Ch Nicola Spirig

Im Alter von zehn Jahren nahm Nicola zum ersten Mal an einem Triathlon teil. Seither hat sie die Triathlon-Welt im Sturm erobert. Sie ist zweifache Medaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen, Europameisterin und Schweizer Sportlerin des Jahres. Nicolas Erfolge sprechen für sich selbst. Und mit jedem Jahr als aktive Sportlerin, wird sie mehr und mehr zur lebenden Legende.

    

Ich bin in erster Linie Mutter und dann Sportlerin - in dieser Reihenfolge. Sport ist meine Leidenschaft. Die Familie ist meine grosse Liebe.

   

Harte Konkurrentin, liebevolle Mutter, goldgekrönte Olympionikin, leidenschaftliche Patriotin, ewige Überlegene, unumstrittene Herausforderin. Nicola Spirig ist vieles. 

 

Angefangen bei den Trainings mit ihrem Vater in jungen Jahren, hat sich Nicola über all die Jahre zu einer einzigartigen Triathletin entwickelt. Sie ist zweifache Medaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen, mehrfache Europameisterin und Schweizer Sportlerin des Jahres. Ihre Erfolge sprechen für sie. 

 

Jetzt, nur wenige Monate nach der Geburt ihres dritten Kindes, steht Nicola kurz davor, sich für ihre fünften Olympischen Spiele zu qualifizieren. 

 

„Ich habe es nie darauf abgesehen, ein Statement abzugeben oder etwas Radikales zu tun“, sagt sie.

 

Ich war immer sehr ehrgeizig und wollte mein Bestes geben

 

 

Die ersten Jahre

 

Als Tochter einer Sportlehrerin und eines Sportlehrers erlebte Nicola eine aktive Kindheit. Mit Eltern, die grossen Wert darauf legten, aktiv und gesund zu sein, war sie schon als Kind sehr sportbegeistert. Bis heute verdankt sie ihner Eltern, dass diese in ihr ein Feuer für den Sport entfacht haben.  

 

„Ich habe es schon immer geliebt, mich zu bewegen. Meine Leidenschaft für den Sport habe ich durch meine Familie entdeckt“, sagt sie. 

 

„Meine Eltern gaben mir die Möglichkeit, viele verschiedene Sportarten auszuprobieren. Ich spielte lange Zeit Basketball und im Winter gingen wir als Familie zum Skifahren und Snowboarden auf die Piste.  

 

„Mein Vater nahm mich auf Skitouren, zum Klettern oder Kanufahren mit. Ich ging in den Schwimmverein und nahm im Alter von zehn Jahren zum ersten Mal an einem Triathlon teil.“

 

Davon ist etwas hängen geblieben. Nicola fand ihre Berufung und begann den kometenhaften Aufstieg an die Spitze des Triathlons. Stets sehr familienorientiert, trainierte sie zu Beginn mit ihrem Vater Sepp. Ein Mann, dem sie ihre Weltklasse verdankt – wie Nicola selbst sagt. 

  

 

Beschleunigung 

 

Die Jahre vergingen und obwohl sie eindeutig Talent hatte, war es Nicola wichtig, nicht all ihre Hoffnungen auf eine erfolgreiche Sportkarriere zu setzen. Sie wollte eine sichere Alternative und absolvierte ein Jurastudium in Zürich – für den Fall, dass sie eines Tages keine Wettkämpfe mehr wahrnehmen würde können. 

 

Stets bescheiden, sagt sie, dass die Mehrheit ihrer Kameraden und die Professoren nicht einmal wusste, dass sie Sportlerin war –  und das, obwohl sie bereits zwei Mal an Olympischen Spielen teilgenommen hatte, bevor sie 2010 ihren Abschluss machte. In Athen belegte sie den neunzehnter Rang und in Peking wurde sie Sechste. 

 

Während viele Leute schon Mühe haben, die Disziplin und das Engagement aufzubringen, um ein Jurastudium abzuschliessen, tat Nicola dies währenddem sie gleichzeitig auf höchstem Niveau für die Olympischen Spiele trainierte. Als Superfrau war sie offenbar dafür gemacht, beides zu tun. 

 

„Ich musste in meinem Leben viele Entscheidungen treffen. Sportlerin zu sein, war für mich eine natürliche Sache. Zwar ist es harte Arbeit und ich musste viel opfern, aber die Entscheidung dafür fiel mir leicht“, sagt sie. 

 

„Gleichzeitig Studentin zu sein und als Juristin das Studium abzuschliessen, war herausfordernd. Noch mehr harte Arbeit – und das während den Triathlon-Trainings.“

 

Möglicherweise hat die Doppelbelastung sie etwas gebremst. Doch als das Studium abgeschlossen war, ging es für Nicola erst so richtig los.

 

Nachdem sie sich entschied, einen neunen Coach heranzuziehen und sich nach 15 Jahren von ihrem Vater Sepp als Trainer zu trennen, bekam ihr Training neuen Schwung. Bei den Olympischen Spielen 2012 war sie in Topform. 

 

Sie gewann Gold. 

 

“Mein Vater machte mich zu dem, was ich bin. Gold zu gewinnen war für mich ein grosser Moment. Wie muss es erst für ihn gewesen sein!", sagt sie.

 

Superfrau mit Auszeichnungen

 

Ein Jahr nach der ersten Olympia-Medaille wurde Nicolas erstes Kind geboren. Im Jahr darauf kehrte sie zum Sport zurück und demonstrierte erneut ihre Überlegenheit. Sie wurde nach 2009, 2010 und 2012 zum vierten Mal Europameisterin im Triathlon und gewann auch den Ironman Cozumel 2014. 

 

Und auch im Jahr 2015 zeigte Nicola keine Anzeichen von Schwäche. Wieder einmal ging sie als Europameisterin im Triathlon und Siegerin der Europäischen Spiele hervor. 2016 ergriff sie an den Olympischen Spielen eine weitere Gelegenheit und holte wieder eine Medaille – diesmal war es die Silberne. 

 

Es mag wie ein Muster anmuten, dass ein Jahr später Nicolas zweites Kind geboren wurde. Wieder in Topform kehrte sie aber auch diesmal zurück und wurde 2018 erneut Europameisterin. 

 

Nur wenige Monate vor den Olympischen Spielen in Tokio hat sich Nicola ihren Platz im Schweizer Team quasi gesichert – und das weniger als sechs Monate nach der Geburt ihres dritten Kindes. 

  

 

Von Anfang an steht für sie die Familie an erster Stelle

 

„Mutter zu sein, war für mich die natürlichste und auch die erfüllendste Entscheidung von allen. Es war meine Wahl, ich habe es dreimal geschafft und nie zurück geschaut", sagt sie. 

 

„Die Zeit zu finden ist schwierig. Mit drei Kindern drei Trainingseinheiten pro Tag zu absolvieren, ist nicht einfach. Aber weil ich meine Leidenschaft und meine Liebe verbinden kann, finde ich immer einen Weg."

 

Meine Familie gibt mir Superkraft. Ich kann nicht weniger als 100% für alles geben. Denn ich liebe beide Seiten meines Lebens gleichermassen. Sportlerin oder Mutter? Das sollte man nicht wählen müssen. 

  

Nicola Spirig: Fragen und Antworten

 

Wie hast du mit dem Laufen angefangen? Ich schätze, da war ich noch ein Kind. Als ich sechs Jahre alt war, plante meine Familie eine dreimonatige Ferienreise in die USA. Wir sind in einem Wohnmobil herumgefahren. Meine Eltern und meine Geschwister haben alle ein Fahrrad mitgenommen. Nur für mich gab es keins! Zurück in der Schweiz habe ich damit weitergemacht, bis ich mit etwa zehn Jahren an meinem ersten Wettkampf teilgenommen habe. Das hat so viel Spass gemacht. Danach nahm ich jedes Jahr an demselben Rennen teil. Für den letzten Wettkampf am Jahresende konnte man sich qualifizieren. In den ersten Jahren habe ich mich qualifiziert, aber im Finale war ich nur Durchschnitt. In meinem letzten Jahr habe ich dann tatsächlich gewonnen. Darauf war ich sehr stolz. Später habe ich dann 1999 und 2000 bei den Junioren-Europameisterschaften im Crosslauf Silber gewonnen. Wettkämpfe im Crosslauf und über 3000 oder 5000 Meter habe ich immer geliebt; das ist auch heute noch so. Damit bereite ich mich auf Triathlons vor. Meine persönliche Bestzeit über 3000 Meter liegt bei 9:07 Minuten.

 

Warum läufst du heute? Ich laufe wirklich gern. Vor allem, weil es so einfach und effizient ist. Man kann überall laufen, wo man will. Einfach rein in die Schuhe und los. Besonders gern laufe ich im Wald und in der Natur ganz allgemein. Wenn man fit ist, gibt es kein besseres Gefühl als zu laufen.

 

Was war der bislang wichtigste Wettkampf für dich? Das ist eine schwierige Frage. Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich bin ich 2014 den Marathon gelaufen. Das war ein ziemlich aufregender Wettkampf für mich. Die drei Junioren-Europameisterschaften im Crosslauf waren für mich auch tolle Erfahrungen. Dort habe ich ja zwei Silbermedaillen gewonnen. Über 3000 Meter, 5000 Meter und 10.000 Meter bin ich mehrmals Schweizermeisterin geworden. Ich denke, diese Rennen waren immer ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu meinen bedeutenderen Triathlon-Wettkämpfen.

 

Was ist dein Ritual vor Wettkämpfen? Ich möchte die Wettkampfstrecke immer ganz genau kennen. Ausserdem habe ich vor dem Wettkampf meinen Zeitplan, der immer mehr oder weniger gleich aussieht: ein kurzer Lauf am Morgen, Frühstück, Warmup auf dem Rad, Wechselzone vorbereiten, Warmup für das Schwimmen – und dann bin ich fertig. Bei wichtigen Wettkämpfen trage ich einen kleinen goldenen Pferde-Ohrstecker – bei den Olympischen Spielen sogar in beiden Ohren.

 

Worüber denkst du beim Laufen nach? Das hängt immer von meiner Stimmung und der Situation ab. Bei vielen Sessions muss ich mich konzentrieren, weil es Intervalltraining ist. Da muss ich die Geschwindigkeit und die Zeiten im Auge behalten. Bei anderen Sessions geniesse ich einfach nur die Natur. Und manchmal haben meine Gedanken gar nichts mit dem Laufen zu tun – dann versuche ich, Probleme zu lösen, oder habe neue Ideen. Ich höre auch oft Musik, um mich zu motivieren. Damit ich vielleicht ein kleines bisschen schneller laufen kann.

 

Was ist deine bewährte Trainingsmahlzeit? Das kommt auf die Tageszeit und auf das Training an. Morgens esse ich am liebsten nur eine Banane und gehe dann laufen. Später am Tag esse ich vor dem Laufen gern etwas Schokolade; sie verleiht Energie und ist leicht verdaulich.

Welchen Song hörst du beim Laufen am liebsten? Da gibt es verschiedene. Ich passe meine Songs gern dem Training an – die schnellen für besonders anspruchsvolle Sessions, die langsameren für einfaches Training.

 

Abgesehen von Ausdauersport – wofür begeisterst du dich sonst noch? Meine Familie, andere Sportarten und die Natur.

 

Was wäre dein Beruf, wenn du keine Profisportlerin wärst? Vermutlich wäre ich Anwältin. Mein Jurastudium habe ich 2010 abgeschlossen.

 

Welche Sache erzählt einem niemand über die Karriere als Profisportlerin? Man muss sich wirklich konzentrieren. Ich bin sehr gut darin, mich auf einen konkreten grossen und wichtigen Wettkampf vorzubereiten und mich nur darauf zu konzentrieren, z. B. auf die Olympischen Spiele. Ich denke, es gibt nur sehr wenige Sportler und Sportlerinnen, die wissen, wie man sich unter solchem Druck vorbereitet, konzentriert und die notwendige Leistung bringt. Dabei glaube ich, das ist entscheidend, wenn man sein Ziel erreichen will.

 

Was ist der beste Ratschlag, den du je zum Laufen bekommen hast?

Dass ich nur mein Bestes geben kann.

 

Welchen Rat hast du für jemanden, der in deine Fussstapfen treten will? Folge deinem Traum, glaube an dich selbst und arbeite hart für alles, was du erreichen willst, selbst wenn es schwer ist. Es lohnt sich.

 

Warum On? On ist eine extrem innovative Schweizer Marke und unterstützt mich mit Schuhen, die speziell für mich gemacht wurden. Das Unternehmen hat eine tolle Philosophie und ein fantastisches junges Team.

 

Lies hier ein Interview über Nicolas Medaillengewinn in Rio, bei dem sie On getragen hat. Hier erfährst du mehr darüber, welchen Rat sie Radsport-Star Fabian Cancellara gegeben hat, als die beiden nur zum Spass im Triathlon gegeneinander angetreten sind. 

Lieblingsteil von On: der Cloud.
Den Cloud liebe ich, seit ich ihn das erste Mal angezogen habe.
Den Cloud entdecken