Ca Rachel Cliff

Rachel Cliff hält den kanadischen Rekord im Marathon und Halbmarathon der Damen und ist eine der talentiertesten und spannendsten Elite-Dauerläuferinnen Kanadas. Aber das Talent der Läuferin aus Vancouver beschränkt sich nicht nur auf ihre Beine: 2016 machte sie ihren Masterabschluss, bevor sie sich vollständig auf das Laufen konzentrierte. Rachel trat 2017 beim 10.000-Meter-Lauf bei den IAAF World Championships an. Derzeit hat sie die Olympischen Spiele 2020 ins Auge gefasst.

 

Storied Run: Hohe Standards

Die olympische Standardzeit ist der Traum vieler Läufer. Doch nur die Besten der Welt können diesen Erfolg feiern; diesen höchsten aller Standards zu erfüllen. Als Sportler diese Zeit zu erreichen und dann zu hören, dass das immer noch nicht genügt – das ist, als ob einem ein wunderbarer Traum entrissen würde. Genau das ist Rachel Cliff vor den Olympischen Spielen 2016 in Rio passiert. 


 

Als Läuferin erreichte Rachel die Qualifikationszeit über 5.000m. Mit 15:23:94 blieb sie unter der geforderten Zeit von 15:24, die Athletics Canada festgelegt hatte. Als die kanadischen Sportlerinnen verkündet wurden, die in Rio antreten würden, erwartete Rachel, ihren Namen auf der Liste zu sehen. Aber er war nicht da. Athletics Canada hatte entschieden, stattdessen nur zwei andere Sportlerinnen mitzunehmen, die sich qualifiziert hatten. 


 

Die meisten Sportler wären nach einer solchen Wendung völlig niedergeschlagen. Doch Rachel ist nicht wie die meisten Sportler. Sie war entschlossen, sich von diesem vernichtenden Schlag nicht aufhalten zu lassen, sondern ihre Serie stetiger Verbesserung fortzusetzen. 

 

 

«2016 die Zeit zu laufen, die mich für Olympia qualifizierte, ist immer noch eines der Highlights meiner Sportlerkarriere – trotz allem, was danach passiert ist», sagt Rachel.

 

«Als es vorbei war und sich die Wogen geglättet hatten, achtete ich darauf, mir dieses Erfolgserlebnis zu bewahren, denn die Standardzeit zu erreichen, setzt dich unter enormen Druck. Und ich hätte nie gedacht, dass ich diesem Druck standhalten könnte.»

 

«Damals dachte ich: Wenn ich die Zeit schaffe, darf ich zu den Olympischen Spielen. Ich schaffte die Zeit, aber ich durfte nicht dabei sein.» 

 

«Trotzdem bin ich immer noch sehr beeindruckt von mir selbst, dass ich die Zeit geschafft habe. Nach all der mentalen Vorbereitung und all den Versuchen zwischendurch, bei denen ich die Zeit nicht erreicht hatte, bin ich immer noch sehr stolz auf meine Leistung.» 

 

Während die Olympischen Spiele für viele ein fast unwirklich hoch gestecktes Ziel bleiben, sind sie für Rachel absolut greifbar. Bei den Olympischen Spielen in München 1972 gewann ihre Tante Silber im Schwimmen. Und obwohl es nicht leicht war, kam Rachel trotz allem nach Rio, um ihren Mann zu unterstützen, den Hindernisläufer Chris Winter, der für die olympische Mannschaft ausgewählt worden war. Anstatt zuzulassen, dass durch diese Beziehungen noch mehr Druck und Enttäuschung entstand, nutzte Rachel sie, um die schwierige Zeit hinter sich zu lassen. 

 

«Ich könnte die Sache als Tiefpunkt sehen und über all das Schlechte daran sprechen. Aber einer der grössten Hoffnungsschimmer war, zu sehen, wie wunderbar die Leute sein können, wenn du eine schwere Zeit durchmachst. Man lernt viel über andere Menschen. Es gab einige, die ich gar nicht so gut kannte, die aber trotzdem einfach für mich da waren und genau die richtigen Dinge sagten.

 

Vorher war ich noch nie in einer Situation gewesen, in der ich auf die Unterstützung so vieler Menschen angewiesen war. Und ich hoffe, dass ich dieselbe Hilfe eines Tages jemand anderem anbieten kann.»

 

Letzten Endes wurde 2016 zu einem entscheidenden Jahr für Rachel. Nachdem die anfängliche Enttäuschung nachgelassen hatte, richtete sie ihren Blick schnell auf Tokio 2020. 

 

«Ich weiss noch, dass ich bei der Rückkehr aus Rio unglaublich aufgeregt war, weil ich genau wusste, wie die nächsten vier Jahre meines Lebens aussehen würden», erinnert sich Rachel. 

 

 

Neue Standards setzen

Seit 2016 hat Rachel schnell neue Fortschritte gemacht. Im Jahr 2018 qualifizierte sie sich für die Commonwealth Games und wurde Neunte über 10.000 m. Während sie auf der Laufbahn gut vorankam, hatte Rachels Trainer das Gefühl, dass sie ihre Distanz noch steigern könnte. Zuerst kam der Halbmarathon, dann die volle Marathon-Distanz. 

 

«Ich glaube, es hat mich sehr motiviert, mich auf diese komplett neue Wettkampfart einzulassen», sagt Rachel. «Rich (Rachels Trainer) und ich hatten schon darüber gesprochen, dass ich es mit dem Marathon versuchen sollte, und es war wirklich aufregend, die Messlatte höher zu legen.» 

 

Wie sich zeigte, war das eine gute Entscheidung. Schon in ihrem zweiten Marathon, einem Damen-Wettkampf im japanischen Nagoya, stellte Rachel mit 2:26:56 einen neuen kanadischen Marathon-Rekord auf. Damit scheint es, als hätte Rachel eine Disziplin gefunden, in der sie sich für die Olympischen Spiele 2020 einen Platz im Flugzeug nach Tokio sichern könnte.

 

Und sie sagt selbst, dass das noch längst nicht alles war: «Ich glaube, ich habe im Marathon deutlich mehr Potenzial.»

 

Wenn das kein hoher Standard ist ...

 

Erfahre mehr über Rachels Geschichte im Kurzfilm «Hohe Standards» weiter oben – einer von mehreren On-Produktionen, die exklusive Einblicke in die Geschichten unserer On-Sportler geben. Verfolge Rachels weitere Fortschritte vor Olympia 2020 hier auf on-running.com. 

 

 

Das ist Rachel Cliff

Wie hast du mit dem Laufen angefangen? Ursprünglich nur, weil meine Eltern unbedingt wollten, dass ich in jedem Teil des Schuljahrs Sport treibe, und ich für die meisten Mannschaftssportarten zu unkoordiniert war! Ich war aber auch im Fussballteam. Dann habe ich mich aber relativ schnell in den Langstreckenlauf verliebt. Der Geländelauf wurde zu meiner Lieblingssportart; darauf habe ich mich jedes Jahr gefreut. Als die High School zu Ende ging, wählte ich meine Universität nach der Qualität ihres Leichtathletik-Programms aus.

 

Warum läufst du heute? Ich mag die ständige Herausforderung und suche dauernd neue Möglichkeiten, mich zu verbessern. Zum Teil mache ich weiter, weil ich glaube, dass ich noch mehr geben kann. Aber grösstenteils ist es wohl die Tatsache, dass ich den Sport immer noch liebe. Und wenn man bedenkt, dass ich das jetzt mehr oder weniger seit 20 Jahren mache, dann habe ich grosses Glück, so etwas sagen zu können.

 

Was war der bislang wichtigste Wettkampf, an dem du teilgenommen hast? Im Juni 2016 schaffte ich die olympische Standardzeit über 5.000 Meter. Meine Zeit lag nur 0,06 Sekunden unter dem Standard und ich wurde letzten Endes nicht für das Team ausgewählt. Aber für mich persönlich war es schon ein entscheidender Wendepunkt, diese Zeit überhaupt zu schaffen. Dadurch habe ich mir selbst bewiesen, dass ich auf internationalem Niveau laufen kann – und zwar auch dann, wenn es darauf ankommt.

 

Was ist dein Ritual vor Wettkämpfen? Abgesehen von der üblichen Ruhepause und Regeneration, die vor jedem Wettkampf nötig sind, lackiere ich mir am Abend davor gerne die Nägel. Meistens gönne ich mir ausserdem etwa drei Stunden vor dem Start als letzten Snack ein Sandwich mit Bananen und Erdnussbutter und einen Kaffee.

 

Was ist deine bewährte Trainingsmahlzeit? Ich liebe Mahlzeiten, die in Schüsseln serviert werden können: Poke-Bowls, Buddha-Bowls ... alles mit asiatischen Einflüssen, viel Gemüse und einem scharfen Tahini-Dressing!

 

Wie erholst du dich nach einem anspruchsvollen Lauf? Ich liege auf dem Sofa, schaue die Nachrichten und mache ein Nickerchen mit meiner Katze. Nicht sehr glamourös!

 

Wer gehört zu deinem Team? Ich habe ein wirklich unglaubliches Team, das mich unterstützt (Physiotherapeut, Massagetherapeut, Sportmediziner usw.), aber im Alltag trainiere ich mit dem BC Endurance Project in Vancouver im kanadischen British Columbia. Das umfasst eine kleine Gruppe fantastischer Teamkollegen unter der Leitung von unserem Trainer Richard Lee.

 

 

Abgesehen von Ausdauersport – wofür begeisterst du dich sonst noch? Ich liebe es, zu lernen und zu lesen – vor allem, wenn es mit Wissenschaft zu tun hat. Ausserdem gehe ich gern Wandern und Zelten und bin überhaupt gerne im Freien unterwegs.

 

Was wäre dein Beruf, wenn du keine Profisportlerin wärst? Ich habe einen Masterabschluss in Gesundheitswesen, mit Spezialisierung auf Arbeits- und Umwelthygiene. Vermutlich wäre ich also in diesem Bereich tätig – und ich würde mehr Abfahrtsski fahren!

 

Welche Sache erzählt einem niemand über die Karriere als Profisportlerin? Dass dein Weg nie so aussieht, wie du ursprünglich gedacht hast. Ob du mit Widrigkeiten umgehen musst oder Chancen erhältst: es ist unmöglich, vorauszusagen, wann so etwas passiert. Und das macht ja gerade den Spass aus! Am besten konzentriert man sich auf den Teil des Sports, den man kontrollieren kann, und geniesst einfach die Reise – egal, wohin sie führt.

 

Was ist der beste Ratschlag, den du je zum Laufen erhalten hast? Es klingt ganz einfach, aber lauf, so schnell du kannst, solange du noch entspannt bist. Beim Dauerlauf geht es vor allem darum, wer auf den letzten Kilometern noch Energie aufbringen kann.

 

Welchen Rat hast du für jemanden, der in deine Fussstapfen treten will? Versuche, kommende Herausforderungen vorherzusehen, damit du ihnen einen Schritt voraus bist. Such dir Menschen, an die du glaubst, und dann hör auf sie, hör auf deinen Körper und vertrau dich dem Prozess an.

 

Warum On? Ich habe den Cloudsurfer probiert und fand ihn unglaublich weich und stützend, aber trotzdem reaktionsstark und schnell. Er ist mein Favorit für die Regeneration nach einem harten Training. Ich finde es toll, dass On ein wachsendes Unternehmen mit hohen Qualitätsansprüchen ist und immer auf Perfektion abzielt.

 

Was ist dein Lieblingsteil aus der Apparel-Kollektion von On und warum? Es ist schwer, mich zwischen dem Long-T und der Weather Jacket zu entscheiden. Das Long-T kann man einfach bei jeder Temperatur tragen – es hält bei kaltem Wetter warm, ist aber so leicht, dass man es auch dann kaum spürt, wenn es wärmer wird. Aber die Weather Jacket ist auch klasse – hier im regnerischen Vancouver ist sie die perfekte Laufjacke für das Training. 

Der Cloudsurfer
Der Original-On. Ein Trainingsschuh mit Wettkampf-Tempo, berühmt für sein Laufgefühl – ein Schuh, mit dem die Strasse wirklich Spass macht.
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Q&A: Canadian marathon record just the start for Vancouver's Rachel Cliff | The Star

Canadian marathon runner Rachel Cliff is like all record-setting athletes: She never stops trying to get better. In only her second marathon, the 30-year-old from Vancouver broke the Canadian record. On March 10, Cliff finished the Nagoya Women's Marathon in Japan in 2.26:56, shattering Lanni Marchant's 2013 standard of 2.28:00.