Zurück zur Übersicht

Videoserie: Inside an Ultrarunner's Mind

Unsere neue Videoserie lässt dich tief in die Gedankenwelt von drei Ultraläufer:innen eintauchen. Wir wollen herausfinden, warum und wie sie solche unvorstellbaren Distanzen laufen. Gibt es etwas Besonderes in ihnen, das sie die Grenzen des menschlichen Körpers ausloten lässt? Oder kann das jede:r? Finden wir es heraus ...

 

Im Laufsport ist der Marathon eine ziemlich wichtige Distanz. Und eine, die es nicht zu unterschätzen gilt. Du läufst immerhin 42,195 km am Stück. Trotzdem gibt es Läufer:innen, die sich dazu entscheiden, noch weiter zu gehen. Willkommen zum Ultra-Running.

 

In unserer neuen dreiteiligen Serie Inside an Ultrarunner's Mind sprechen wir mit drei Ultraläufer:innen, deren Leben, Werdegang und Ziele ganz unterschiedlich sind. Keine:r von ihnen ist Profisportler:in. Sie alle führen ein sogenanntes «normales» Leben – und schaffen es trotzdem, diese unvorstellbaren Distanzen zurückzulegen.

 

Schau dir unsere neue Videoserie an, um herauszufinden, wie sie zum Ultra-Running gekommen sind. Was motiviert sie? Wie finden sie die richtige Balance zwischen dem Laufen und der Arbeit? Und welche Tipps und Tricks helfen dabei, solch lange Distanzen durchzustehen? Bei einem Podiumsgespräch treffen die Läufer:innen auf Ben Martynoga. Er ist Neurowissenschaftler und Wissenschaftsautor und versorgt uns mit Einblicken in die aktuellste Forschung, um zu erklären, was beim Laufen mit unseren Athlet:innen passiert. 

 

Lerne hier die Teilnehmer:innen kennen oder scrolle ganz nach unten, um dir die Folgen anzusehen.

 

Das sind die Teilnehmer:innen

 

Alexx Johnson-Dupri 

 

 

Alexx arbeitet in Seattle für Recreational Equipment Inc. (auch bekannt als REI). Die fünfmalige Ironman-Teilnehmerin, 24-Stunden-Marathonläuferin und Hindernis-Dauerläuferin beschreibt sich selbst als Tomboy, Wanderin und Hundefreundin mit einer Leidenschaft für die freie Natur. 

 

Sie träumt davon, eines Tages beim Badwater Ultramarathon – dem härtesten Wettlauf der Welt – anzutreten und würde es lieben, in der TV-Show Survivor dabei zu sein. Ein weiterer Beweis, dass sie für die Herausforderung lebt. 

 

«Mit dem Ultra-Running habe ich vor fast 10 Jahren angefangen. Der Gedanke kam auf, als sich der IRONMAN nicht mehr nach einer Herausforderung anfühlte. Ich beschloss also, mich auf eine einzelne Disziplin mit längeren Distanzen zu konzentrieren.

 

«Ich laufe Ultras, weil sie mir ein Gefühl von Erfolg und Stärke geben. Und darüber hinaus finde es toll, wie sie mich mental trainieren. Von der Konzentration, Disziplin und Entschlossenheit, die man beim Ultra-Running braucht, kann ich in allen Bereichen meines Lebens profitieren. 

 

«Meine Erfolge erinnern mich ständig daran, wie stark ich bin. Selbst die grössten Herausforderungen des Lebens kriegen mich nicht klein. Es gibt nichts, das ich nicht schaffen kann, habe ich es mir einmal in den Kopf gesetzt.» 

 

Liz Townley

 

 

Liz ist Mutter und setzt sich bei ihrer Arbeit als Wilderness, Wild and Scenic Rivers Specialist beim US Forest Service für den Erhalt und die Pflege öffentlicher Ländereien ein. Die freie Natur ist ihr sehr wichtig. Wenn sie nicht gerade ihrem Vollzeitjob nachgeht oder daheim ihre zwei Kinder unterrichtet, stellt sie sich gerne mal einer langen Laufdistanz. 

 

Vor etwa sieben Jahren begann sie mit Trailrunning. Damals noch ohne Ambitionen, was die Distanz anging. Doch vor etwas mehr als zwei Jahren fand sie im Ultra-Running den nötigen Freiraum, um den Verlust eines Familienmitglieds zu verarbeiten und mit dem üblichen Stress einer berufstätigen Mutter umzugehen. 

 

«Ich bin beim Trailrunning geblieben, weil es mir Zeit für mich gibt. Ich kann draussen sein und mich selbst herausfordern. Beim Laufen kann man so viel über das Leben lernen, und das liebe ich. Ausserdem trainiere ich sehr gerne für Läufe, die keine Wettkämpfe sind. 

 

«Am liebsten laufe ich alleine oder zusammen mit meinem Mann und meinem Hund. Bei meinen Langstreckenläufen warten im Ziel ein Bier und ein Fluss zur Abkühlung oder ein See, in den ich mit meinem Mann springen kann. Die Belohnung besteht darin, das wirklich tun zu können und nicht nur davon zu träumen. Und natürlich in der Aussicht entlang der Strecke.»

 

Karel Sabbe 

   

 

Karel ist nicht nur Zahnarzt und Vater, sondern konnte sich in seiner Laufbahn als Langstreckenläufer auch einige Rekorde schnappen. Zwei Highlights sind sein Sieg beim Big Dog’s Backyard Ultra 2020 und sein Triumph als Last Man Standing bei den berüchtigten Barkley Marathons – ein Lauf, den seit der ersten Austragung 1986 erst 15 Personen beendet haben. Zudem hält Karel derzeit den Geschwindigkeitsrekord auf dem Appalachian und dem Pacific Crest Trail.

 

«Anfangs war das Laufen ein Ausgleich zu meiner Arbeit als Zahnarzt. Die kann manchmal ziemlich stressig sein. Ich habe aber schnell bemerkt, dass ich lange Distanzen laufen kann. Also nutzte ich diese Fähigkeit, um lange in den Bergen zu sein und dabei mehr zu entdecken, als ich es bei einer Wanderung könnte.

 

«Ultra-Läufe bringen immer wieder frischen Wind in mein Leben. Wenn ich ein paar anstrengende Monate bei der Arbeit habe, hilft mir das Training, mit dem Stress umzugehen. Aber gerade die wirklichen Ultra-Wettkämpfe sind wie ein Neustart, durch den ich merke, dass es nicht viel braucht, um ein glückliches Leben zu führen. 

 

«All meine Ultras finden in wunderschönen Settings statt. Ich nutze sie also auch als Gelegenheit, um neue Landschaften zu entdecken. Durch diese Läufe fühle ich mich stark. Sie lehren mich einiges, das ich auch in andere Bereiche meines Lebens übertragen kann: welche Bedeutung Partner und Beziehungen haben, dass man ausdauernd und beharrlich sein muss und wie wichtig es ist, mit den kleinen Dingen im Leben glücklich und zufrieden zu sein.»

 

Ben Martynoga 

 

 

Ben ist ein Neurowissenschaftler und publizierter Wissenschaftsautor, der seit über zehn Jahren an der vordersten Front der Gehirnforschung arbeitet. Er beschäftigt sich mit der Frage, wie sich das Gehirn im Lauf des Lebens verändert. Zudem ist er selbst begeisterter Läufer. Er hat schon mit mehreren führenden Marken und diversen Medien darüber gesprochen, wie sich das Laufen auf das Gehirn auswirken kann. Sprich: Ben ist das perfekte Gegengewicht für unsere drei Läufer:innen. Sprechen sie darüber, was sie erleben und fühlen, kann er das wissenschaftlich einordnen. 

 

«Für mich geht es beim Laufen seit jeher weniger darum, fit zu werden, sondern viel mehr darum, etwas für Kopf und Geist zu tun. Wenn ich bei der Arbeit bei einem Problem nicht weiterkomme oder etwas niedergeschlagen bin, weiss ich, dass es Zeit für einen Lauf ist. Für mich funktioniert das super. So viele Studien belegen, dass Sport – und gerade das Laufen – sehr gut für unsere geistige Gesundheit ist. 

 

«Stellt man einer Maus ein Laufrad in den Käfig, läuft sie stundenlang. Schaut man sich anschliessend ihr Gehirn an, stellt man fest, dass es in vielerlei Hinsicht besser funktioniert. Man kann sogar beobachten, dass neue Neuronen entstanden sind, neue Verbindungen. Bis vor ein paar Jahren dachten wir, das wäre im menschlichen Gehirn gar nicht möglich. Wir dachten, man wäre auf das beschränkt, was bei der Geburt schon da ist. Ich möchte gerne herausfinden, ob man diese Vorteile skalieren kann und ob sie bei Langstreckenläufen auftreten.» 

 

Inside an Ultrarunner's Mind 

 

Episode 1: Warum tut man sowas?

    

 

Episode 2: Durch den Schmerz hindurch

   

 

Episode 3: Kann jede:r Ultras laufen?

   

Hol dir noch mehr Laufinspiration. Melde dich für den On Newsletter an.