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Ultramarathonläufer gewinnt den Badwater Ultra wie auf Wolken – und fällt dann auf die Knie

Für On-Ambassador Yoshihiko Ishikawa nahm der Badwater 135 Ultramarathon 2019 ein besonders glückliches Ende. Nachdem er das Rennen gewonnen hatte, machte der japanische Dauerläufer seiner Freundin einen Heiratsantrag. Achtung, Spoiler: Sie hat Ja gesagt.

 

Yoshihiko gewann nicht nur den Wettkampf, der als «der härteste Wettlauf der Welt» gilt, sondern stellte ausserdem noch einen neuen Streckenrekord auf: er schaffte die 135 Meilen (216 km) und mehr als 2.500 Höhenmeter in 21:33:01. Der vorherige Rekord von 21:56:32 wurde 2016 von Pete Kostelnick aufgestellt. 

 

Der Badwater 135 Ultramarathon beginnt in der Badwater-Senke im kalifornischen Death Valley – mit 85 m unter dem Meeresspiegel der niedrigste Punkt Nordamerikas – und führt die Läufer auf dem Mount Whitney bis auf 2.548 m. Und dann ist da noch die Hitze. Die Temperaturen bei diesem Wettkampf klettern locker auf 50 °C. Schliesslich nennt man ihn nicht umsonst «den härtesten Wettlauf der Welt». Im Durchschnitt kommen die Läufer nach etwa 40 Stunden ins Ziel. 

 

 

Als wäre all das nicht genug, hatte Yoshihiko neben dem Leistungsdruck noch etwas ganz anderes im Kopf: einen Heiratsantrag. Nachdem er den Wettkampf wie geplant gewonnen hatte, kniete er an der Ziellinie nieder – etwas wackelig nach all der Anstrengung – und machte seiner Freundin einen Heiratsantrag. Beim Badwater 135 kommen vielen Läufern die Tränen, doch normalerweise sind es keine Freudentränen. Als sich das Paar in die Arme fiel, blieb auf dem Berg kein Auge trocken. 

 

Für Yoshihiko kommt dieser Sieg nach seinem Titelgewinn bei den 24 Hour World Championships 2017 (damals lief er 267,56 km an einem Tag) und seinem Sieg beim 245,3 km langen Spartathlon-Ultramarathon in Athen 2018. Wir haben nach dem Rennen mit Yoshihiko gesprochen, um mehr über seinen unvergesslichen Tag zu erfahren. 

 

Q&A


 

Yoshihiko, wie hast du dich auf den «härtesten Wettlauf der Welt» vorbereitet? 

Ich bin zwei Monate lang jeden Sonntag 100 km gelaufen. Das Training ist sehr wichtig für die mentale Belastbarkeit. Normalerweise laufe ich im Training insgesamt etwa 200 km pro Woche.

 

Was ging dir an der Startlinie durch den Kopf? Hattest du dir vorgenommen, das Rennen zu gewinnen? 

Es war ein grosses Ziel, drei Wettkämpfe zu gewinnen – die 24 Hour World Championships (die Yoshihiko 2017 gewann), den Spartathlon (den Yoshihiko 2018 gewann) und den Badwater 135. Anstatt zu denken, dass ich eventuell gewinnen könnte, zwang ich mich, zu glauben, dass ich nur gewinnen kann. Ich fand es interessant, dass ich körperlich und geistig völlig ruhig war. 
 

Welcher Teil dieses extrem harten Wettkampfs war der schwierigste?

Mount Whitney. Der letzte 20 km lange Anstieg auf 2500 m bedeutet eine hohe Belastung für einen Körper, der schon mehr als 200 km hinter sich hat, und das war schmerzhaft. 

 

Bei einer solchen Hitze ist die Flüssigkeitszufuhr extrem wichtig. Wie hast du es geschafft, genug zu trinken?

Einmal pro Meile (1,6 km) wird Wasser angeboten. Ich habe jedes Mal kaltes Wasser auf meine Füsse und meinen Körper gegossen, um mich abzukühlen. Das war der erste Wettkampf, bei dem ich so viel Wasser und Eis gebraucht habe. Hier haben sich die einzigartigen Anforderungen von Badwater gezeigt.

 

 

Herzlichen Glückwunsch zu deiner Verlobung! Hattest du von Anfang an einen Antrag an der Ziellinie geplant? 

Ja, das hatte ich schon vor dem Wettkampf entschieden. Mein Ziel war es, den härtesten Wettlauf der Welt zu gewinnen und dann ein Ja zu hören!

 

Hast du während des Rennens an deinen Antrag gedacht? Warst du deswegen nervös? 

Ich habe nicht viel darüber nachgedacht, aber in meinem Herzen kann ich mich immer auf die Unterstützung verlassen – selbst in schwierigen Situationen. Ich war nervös, aber die Amerikaner um uns herum waren ganz aufgeregt und die Stimmung war toll!

 

Wo hattest du eigentlich während des Wettkampfs den Verlobungsring versteckt?

Wir haben zwei Jungs aus dem Support-Team gebeten, den Ring mir direkt im Ziel zu übergeben. Das Timing hat perfekt geklappt! 

 

Was für ein unvergesslicher Tag! Wie habt ihr dieses Doppel aus Wettkampfsieg und Verlobung gefeiert? 

Wir waren beide so müde, dass wir uns hinlegen mussten! Ich habe noch nie so etwas wie eine Verlobung erlebt. Jetzt fühlt sich unsere Beziehung noch mehr wie etwas ganz Besonderes an. 

 

 

Du bist bekannt als «der Mann, der niemals müde wird». Nimmst du dir nun etwas Zeit für die Regeneration? 

Eine absolute Ruhephase wird es niemals geben. Das liegt in der Natur des Ultramarathons – bei einem Wettkampf zu laufen, ohne auszuruhen. Aber jetzt steht etwas Erholung mit einigen Behandlungen und Trainingssessions an, die nichts mit dem Laufen zu tun haben, um meinen Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen.


 

Hast du dir schon den nächsten Wettkampf ausgesucht?

Im Oktober finden in Frankreich die 24 Hour World Championships statt; dort würde ich gern meinen Titel verteidigen. Ich möchte zwei Siege hintereinander schaffen. 


 

Und letzte Frage: Hat die Hochzeitsplanung schon begonnen?

Noch nicht! Wir nehmen uns Zeit, um gemeinsam Pläne zu schmieden.

 

Yoshihikos Schuh: Der Cloud X
«Mit dem federleichten Cloud X war das schnelle Auf und Ab auf der Badwater-Strecke kein Problem. In diesem Schuh konnte ich die ganze Zeit über eine effiziente Laufbewegung beibehalten.»
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On Performance-Apparel
Yoshihikos Favoriten für kühlen Komfort – selbst in der Hitze des Death Valley. «Das Performance-T, die Lightweight Shorts und das Cap fühlten sich auf der Haut leicht und angenehm an, trotz der unangenehm heissen Umgebung.»
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