwarten, zu  sehen, wie sie die Laufwelt verändern werden. 

 

 

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